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Schweiz Schweizer trinken so wenig wie in den 50er-Jahren

«Wein auf Bier – das rate ich dir...» Diese Redewendung wird in der Schweiz offenbar nicht mehr konsequent beherzigt. Der Konsum gerade von Wein hat deutlich abgenommen. So sehr, dass der Durchschnittsverbrauch historisch tief liegt. Dies heisst aber nicht, dass Alkoholprobleme aus der Welt sind.

Legende:
Alkoholkonsum in der Schweiz Entwicklung des Pro-Kopf-Konsums seit 1984 (in Liter reiner Alkohol) Eidgenössische Alkoholverwaltung

Der Alkoholkonsum liegt heute so tief wie zuletzt Anfang der 50er-Jahre. Jede Bewohnerin und jeder Bewohner trank 2012 im Schnitt umgerechnet 8,4 Liter reinen Alkohol. 2011 waren es 8,5 Liter gewesen. Dies teilte die Eidgenössische Alkoholverwaltung mit.

Zum Vergleich: In den Achtzigerjahren trank die Bevölkerung pro Kopf jährlich umgerechnet rund 11 Liter reinen Alkohol. Das ist rund ein Drittel mehr als heute.

Schnaps-Konsum blieb stabil

In Wein- und Biermengen ausgedrückt bedeutet der Rückgang: Pro Kopf wird ein Liter weniger Wein und ein halber Liter weniger Bier jährlich getrunken. Durch die durchschnittliche Kehle flossen somit 36 Liter Wein und 56,5 Liter Bier. Wegen des höheren Alkoholgehalts ist die Abnahme fast ausschliesslich auf den geringeren Weinkonsum zurückzuführen.

Legende: Video Der Alkoholkonsum geht weiter zurück. abspielen. Laufzeit 1:29 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.07.2013.

Bei den Spirituosen gab es dagegen praktisch keine Veränderung: Der Durchschnittskonsum beläuft sich auf 3,9 Liter, was 1,6 Liter reinen Alkohols entspricht. In den vergangenen zehn Jahren blieb die Entwicklung bei den Schnäpsen konstant.

250'000 Personen alkoholsüchtig

Auch wenn der Alkoholkonsum insgesamt abnimmt, gilt dies nicht für alle Teile der Bevölkerung, wie die Alkoholverwaltung zu bedenken gibt. Der Alkoholkonsum einzelner Bevölkerungsgruppen sei nach wie vor problematisch. Rund 250'000 Personen gelten nach groben Schätzungen des Bundes aus dem Jahr 2010 als alkoholabhängig – das sind ungefähr 3 Prozent der Bevölkerung.

Allerdings zeigen laut dem Suchtmonitoring des Bundesamtes für Gesundheit fast 20 Prozent der Bevölkerung «episodisch risikoreichen Konsum». Das heisst, sie trinken mindestens einmal monatlich vier bis fünf alkoholische Getränke an einem Abend.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Na wenn das mal zutrifft. Hat man bei dieser Studie auch beachtet, dass in unserem Land immer mehr Leute wohnen, die aus religiösen Gründen keinen Alkohol trinken, aber in der Bevölkerungszahl auftauchen? Ich würde mal lapidar behaupten, die (ur) Schweizer saufen nicht viel weniger als eh und je. Dazu haben die Jungen und Jüngsten den Weg zum Alkohol gefunden und saufen sich, ganz nach den grossen Vorbildern, einen ab. Alkohol ist nach wie vor die schlimmste und meist verbreitetste Droge!
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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Das Problem ist nicht der Genuss des Alkohols, sonder die Unverantwortlichkeit deren, die unter Einfluss von Aklohol Auto- Lastwagen und Bus fahren, und so andere im Strassenverkehr gefährten. Es gibt auch die, wleche dann Pfleger verprüglen unter Alkohol Einfluss, wie SRF bereits berichtete vor ein paar Tagen. Fazit: Alkohol ist und bleibt sehr Gefährlich... Der Bund sollte bessere und Wirksamere Aufklärung und Bussen bei Missbrauch einführen.
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  • Kommentar von Fadri Pitsch, 8004 Zürich
    Als Sommelier, finde ich den rückläufigen Genuss eines der ältesten Kulturgüter, sehr schade. Zudem ist erwiesen, dass Rotwein die Blutgefässe reinigt, und wie statistisch nachweisbar, gibt es in den Mittelmeer Länder weniger Herzinfarkte. Dass Spirituosen nicht weniger konsumiert werden ist allerdings kritisch zu beobachten. Erlebe im Verkauf oft, dass vor allem hochprozentiges von sehr jungen Menschen in ungesundem Mass konsumiert wird. VIVA auf CH Weine und Biere.
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    1. Antwort von Sta Tistika, Wohlen
      Mit der Statistik ist das so eine Sache. Wenn bei Studien unter "nicht-Alkohol-Konsumenten" auch die gezählt werden, deren Leber kaputt ging durch den Konsum, und die gar nicht mehr trinken können, und deren Gesundheitszustand dann eingerechnet wird, dann ist schon klar, wieso die Trinket nicht so schlecht wegkommen. Es gibt bestimmt schlimmeres als Rotwein, aber von "nicht so schlimm" bis zu "es ist gesund" ist es ein weiter Weg.
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