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Ob rot, blau oder schwarz Schweizer haben einen «Beerenhunger»

In der Schweiz werden immer mehr Beeren angebaut. Doch ohne Importe wäre der grosse Appetit darauf gar nicht zu stillen.

Legende: Audio Beerenboom in der Schweiz abspielen. Laufzeit 2:02 Minuten.
2:02 min, aus HeuteMorgen vom 10.08.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Anbaufläche für Beeren ist in den letzten zehn Jahren um fast 50 Prozent gewachsen.
  • Am häufigsten wird die Erdbeere angepflanzt, Himbeere und Heidelbeere holen aber auf.
  • Die inländische Nachfrage ist mittlerweile so gross, dass auch der Import massiv zulegt.

Im Joghurt, als gesunde Zwischenverpflegung für unterwegs, im Dessert: In immer grösseren Mengen verschwinden die Beeren in Schweizer Mäulern.
Das habe auch damit zu tun, dass sich die Menschen heute bewusster ernährten, ist Josiane Enggasser, Vizedirektorin des Obstverbandes Swissfruit, überzeugt.

«Beeren haben vom Ernährungsstandpunkt her viele Vitamine und Anthocyanine», deshalb steige die Nachfrage, sagt sie – und deshalb würden in der Schweiz auch immer mehr Beeren angepflanzt: «Die Produktionsmengen haben in den letzten Jahren zugenommen, man hat auch mehr Anbauflächen.»

Erdbeeren sind am populärsten

Tatsächlich hat sich die Anbaufläche in einem Jahrzehnt von gut sechs auf neun Quadratkilometer vergrössert. Das entspricht etwa der Fläche des Hallwilersees.

Landwirtschaftsbetriebe setzen vor allem auf die beliebteste Beere hierzulande, die Erdbeere. Aber auch Himbeeren und Heidelbeeren werden immer häufiger angebaut. Dass das einheimische Angebot inzwischen grösser geworden ist, zeige sich jeweils im Sommer, erklärt Enggasser: «Wir haben Wochen, in denen wir schon über dem Angebot liegen. Es gilt, diese Peaks zu brechen und die Produktion besser zu verteilen.»

Importe aus Marokko, Spanien, Polen

Auf das ganze Jahr gesehen kann die inländische Beerenproduktion die Nachfrage allerdings nur zu einem Drittel abdecken. Das bedeutet, dass Beeren hauptsächlich importiert werden müssen.

In den vergangenen zehn Jahren hat der Import um fast 70 Prozent zugenommen – auf über 46'000 Tonnen. Aus Marokko kommen zum Beispiel die Himbeeren, aus Spanien die Erdbeeren und aus Polen die Heidelbeeren.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Mit dem riesigen Konsum an Beeren, Früchten und Gemüse aus "konventioneller, Monokulturen betreibenden LW, essen die Menschen auch gesundheitschädigende Chemie "en masse"!! Beeren aus dem Wald, den Bergen - natürlich und gesund!
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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    Das Marktangebot in den Läden, steigert doch automatisch den Beerenhunger, "gluscht". Bin ich froh und Dankbar, haben wir einen Nachbar der Brombeeren, Heidelbeeren, Himbeeren hat, letztes Jahr gab es auch eine Menge wunderschöne Feigen.Auch gibt es bei uns in der Umgebung Felder,wo man selber hingehen kann und Beeren pflücken. Das beste aber ist die natürliche Heidelbeere "Blaubeere". Auf der Hütte haben wir jeweils die gepflückten Beeren mit frischem Alpen-Rahm gegessen.
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  • Kommentar von Janine Gisler (jannine)
    Endlich kommt wieder die Zeit: Heidelbeeren im Meiental! :) War diese Woche bei uns in der Gegend im Wald laufen, leider wurden dort am ganzen Wegrand schon alle guten Brombeeren abgenommen. Offenbar gleich Kistenweise... Läuft man jedoch weiter in den Wald den Berg hinauf, hat es überall noch die guten, richtigen Bio-Beeren aus der Natur, für die muss man sich halt etwas anstrengen, zu meinen Glück ist das ja nicht jedermanns Sache. =)
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    1. Antwort von Esther Siefert (E.S. (parteilos))
      ...so - und nun wissen noch viel mehr Leute, wo's Heitis gibt... Man sollte Gehimplätze nie verraten - gut gemeint - aber...
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    2. Antwort von Janine Gisler (jannine)
      @ Esther: 'Geheimplatz' ist ein wenig übertrieben oder? Überall wo es Natur gibt, gibt es Essbares. Ausserdem wissen wahrscheinlich nicht die Hälfte, die mein Beitrag lesen, wo das Meiental überhaupt ist. Selbst wenn Sie wissen wo das Meiental ist, muss der Platz dort auch noch erst gefunden werden. und den genauen Ort werde ich bestimmt nicht verraten. In diesem Sinne: Carpe Diem!
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