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Schweiz Schweizer Polizei greift weniger häufig zum Taser

Die Taser-Einsätze sind 2015 leicht gesunken. Amnesty International warnt dennoch davor, die Elektroschock-Pistole zu verharmlosen.

Polizist mit Elektroschockpistole in der Hand
Legende: 2015 wurde weniger oft zum Taser gegriffen. Keystone

29 mal haben Schweizer Polizistinnen und Polizisten letztes Jahr zur Elektroschock-Pistole, dem sogenannten Taser, gegriffen. Etwas weniger als im Jahr zuvor.

Zehn Mal war Notwehr der Grund, in den restlichen Fällen kam der Taser zum Einsatz, um eine Amtshandlung durchzusetzen, wenn sich zum Beispiel jemand mit Gewalt gegen eine Verhaftung wehrt. Nicht immer mussten die Polizistinnen und Polizisten aber abdrücken. In einigen Fällen reichte es, nur damit zu drohen. Das geht aus der Statistik hervor, welche die Geschäftsstelle Polizeitechnik publizierte. Einen Grund für den Rückgang gibt es nicht, wie die Geschäftsstelle mitteilte. Der Einsatz von Tasern ist auf Bundesebene seit 2009 erlaubt.

«Taser dürfen nicht bagatellisiert werden»

Elektroschockpistolen machen Angreifer bewegungsunfähig. Sie sind wirksam, aber nicht ungefährlich und dürfen in der Schweiz nur von Polizisten verwendet werden, von besonders geschulten Beamten, sagt Roland Stämpfli, Leiter der Geschäftsstelle Polizeitechnik.

Dass insgesamt weniger getasert werde als noch vor einigen Jahren sei zwar positiv, findet Stella Jegher von Amnesty International. «Ich würde aber trotzdem davor warnen, dass diese Waffe bagatellisiert wird», sagt Jegher weiter. Sie warne ausserdem davor, dass weitere Polizeieinheiten oder sogar private Sicherheitskräfte damit ausgerüstet würden.

Solche Überlegungen gibt es laut Roland Stämpfli, Leiter der Geschäftsstelle Polizeitechnik, tatsächlich. Aber man gehe vorsichtig an die Sache heran und wolle nicht sofort flächendeckend alle Leute ausrüsten.

Zur Schusswaffe griffen Schweizer Polizistinnen und Polizisten letztes Jahr insgesamt 15 Mal, wie wie die Statistik der Geschäftsstelle Polizeitechnik weiter zeigt. Das sind vier Einsätze mehr als im Vorjahr.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Die Polizei muss den Taser nur bei unbewaffneten Ganoven einsetzen, wenn Gegenwaffen erkennbar sind oder gar schon geschossen wird, hart durchgreifen und sofort scharf antworten. Es muss sich unter den Ganoven herumsprechen, dass sich in der CH ein bewaffneter Raubzug nicht lohnt. Ende der Durchsage.
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  • Kommentar von m. fischbacher (mifi)
    Ein netter Bericht über den Taser... Laut den gestrigen Nachrichten von SRF, müsste die Ueberschrift jedoch lauten "Weniger Taser dafür mehr Pistole!" Im letzten Absatz dieses Berichtes wird ganz knapp darauf hingewiesen! Frage an SRF: Ist das nun als eine positive Entwicklung zu werten, wenn der Taser weniger im Einsatz war, dafür die Polizei aber mehr die Pistole zücken musste?
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    1. Antwort von m. fischbacher (mifi)
      Ich gebe mir doch lieber gleich selber die Antwort auf meine Frage! Die Polizisten sagten sich: "Huch, in dieser Situation ziehe ich lieber gleich die Pistole und lasse den Taser stecken!" Die Antwort ist demzufolge, keine positive Entwicklung, eher ist das Gegenteil der Fall...!
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Bitte protokolliert auch, wie oft ihr zu Dienstzeiten auf öffentlichen Toiletten polizeiliche Notdurft verrichtet habt, es interessiert sicher irgendjemanden brennend…! (mich nicht, für mich zählt das Resultat der Erreichung einer öffentlichen Sicherheit, aber man könnte damit den ausführenden Beamten noch mehr protokollarische Steine in den Weg legen. Wär doch no läss.)
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