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Schweiz Schweiz zählt mehr Flüchtlinge

Zehntausende Flüchtlinge sind in den vergangenen Wochen in Deutschland und in anderen europäischen Ländern angekommen. In der Schweiz sind es längst nicht so viele, aber auch hierher sind im September mehr Menschen geflohen als in den Monaten zuvor, wie die Behörden gegenüber Radio SRF bestätigen.

Flüchtlinge auf einem Bahnhof
Legende: Ankunft in Buchs/SG: Im September kamen mehr Flüchtlinge als in den Monaten zuvor. Keystone

Rund 4400 Menschen, also etwa die Bevölkerung eines grösseren Dorfes, haben auf ihrer Flucht im September die Schweiz erreicht. Das sind rund 15 Prozent mehr als im Juli und August, und das entspricht den Prognosen, die das Staatssekretariat für Migration gemacht hat.

Die Zahlen sind zwar noch nicht offiziell, Staatssekretariat und Kantone bestätigen sie aber. Wie etwa Hans-Jürg Käser, Präsident der kantonalen Polizeidirektoren: «Ich habe persönlich den Eindruck, dass es so zutrifft. Und ich habe auch nach Rücksprache mit mehreren Kollegen in anderen Kantonen diesen Eindruck.»

Legende: Video 50‘000 Flüchtlingsplätze im Notfall abspielen. Laufzeit 2:15 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.10.2015.

«30'000 Gesuche in diesem Jahr»

Und Käser wagt darüber hinaus auch eine erste Prognose für das laufende Jahr: «Wir werden bei 30'000 Gesuchen in diesem Jahr landen.»

Die meisten Menschen, die im Moment in die Schweiz kommen, stammen aus Eritrea, über Osteuropa kommen aber auch Syrer.

Die steigenden Zahlen bedeuten, dass es auch mehr Unterkünfte für Asylsuchende braucht. Bis vor kurzem waren sich Bund und Kantone nicht einig darüber, wer wie viele Unterkünfte zur Verfügung stellen muss; wobei klar ist, dass die Kantone den Löwenanteil der geflohenen Menschen unterbringen.

Im Januar hat der Bund 4500 Plätze

Jetzt scheinen die Differenzen beigelegt. Hans-Jürg Käser sagt, alle Kantone eröffneten in nächster Zeit neue Unterkünfte.

Und auch der Bund tue, was zu tun sei, fügt er hinzu: «Nach meinen Informationen ist es jetzt so, dass der Bund bereits im Januar etwa 4500 Plätze haben wird. Also er ist da an der Arbeit und das schätze ich auch.»

Beim Bund widerspricht man Hans-Jürg Käser nicht, und hofft, im Januar tatsächlich so viele Plätze anbieten zu können. Denn heute sind es erst 3300. Gleichzeitig rechnen Bund und Kantone nicht damit, dass die Asylzahlen bis Ende Jahr noch stark zunehmen.

Für Notfall gerüstet

Verteidigungsminister Ueli Maurer geht davon aus, dass von 150'000 Plätzen in kantonalen Zivilschutzanlagen im Notfall 50'000 innert kurzer Zeit für die Aufnahme von Flüchtlingen bereitstehen könnten. Diese Lage wäre aber nicht auf mehrere Monate ausgerichtet und gelte für den Fall, dass das Land innert Tagen ein Zielland für Hilfesuchende wird.

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69 Kommentare

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  • Kommentar von robert mathis (veritas)
    Habe heute eine Diskussion mit Flüchtlingen in Deutschland gehört,mehrere junge Menschen äusserten sich direkt dass sie nicht nur Essen und Unterkunft wünschen,sie möchten studieren und ein besseres Leben haben,verständlich !! aber sollten wir jetzt nicht zuerst für die Bedrohten aus Kriegsgebieten Platz und Geld zur Verfügung stellen ? Das würde auch der Stimmung unter dem Volk gut tun.
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    1. Antwort von Rolf Bolliger (robo)
      Das sind eben die Punkte, warum sich immer mehr Leute gegen diesen EXODUS in den Kontinent Europa besorgt zeigen und verärgert reagieren. "Flüchtlinge", die, kaum angekommen, NUR FORDERN, WUENSCHEN und sogar AGGRESSIV reagieren, wenn nicht ALLES nach ihren Vorstellungen abläuft, sind KEINE an Leib und Leben bedrohte Menschen! Was muss eigentlich noch alles passieren, bis auch die scheuklappentragenden "Gutmensch-Ideologen" den Unterschied zwischen Flüchtlingen und Wirtschafts-Asylanten erkennen?
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  • Kommentar von Beat Haenni (Schweizer mit Doppelpass)
    Maurer enteuscht mich als SVP-Mitglied sehr,Es wäre gut wenn man Ihn bei der nächsten Bundesratswahl ersetzten würde,durch einen hartleiner der SVP Der sich auch für die Armee mit aller härte Durchsetzen würde!
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  • Kommentar von Eugen Röthlisberger (bababobo)
    Einige Kommentare weisen immer wieder auf die unfähige Regierung hin. Unfähigkeit?! Unfähig zur Kompromissbereitschaft und konkreten, konstruktiven Vorschlägen: JA. SVP- und FDP-Präsidenten sind die Leierkastenmänner der Nation, die nur ihren persönlichen Vorteil in Sicherheit bringen wollen. Demgegenüber zeigen BDP, SP, Grüne. CVP und GLP Kompromissbereitschaft und gesunden Menschenverstand. Das nicht nur, wenn die Schweiz der Humanität verpflichtet ist.
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