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Schweiz Schweiz vor Rieseninvestitionen für Alterspflege

Allein für neue Pflegeheime müssen bis 2040 über 20 Milliarden Franken investiert werden. Dies sagt eine Credit-Suisse-Studie. Dazu kommen bis zu 70'000 neue Stellen im Pflegebereich. Das wird auch teuer für den Staat, der bereits heute an jeden zweiten Pflegeplatz Ergänzungsleistungen zahlt.

Pensionärin in einem Pflegeheim.
Legende: Mit der steigenden Zahl an alten und sehr alten Menschen wird die Pflegebranche noch massiv zulegen. Keystone

Spitäler, Ärzte Spitex – das Gesundheitswesen bietet viel und es ist eine der am schnellsten wachsenden Branchen der Schweizer Volkswirtschaft. Innerhalb der Branche ist neben den Spitälern der Pflegeheimbereich am wichtigsten. Dieser Markt wächst deutlich am stärksten.

Heute werden rund 350'000 Schweizerinnen und Schweizer in Pflegeheimen oder von der Spitex betreut. In 25 Jahren dürften es allein in Pflegeheimen über 100 Prozent mehr sein. Mit über 800'000 Pflegebedürftigen bis 2040 wird in einer neuen Studie von Credit Suisse gerechnet.

Mindestens drei Prozent des BIP für Alterspflege

Damit dürfte sich der Anteil des Pflegebereichs an der gesamten Schweizer Wirtschaftsleistung bis 2040 auf mindestens drei Prozent des BIP erhöhen, wie CS-Ökonom Andreas Christen erklärt.

Der Pflegeheimmarkt gehört zu den Branchen, die am schnellsten wachsen. Es gibt immer mehr ältere Leute, und es gibt immer mehr Menschen mit Krankheiten, die medizinisch und personell neue Herausforderungen bringen. Auch werden je länger je mehr die älteren Menschen von Externen gepflegt und nicht mehr von Verwandten.

Zehntausende zusätzliche Pflegefachleute

Das alles kostet und braucht viel mehr Personal. Fachkräfte, die ausgebildet und aufgebaut werden sollten. Christen geht davon aus, dass bis 2040 zusätzlich etwa 50‘000 bis 70‘000 Vollzeitstellen im Pflegebereich allein in den Pflegeheimen anfallen werden. Das seien fast so viele wie heute die ganze Lebensmittelindustrie beschäftigt.

Heute arbeiten rund 20 Prozent der Pflegefachleute für ambulante Angebote, 80 Prozent in Pflegeheimen. Doch ob ambulant oder in Heimen - so oder so braucht es bis 2040 enorme Investitionen.

Für neue Heime alleine rechnet die CS-Studie mit 20 Milliarden Franken. Und entsprechend dürften die Kosten für alle Beteiligten ansteigen – nicht nur für Kunden und Krankenkassen, sondern insbesondere auch für den Staat.

Hohe Kosten für Pflegeplätze

Bereits heute sind faktisch rund 50 Prozent der Pflegeheimbewohner mehr oder weniger stark von Ergänzungsleistungen abhängig. Denn die monatlichen Kosten für einen Pflegeplatz sind sehr hoch. Sie bewegen und je nach Wohnstandard zwischen 4500 und 11‘000 Franken pro Monat.

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Besonders bluten mussten in letzter Zeit die Gemeinden und Kantone. So hat sich innerhalb von vier Jahren und seit Einführung der neuen Pflegefinanzierung ihr Anteil an den Gesamtausgaben für Pflegeheime auf 16 Prozent fast verdoppelt. Tendenz weiter steigend.

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Escher, Leuk - Stadt
    P Zunger, Basel / .. Danke - somit ist alles gesagt !
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  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Wer masst sich eigentlich an vorzuschreiben,dass sich Menschen die älter und gebrechlicher werden(was nicht zwingend so ist,kenne viele Ausnahmen),pflegen lassen MÜSSEN.Es soll Menschen geben deren höchste Priorität es ist,selbstbestimmt zu leben.Solche die nie"gepflegt,umsorgt und bemuttert"sein wollen.Wieso können mündige,erwachsene Menschen nicht in EIGENKOMPETENZ ENTSCHEIDEN,wann und wie sie ihr Leben beenden wollen?Religion ist PRIVATSACHE und hat im Rechtssystem NICHTS verloren.
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    1. Antwort von Hans Glauser, Herlisberg
      Wie wollen sie "Selbstbestimmt" leben wenn sie es nicht mehr können?
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    2. Antwort von A.Käser, Zürich
      H.G./Dann soll die von der Unselbständigkeit betroffene Person in EIGENKOMPETENZ entscheiden können,ob sie weiterleben,bzw.ihre derzeitige physische Existenz fortführen,will.Es ist nicht jedermanns Sache sich pflegen,bedienen,bemuttern o.-vatern zu lassen.Es gibt Menschen die unter solchen Umständen den Tod vorziehen.Auch nicht JEDE medizinische (Pülverli u.Messerli) Medizin ist erwünscht.Diese Entscheidung muss bzw.darf nicht durch Ärzte gefällt werden so wie derzeit bei EXIT NOCH der Fall.
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  • Kommentar von Fred Siebenbürger, Siebenbürgen
    Was geschieht mit den neu gebauten Pflegeheimen und dem zusätzlich rekrutierten ausgebildeten ausländischen Personal nach 2040, wenn dereinst der Pillenknick durchschlägt? Die 20 Milliarden-Gebäude werden leer stehen und die zu tausenden ausgebildeten Ausländer werden nach Hause geschickt. Und deren Kinder sind dann 20 Jahre ohne Eltern aufgewachsen. Warum investieren die Institutionen und Behörden keine Pflegeheime im kostengünstigeren Ausland, dort wo sie zur Zeit das Pflegepersonal hernehmen?
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