Schweizer Piloten müssen Englischprüfung wiederholen

Die Englischkenntnisse von Piloten werden regelmässig und streng geprüft. Bei einem deutschen Prüfungsexperten kam es jedoch zu Unregelmässigkeiten. Seinen Prüflingen wurde die Höchstnote aberkannt. Betroffen sind auch Schweizer Piloten.

Jeder kann sich verbessern. Aber das Wunder von Berlin kam dem Bundesamt für Zivilluftfahrt seltsam vor. 2010 bestand ein Schweizer Pilot bei einem deutschen Experten die Sprachprüfung auf höchstem Niveau. Er erreichte Level sechs, das Niveau eines Experten, der keine weiteren Tests braucht.

Das Wundersame dabei: Derselbe Mann hatte acht Tage zuvor bei einem Test in der Schweiz nur haarscharf Level vier erreicht. Das ist das Minimum, um als Pilot auf dem Rollfeld zugelassen zu werden.

Die Abklärungen des Bundesamts ergaben, dass sich zwei weitere Schweizer Piloten quasi über Nacht von «knapp genügend» zu Experten gewandelt hatten. Bei demselben Prüfer. Ausserdem führten die Abklärungen dazu, dass das Deutsche Luftfahrt-Bundesamt auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Berliner Prüfer verzichtet.

Acht Piloten vorsorglich zurückgestuft

In der Folge stufte das Bundesamt für Zivilluftfahrt acht Schweizer Piloten, die von diesem Mann geprüft worden waren, von Level sechs auf vier zurück. Die Betroffenen setzten sich zur Wehr. Vor dem Bundesverwaltungsgericht machten sie geltend: Man könne ihnen nicht die Prüfung bei einem anerkannten Experten aberkennen, ohne ihnen eine konkrete Verfehlung nachzuweisen.

Doch die Zurückstufung ist zulässig, urteilte das Gericht. Immerhin gehe es um die Sicherheit. Wenn die Betroffenen tatsächlich so gute Englischkenntnisse hätten, könnten sie eine neue Prüfung ohne grossen Aufwand bestehen. Immerhin offerierte ihnen das Gericht eine Gratisprüfung, die sie Ende August ablegen müssen. (nab;roso)