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Schweiz Schweizer Gefängnisse so voll wie seit langem nicht mehr

Die Schweizer Gefängnisse sind randvoll: 94,6 Prozent der vorhandenen Plätze sind belegt. Das sind so viele wie seit über zehn Jahren nicht mehr, zeigt ein «10vor10»-Bericht. Experten sehen verschiedene Gründe.

Legende: Video «Längere Strafen, mehr Insassen» abspielen. Laufzeit 20:00 Minuten.
Aus 10vor10 vom 28.01.2013.

In den hiesigen Gefängnissen gibt es so viele Insassen wie letztmals 1999. Damals waren es 5'844 Inhaftierte, im September 2012 sassen 6'599 Erwachsene in Schweizer Gefängnissen. Dies belegen Zahlen des Bundeamtes für Statistik. 

Vor allem die Anzahl Untersuchungshäftlinge hat stark zugenommen. Gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent. Von den Inhaftierten befanden sich 31 Prozent in Untersuchungshaft, 60 Prozent im Straf- und Massnahmenvollzug.

6,5 Prozent waren im Rahmen von Zwangsmassnahmen gemäss Ausländergesetz und 2,5 Prozent aus anderen Gründen inhaftiert.

Ausländeranteil steigt

Von allen Inhaftieren sind 26,2 Prozent Schweizer. Der Ausländeranteil beträgt 73,8 Prozent und ist damit ebenfalls so hoch wie noch nie. Während immer mehr Ausländer in Schweizer Gefängnissen sitzen, sank der Anteil der Frauen und Minderjährigen leicht. 2012 waren 4,9 Prozent, beziehungsweise 0,8 Prozent inhaftiert.

Legende:
Insassenbestand 2012 bundesamt für statistik

Diverse Gründe

Experten geben gegenüber «10vor10» verschiedene Gründe für die Zunahme an. Lukas Huber vom Basler Amt für Justizvollzug etwa sagt, es gebe mehr Kriminaltouristen. Robert Frauchiger, Sekretär des Konkordats Nordwest- und Innerschweiz, nennt die steigende Bevölkerungszahl bei gleichbleibender Anzahl an Gefängnisplätzen als Grund.

Das Problem werde sich künftig noch verschärfen, sagt Daniel Jositsch, Professor für Strafrecht der Universität Zürich. Denn: Die Reform, wonach mehr Haftstrafen in Geldbussen umgewandelt wurden, wird wieder rückgängig gemacht.

26 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Preisinger, Zürich
    Ich hätte gerne eine Grafik gesehen deren Grössenachse von 0% bis 100% geht und nicht erst bei 60% beginnt. Oder wäre dies eventuell gar zu nahe an der Wahrheit? Man kann auch mit tendenziellen Grafiken lügen bzw. einen falschen Eindruck suggerieren.
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  • Kommentar von Patrick Bieri, Oensingen
    Gefängis ist teuer, klar. Noch teurer ist eine lebenslange Verwahrung, sie kostet so um die Fr. 500'000.- pro Jahr. Einem Bieler Rentner droht dies wohl bald. Mich erstaunt es, dass es dazu weit weniger Aufschrei gibt. Aber diese selbstgerechte Gesellschaft lässt es sich halt gerne etwas kosten, um die eigenen Fehler auszublenden.
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  • Kommentar von M. Kohler, Thurgau
    Ueli Maurer soll doch dieses Dossier übernehmen - der macht dann den Weltbesten Strafvollzug analog wie bei der Luftwaffe - aus Geldmangel nur noch Dienstleistungen währen Bürozeiten, für den Rest wird einfach die Türe verschlossen - das würde die Kosten und die Attraktivität massiv einschränken
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