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Schweiz Schweizer Spitäler: Wer nicht ausbildet, muss zahlen

Selber ausbilden statt jammern – das verlangen die Kantone von ihren Spitälern, wenn es um fehlende Gesundheitsfachleute geht. Beim Motto alleine bleibt es nicht. Wer zu wenig Nachwuchs ausbildet, zahlt

Hände desinfizeren im Spital
Legende: Eine positive Bilanz zur Ausbildungsverpflichtung können Spitäler in den Kantonen Bern und Basel-Stadt ziehen. Keystone

Bern gilt dabei als Pionier-Kanton: Hier müssen Spitäler, Pflegeheime, aber auch die Spitex genügend Nachwuchs selbst ausbilden. Pflegefachleute, Physiotherapeuten, Hebammen, Fachleute ohne Uniabschluss.

Seit drei Jahren ist das so und Danny Heilbronn von der kantonalen Gesundheitsdirektion ist hochzufrieden: «2013 wurde die Ausbildungsverpflichtung zu 98,6 Prozent erfüllt. Das heisst, von der verfügten Ausbildungsleistung wurde eben praktisch alles ausgebildet. Und das erachten wir als grossen Erfolg im Kanton Bern.» Nur drei Institutionen hätten zahlen müssen.

Basel-Stadt mit positiver Bilanz

Nachdem die Konferenz der kantonalen Gesundheits-Direktoren dieses «Berner Modell» den Kantonen empfohlen hat, sind verschiedene Kantone darauf eingestiegen: «Der Kanton Basel-Stadt wendet das Verpflichtungsmodell für die Ausbildung in den Spitälern seit 2012 an. Der Kanton Basel-Stadt zieht eine positive Bilanz mit seinen Spitälern. Es gab einzig einen Fall in dem eine Strafzahlung erfolgen musste», fasst Peter Indra vom Basler Gesundheitsdepartement zusammen.

In Luzern übertreffen zahlreiche Kliniken die Vorgaben, heisst es auf Anfrage. Diese Spitäler erhielten denn auch die «Bussen-Gelder» jener Spitäler, die im letzten Jahr zu wenig Gesundheitsfachleute ausgebildet haben, rund 230'000 Franken.

Härteres Vorgehen in Zürich

Härter musste der Kanton Zürich seinen Spitälern auf die Finger klopfen. Wie Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger diese Woche sagte, seien säumige Spitäler im laufenden Jahr bereits in der Höhe von einer halben Million Franken gebüsst worden.

Weitere Kantone sind noch in der Übergangsphase. Doch dürfte sich auch dort zeigen: Den eigenen Nachwuchs auszubilden, ist wohl lukrativer als Bussen-Geld abzuliefern.

20 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Eine gute Idee. Nur besteht dabei das Risiko wie es bereits mancher Orts in der Wirtschaft gespielt wird; die Kosten werden auf den Kunden abgewälzt um die Gewinne(!) nicht zu gefährden und die Krankenkassenprämien werden nochmals steigen. Dadurch müssen die Sozialdepartemente für die Sozialhilfeempfänger noch mehr zahlen und manche mit niedrigem Einkommen rutschen ab in die Sozialhilfe. Und woher soll der Staat das Geld nehmen wenn er die Einkommenssteuer nicht ehöhen darf?
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  • Kommentar von L.Leuenberger, Zürich
    Seit der PFZ läuft vieles falsch, auch im Gesundheitswesen. Fast kein rekrutierter Arzt hat Matura A, die von den Schweizer Studenten verlangt wird. Auch die Ausbildung der rekrutierten Krankenschwestern ist keinesfalls besser als die der Schweizerinnen. Sie sind einfach billiger. Es ist kein Geheimnis, dass die Qualität in den Spitäler deutlich gesunken ist, über die Pflege hört man viel bedenkliches. Die Kantonalen Gesundheitsdirektoren wie die Spitäler sollten die volle Verantwortung tragen
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  • Kommentar von Werner Christmann, Stein am Rhein
    Wieso eigentlich nur die Spitäler? Das müsste zwingend für die ganze Wirtschaft und Verwaltung gelten.
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