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Schweiz Schweiz zahlt 900 Millionen an Grossbritannien und Österreich

Aufgrund des Steuerdeals mit Grossbritannien und Österreich hat die Schweiz die ersten Zahlungen geleistet: Nach London flossen 372 Millionen Franken, nach Wien 515 Millionen.

Die Schweiz hat eine erste Zahlung aufgrund der Steuerabkommen mit Grossbritannien und Österreich geleistet. Die Zahlung an London beträgt umgerechnet rund 372 Millionen Franken und jene an Wien umgerechnet rund 515 Millionen Franken. Dies teilte die Eidgenössische Steuerverwaltung
(ESTV) mit.

Mit der Überweisung kommt die Schweiz ihren Verpflichtungen aus den Steuerabkommen mit den beiden Ländern nach. Beide Abkommen sind seit Anfang Jahr in Kraft.

Steuerpflichtige bleiben anonym

Die Quellensteuer wird auf Schweizer Bankkonten oder Wertschriftendepots von britischen und österreichischen Steuerpflichtigen erhoben.

Dadurch wird die Steuerpflicht aus Sicht der zwei Länder erfüllt, die Personen bleiben aber anonym. Der mit Grossbritannien vereinbarte Steuersatz beträgt zwischen 21 und 41 Prozent. Schwarzgeld aus Österreich wird mit 15 bis 38 Prozent besteuert.

Tausend-Franken-Scheine
Legende: Das überwiesene Geld stammt von Steuerpflichtigen aus Grossbritannien und Österreich. Keystone/symbolbild

Zahlreiche Kunden wählten Alternative

Als Alternative können die Steuerpflichtigen ihre Vermögen auch offenlegen. In diesem Zusammenhang erhielt die ESTV 14'789 Meldungen. Die Steuerpflichtigen deklarierten Vermögen im Wert von 6,4 Milliarden Franken (Grossbritannien) beziehungsweise 5,4 Milliarden Franken (Österreich).

Die Steuerverwaltung wird nun monatlich bis Juni 2014 Quellensteuern an die beiden Länder zahlen und die Selbstdeklarationen weiterleiten.

Ab März 2014 wird die ESTV auch Quellensteuern auf Kapitaleinkünften österreichischer und britischer Steuerpflichtigen überweisen. Die Steuersätze für Briten betragen zwischen 27 und 48 Prozent. Für österreichische Kunden gilt ein Satz von 25 Prozent.

Weitere Abkommen angestrebt

Aus Sicht der Steuerverwaltung zeigen die ersten Ergebnisse, dass mit dem Quellensteuerabkommen das Ziel eines steuerlich sauberen Finanzplatzes erreicht werden kann. Die Schweiz verhandelt mit Italien und Griechenland über ähnliche Abkommen.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von J. Johnson, Vitznau
    Ich hoffe die Kommentare sind nicht repräsentativ für die Schweizer-Bevölkerung---> UNGLAUBLICH und wahnsinnig, drei von fünf Kommentaren beweisen, dass 60% keine Ahnung vom "Steuerabkommen" haben!! Dabei ist es ja wirklich simpel: Weder Banken noch Staat bezahlen irgendwelche Gelder, sondern die ausländischen Kontoinhaber. Analogischer Vergleich mit der "bekannten Verrechnungssteuer". Auch stimmt es nicht, dass andere Länder sowas nicht praktizieren. Z.B sogar bei Buchkursgewinn von Aktien.
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  • Kommentar von M. Keller, Thurgau
    SRF: sind die Zahlen nach "Verträgen" aufgeschlüsselt? Immerhin gibt es mit diesen zwei EU-Ländern nun ZWEI Abkommen: die Abgeltungssteuer (je 25%), und das Zinsbesteuerungsabkommen (35%)... Das letztere läuft in der EU seit 2005, und seitdem fliessen diesbezüglich auch schon ein paar Mio... Besteht die Möglichkeit, den Artikel diesbezüglich zu konkretisieren/ergänzen?
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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Wahnsinn: für die Wirtschaft hat es mehr Geld als für die Bürger! Man muss sich das mal vorstellen: Milliarden ins Ausland verlochen, aber hierzulande Behinderte und Arme sterben lassen! Wo sind wir gelandet? Was ist aus der solidarischen Schweiz geworden? Ein kaltherziger Abzockerstaat, ganz im Sinne der EU. Die Reichen werden belohnt, die Armen bestraft. Warum nicken die Schweizer da noch mit dem Kopf? Sind die wirklich alle so bescheuert?
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    1. Antwort von Fabian Müller, Zürich
      @Herr Duran: Haben Sie den überhaupt den Artikel gelesen? Es werde einzig die Steuern auf den ausländischen Vermögen erhoben und an GB und Österreich verrichtet. Es "verlieren" also nur die reichen Ausländer an Vermögen resp. sie zahlen eigenlich lediglich ihre geschuldeten Steuern. (Asozial wäre, wenn diese weiter ihre Steuern hinterziehen könnten.)
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