Zum Inhalt springen

Schweiz Schweizer Metzger kämpfen gegen Lockerung des Fleischimports

Ab 1. Juli soll keine maximale Einfuhrgrenze von Fleisch mehr gelten. Dies treibt die Schweizer Metzger auf die Barrikaden: Der Schweizer Fleisch-Fachverband (SFF) fordert gar eine deutlich niedrigere Maximalmenge.

Legende: Video Protest gegen neue Regeln zum Fleischimport abspielen. Laufzeit 1:44 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.04.2014.

Der Fleischimport in der Schweiz ist geregelt. Unterschieden wird zwischen frischem und verarbeitetem Fleisch.

Die neue Regelung kennt diese Unterscheidung nicht mehr. Die Freimenge beträgt für alles 1 Kilo. Was darüber hinausgeht, muss mit 17 Franken pro Kilo verzollt werden. Eine Maximalmenge gibt es nicht mehr.

Der neue Zollansatz sei niedriger als heute bei der kommerziellen Einfuhr bestimmter Fleischstücke, kritisierte Ruedi Hadorn an der Jahreskonferenz des Schweizer Fleisch-Fachverbands (SFF). Der SFF wolle denn auch die Lockerung nicht hinnehmen, so der Verbandsdirektor.

«Staatliche Förderung des Einkaufstourismus»

Der Verband verlangt gar eine Wiedereinführung der Maximalmenge – und diese soll gleich noch spürbar gesenkt werden: Nicht mehr als 3 Kilo pro Person und Tag sollen eingeführt werden dürfen.

Die Neuregelung sei «wirtschaftsschädigend», sagte Hadorn. Es sei in Tat und Wahrheit eine staatliche Förderung des Einkaufstourismus und gleichzeitig «Wirtschaftsförderung im grenznahen Ausland». Der kommerziellen Nutzung des Fleischimports im Reiseverkehr öffne sie Tür und Tor.

Es sei unverständlich, weshalb die Positionen der Branche bei der Anhörung nicht beachtet worden seien. Der Verband suche nun erst einmal das Gespräch – ein Termin mit der Direktion der Zollverwaltung sei auf Mai anberaumt. Falls nötig, hätten sich aber auch bereits Politiker bereit erklärt, entsprechende Vorstösse in der Junisession der eidgenössischen Räte einzubringen.

Aktuelle Regel

Generell dürfen maximal 20 Kilo in die Schweiz eingeführt werden. Zollfrei sind ein halbes Kilo Frischfleisch und 3,5 Kilo Geflügel- und verarbeitetes Fleisch. Die Verzollung kostet pro Kilo 20 beziehungsweise 13 Franken.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

18 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Äxu Flury, Luterbach
    Verstehe diese Kommentare nicht! Jeder darf doch selber entscheiden wo er sein Fleisch kaufen will, und OB und wieviel er essen will! Bin mir sicher, dass die Schweizer Bevölkerung intelligent genug ist, um die Konsequenzen Ihrer Handlungen einzuschätzen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marc Bonanomi, Zollikofen
    Meine Frau und ich essen seit 1960 kein Fleisch mehr und sind froh, dass keine Tiere mehr für uns geschlachtet werden müssen, ob hier oder in der EU.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Benito Boari, St. Gallen
    Es ist ein wenig wie: "Einheimisches Strafrecht gilt, aber ab und zu darf man auch von der Scharia Gebrauch machen." Obwohl ich Tiere lieber lebendig als tot sehe, imponiert mir, dass in der Schweiz eine tiergerechtere Fleischproduktion Wirklichkeit ist. Und man wünscht sich fast ein wenig, dass die Einfuhrgrenze -allen Gelüsten zum Trotz- bleibt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen