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Schweiz Schweizer Staudämme bergen Risiken bei Erdbeben

Nicht erst seit der Katastrophe von Fukushima weiss man auch hierzulande um die Gefahr von Naturkatastrophen. Deshalb sollten die Betreiber von Staudämmen mit Frist von zehn Jahren die Erdbebensicherheit ihrer Bauwerke nachweisen. Doch nicht alle kamen dem nach.

Legende: Video Nicht alle Schweizer Staudämme sind sicher abspielen. Laufzeit 1:51 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.04.2013.

Die Betreiber von Staudämmen müssen nachweisen, dass ihre Anlagen erdbebensicher sind. Dafür hatten sie bis Ende März Zeit. Allerdings sind beim Bund erst 142 von 206 Dossiers eingegangen – obwohl die Betreiber zehn Jahre Zeit hatten.

Auch wenn das Bundesamt erst 58 der eingereichten Dossiers überprüft hat, zieht es dennoch eine positive Bilanz. Generell zeige die Praxis, dass Talsperren Erdbeben gut widerstehen, sagte Georges Darbre vom BFE. Darbre ist Leiter Sektion Talsperren und Beauftragter für die Sicherheit der Talsperren.

Trotzdem müssen an sechs Anlagen Nachbesserungen gemacht werden. Bei den umfassendsten Massnahmen beim Staudamm Les Toules (VS) ging es laut Darbre um Investitionen von rund 40 Millionen Franken. Dass auffallend häufig Staudämme im Wallis betroffen sind, führt er auf die Zahl der Anlagen kombiniert mit der erhöhten Seismizität zurück.

Nachweis zu erbringen ist aufwendig

Bei den Anlagen, für welche die Unterlagen fristgerecht eingereicht wurden, handelt es sich laut BFE um 80 Prozent der grössten 77 Staudämme in der Schweiz. Allerdings verhehlt Darbre keineswegs, dass manche Betreiber zu lange abgewartet hätten, bevor sie aktiv geworden sind.

Legende: Video Bundesamt zieht Fazit zur Sicherheit der Staudämme abspielen. Laufzeit 2:19 Minuten.
Vom 08.04.2013.

Das Bundesamt hat deshalb 45 Anlagen eine Fristverlängerung gewährt, obwohl den Betreibern zehn Jahre Zeit eingeräumt wurde. 2003 hatte das BFE eine Kampagne begonnen, um die Erdbebensicherheit von Stauanlagen zu überprüfen.

Aus diesem Grund verneint Darbre auch einen direkten Zusammenhang mit der Atomkatastrophe in Fukushima vor zwei Jahren. Manche Betreiber hätten aber erkannt, dass der Nachweis einer erdbebensicheren Anlage vorteilhaft sein könne.

Schwere Vorwürfe von Greenpeace

Im März hatte die Umweltorganisation Greenpeace schwere Vorwürfe gegen das BFE erhoben. Dieses habe bei der Prüfung der Erdbebensicherheit des Staudamms von Mühleberg (BE) oberhalb des dortigen Kernkraftwerks eine Expertenfirma dazu angewiesen, Sicherheitsfaktoren zu ignorieren und den Sicherheitsnachweis für die Staumauer durchzuwinken.

Das BFE bekräftigte daraufhin, dass die Stauanlage Wohlensee die aktuellen Sicherheitsanforderungen erfülle. Gemäss Darbre sind keine weiteren Beschwerden hängig.

5 Kommentare

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  • Kommentar von H. Wach, Luzern
    Jedes Unglück findet seit jeher „HIER UND JETZT“ statt & wird nur von Menschen als Katastrophe empfunden. Dennoch: Es muss alles Erdenkliche zur Verhinderung unternommen werden. Ganz anders bei Atomanlagen: Ob Uranminen, Produktion von Brennstäben, Zerstörung eines Reaktors, Rohrbruch & Ausfall der Pumpen in Abklingbecken (Fukushima!!!), Wassereinbruch in Endlagern (Asse II in D!) oder A-Bomben. Solche Unglücke sind in “RAUM UND ZEIT“ grenzenlos! Darum: Alle AKW in CH abschalten!!!
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  • Kommentar von Hans König, Häusernmoos
    Alle unsere Tätigkeiten (Wandern, Sport, Autofahren, Fliegen, Schlafen, usw.) bergen Risiken. Bei einem grösseren Erdbeben könnten die Hochhäuser, die Spitäler, Einkaufzentren, usw. einstürzen. Leider gibt es heute immer mehr Leute, welche vor den Risiken Angst haben und mit schweren Ereignissen nicht fertig werden, da sie nicht mit dem Leben umgehen können. Früher gab es keine Care Team und trotzdem mussten die betroffenen Personen standhaft bleiben.
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  • Kommentar von Kurt E. Müller, Zürich
    Todsicher ist ja auch sicher. AKW Mühleberg sofort abschalten. Teuer, unnötig, gefährlich.
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    1. Antwort von Jürg Isenschmid, Luzern
      Hallo Herr Müller; Ihren Einwand in Ehren, teuer und relativ gefährlich, sicher ja. Über das 'unnötig' lässt sich diskutieren. Beginnen Sie also als Erster echt und wirklich zu sparen, aber bitte effektiv ! Zimmertemperatur im Winter 18°C; PC, TV, Radio und alles elektronische "Zeugs" weg; Licht ja immer löschen etc., etc.
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    2. Antwort von Elias Vontobel, Meilen
      Wir brauchen gutgeheizte Zimmer (23C) viel Licht und Unterhaltungselektronik um Herbst-Winter-Frühling in der Schweiz unbeschadet und ohne Depressionen zu überstehen. Also lasst um Himmelswillen die KKW's weiter laufen!
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