Schweiz zahlt 900 Millionen an Grossbritannien und Österreich

Aufgrund des Steuerdeals mit Grossbritannien und Österreich hat die Schweiz die ersten Zahlungen geleistet: Nach London flossen 372 Millionen Franken, nach Wien 515 Millionen.


Die Abgeltungssteuer im Praxistest

3:17 min, aus Echo der Zeit vom 25.07.2013

Die Schweiz hat eine erste Zahlung aufgrund der Steuerabkommen mit Grossbritannien und Österreich geleistet. Die Zahlung an London beträgt umgerechnet rund 372 Millionen Franken und jene an Wien umgerechnet rund 515 Millionen Franken. Dies teilte die Eidgenössische Steuerverwaltung
(ESTV) mit.

Mit der Überweisung kommt die Schweiz ihren Verpflichtungen aus den Steuerabkommen mit den beiden Ländern nach. Beide Abkommen sind seit Anfang Jahr in Kraft.

Steuerpflichtige bleiben anonym

Die Quellensteuer wird auf Schweizer Bankkonten oder Wertschriftendepots von britischen und österreichischen Steuerpflichtigen erhoben.

Dadurch wird die Steuerpflicht aus Sicht der zwei Länder erfüllt, die Personen bleiben aber anonym. Der mit Grossbritannien vereinbarte Steuersatz beträgt zwischen 21 und 41 Prozent. Schwarzgeld aus Österreich wird mit 15 bis 38 Prozent besteuert.

Tausend-Franken-Scheine

Bildlegende: Das überwiesene Geld stammt von Steuerpflichtigen aus Grossbritannien und Österreich. Keystone/symbolbild

Zahlreiche Kunden wählten Alternative

Als Alternative können die Steuerpflichtigen ihre Vermögen auch offenlegen. In diesem Zusammenhang erhielt die ESTV 14'789 Meldungen. Die Steuerpflichtigen deklarierten Vermögen im Wert von 6,4 Milliarden Franken (Grossbritannien) beziehungsweise 5,4 Milliarden Franken (Österreich).

Die Steuerverwaltung wird nun monatlich bis Juni 2014 Quellensteuern an die beiden Länder zahlen und die Selbstdeklarationen weiterleiten.

Ab März 2014 wird die ESTV auch Quellensteuern auf Kapitaleinkünften österreichischer und britischer Steuerpflichtigen überweisen. Die Steuersätze für Briten betragen zwischen 27 und 48 Prozent. Für österreichische Kunden gilt ein Satz von 25 Prozent.

Weitere Abkommen angestrebt

Aus Sicht der Steuerverwaltung zeigen die ersten Ergebnisse, dass mit dem Quellensteuerabkommen das Ziel eines steuerlich sauberen Finanzplatzes erreicht werden kann. Die Schweiz verhandelt mit Italien und Griechenland über ähnliche Abkommen.