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Schweiz Schweizer geben Milliarden im Ausland aus

Schweizerinnen und Schweizer kaufen im Ausland vor allem Kleider und Schuhe ein. Dies zeigt eine GfK-Studie. Insgesamt knapp 9 Mrd. Fr. wurden 2012 im Ausland ausgegeben.

Legende: Video Schweizer geben Milliarden im Ausland aus abspielen. Laufzeit 2:31 Minuten.
Aus Tagesschau vom 05.04.2013.

Schweizer Konsumenten haben 2012 bei Einkäufen im Ausland 8,9 Mrd. Fr. ausgegeben. Besonders oft gönnten sie sich dabei auf der anderen Seite der Grenzen etwas Neues zum Anziehen, wie eine Studie des Marktforschungsinstituts GfK zeigt.

So flossen 2,6 Mrd. Fr. oder knapp ein Drittel aller Ausgaben in die Kassen von Läden, die Kleider oder Schuhe verkaufen, wie die am Freitag veröffentlichte Erhebung deutlich macht.

Angelockt vom tiefen Umtauschverhältnis des Euro zum Franken gaben die Einkaufstouristen weitere 1,95 Mrd. Fr. für Lebensmittel aus. 1,05 Mrd. Fr. wurden für Kosmetikartikel und Tiernahrung aufgewendet, 660 Mio. Fr. für Möbel und Einrichtungsartikel.

Die zielgerichteten Shoppingtouren ins Ausland führten laut GfK zu Ausgaben von 5,1 Mrd. Franken. Darin eingerechnet sich auch die 600 Mio. Franken für Online-Käufe, bei denen die Ware aus dem Ausland versandt wurde. Dieser Betrag entspricht 5 Prozent des gesamten Detailhandelsumsatzes der Schweiz.

8,9 Mrd. Fr. beträgt das Total der Einkaufsausgaben, wenn spontane Einkäufe während Ferien- und Geschäftsreisen dazugezählt werden. Nicht Teil der Summe sind Autokäufe im Ausland, Dienstleistungen sowie Restaurantbesuche.

Legende:
Auslandeinkäufe 2012 nach Land in Milliarden Franken pro Jahr GfK

Für die Studie wurde unterschieden zwischen den gezielten Einkäufen im Ausland und den spontanen Ausgaben während Ferien und Business Trips.

Die Ergebnisse im Detail lassen aufhorchen. So entfliehen zum Beispiel am häufigsten die Tessiner der Hochpreisinsel Schweiz – 41 Prozent von ihnen kaufen während eines Monats in Italien oder anderen Ländern ein – 31 Prozent in den übrigen Grenzregionen. Und dies nicht nur wegen der tieferen Preise, sondern auch wegen der attraktiveren Ladenöffnungszeiten und der grösseren Produkteauswahl im Ausland.

Diese Studie zeigt, dass der Einkaufstourismus volkswirtschaftlich bedeutende Züge angenommen hat, resümieren die Autoren. Der Schweizer Detailhandel sei gefordert, die Qualität seiner Produkte und Dienstleistungen weiter zu verstärken und eine attraktive Preispolitik zu verfolgen. Gleichzeitig sei aber auch die Politik gefordert, attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Anna Sand, Bern
    Die Mähr mit den Arbeitsplätzen, die verloren gehen wegen des Einkaufstourismus', kann ich bald nicht mehr hören. Die Arbeitsplätze im Detailhandeln gehen auch verloren ohne Einkaufstourismus. Zur Veranschaulichung empfehle ich einen Besuch bei der Migros hier im Berner Bahnhof: Dort ersetzen bald Selbst-Scan-Kassen die netten Frauen an der Kasse. Und da ist natürlich der Einkaufstourismus schuld und nicht die Raffgier. Zumal so ein Scan-System auch von heute auf morgen entwickelt wird.
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  • Kommentar von Nicolas Müller, Basel
    Auftraggeber der Studie war die IG Detailhandel Schweiz! Also war es eine reine Auftragsarbeit. Um eine objektive Sicht zu gewährleisten müssen die Einkäufe unserer ausländischen Nachbarn ebenfalls analysiert werden. Aber eben - gezielt jammern.
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  • Kommentar von Hanspeter Liebermann, Zürich
    Solange gleiche Lebensmittel, Marken-Oberbekleidung, Schuhe und/oder Kosmetikprodukte, bis zu 50% preiswerter in DE zu haben sind, ist dieser Trend verständlich. Was sagte Forest Gump? –Dumm ist der, der dummes tut. Gleiche Produkte und nicht bis zu 50% preiswerter in DE/IT/AT/FR zu kaufen, ist dumm !
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    1. Antwort von Marlies Artho, Schmerikon
      Hr. Liebemann können Sie mir sagen was dies heissen soll ist "dumm". Dies ist aber jedem seine Sache.. Arbeitsplätze können ja verloren gehn wir haben ja ein wunderbares Sozialsistem,.Was macht man nicht alles um quasi Geld zu sparen und vielleicht auch noch viele Km. mit dem Auto fahren, ist auch nicht gratis.Jedem das seine ich sage nur was ich meine.. Betreffend den hohen Preisen es ist ja nicht bei allem so.
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