Schweizer Dschihad-Reisender: Die Geschichte der Radikalisierung

Von der Schweiz über die Türkei nach Syrien: Im Herbst 2014 folgte eine junge Frau aus Tübingen ihrem Schweizer Ehemann in das Kriegsgebiet. Sie dachte an Ferien, er an den Dschihad.

Eine 22 Jahre alte Frau aus Tübingen wird in Syrien von ihrem Ehemann festgehalten. Der Schweizer war im Herbst 2014 nach Syrien gereist, um sich dem Al-Kaida-Ableger Jabhat al-Nusra anzuschliessen. Das zeigen die Recherchen der deutschen Tageszeitung «Stuttgarter Nachrichten» und des Schweizer Radio und Fernsehen. Sowohl die Schweizer Bundesanwaltschaft wie auch das Innenministerium Baden Württembergs bestätigen die Recherchen.

Gemäss dieser folgte die schwangere Deutsche ihrem Ehemann freiwillig im vergangenen Oktober in die Türkei im festen Glauben, dort Ferien mit dem damals 20-jährigen zu verbringen. Über die Stadt Kilis verliess sie die Türkei in Richtung Syrien. Dort wird sie mutmasslich von ihrem Mann festgehalten. Aktuell befindet sich das Paar offenbar nahe der stark umkämpften Stadt Idlib. Sowohl in der Schweiz wie auch in Baden-Württemberg ermitteln Staatsanwälte gegen den Schweizer wegen Terrorismusverdachts.