Schweizer Sanktionen gegen Boko Haram

Sie morden, plündern und brandschatzen. Deshalb hatte der UNO-Sicherheitsrat die nigerianische Extremistengruppe Boko Haram bereits im Mai als Terrororganisation eingestuft. Jetzt hat auch die Schweiz Sanktionen gegen die Gruppierung verhängt.

Ein dunkelhäutiger Mann

Bildlegende: Auf den Führer der Boko Haram setzten die USA ein millionenschweres Kopfgeld aus. Keystone

Die islamisch-fundamentalistische Organisation sei am Freitag auf die Sanktionsliste gesetzt worden, berichtet die «Schweiz am Sonntag».

Verbindungen in die Schweiz noch unklar

Die Schweiz folgt damit dem UNO-Sicherheitsrat, der Boko Haram am 22. Mai auf Antrag der nigerianischen Regierung als Terrororganisation eingestuft und wegen ihrer Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida auf die Sanktionsliste gesetzt hatte. Die Schweiz tat es dem UNO-Gremium nun gleich.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat die entsprechende Verordnung auf seiner Website veröffentlicht. Die Sanktionen beinhalten Kontensperrungen sowie Einreise- und Durchreiseverbote für mehrere mit der Organisation verbundene Personen. Ob und in welchem Umfang die Organisation überhaupt Verbindungen in die Schweiz unterhält, ist nicht bekannt.

USA setzen Kopfgeld aus

Die vor zehn Jahren gegründete Boko Haram kämpft im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias für einen islamischen Gottesstaat. Seit 2009 verüben die Extremisten immer wieder Anschläge, bei denen tausende Menschen ums Leben kamen. Mitte Mai sorgte die Organisation, die übersetzt «Westliche Bildung ist Sünde» heisst, mit der Entführung von fast 300 Schülerinnen für Empörung.

Für die USA gilt der Boko-Haram-Anführer Abubakar Shekau als Staatsfeind Nummer Eins in der Region. Im Juli hatte Washington ein Kopfgeld von sieben Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt.

Zudem finanzieren die USA während zwei Jahren einen 24-Stunden-Fernsehkanal in Nigeria. Der Kanal mit dem Namen «Arewa24» kostet sechs Millionen Dollar.