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Schweiz Schweizer Väter sollen mehr Vaterschafts-Urlaub erhalten

Väter sollen nach der Geburt eines Kindes zwei Wochen bezahlten Urlaub erhalten. Dies will die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates. Sie hat sich mit 13 zu 10 Stimmen bei 1 Enthaltung für eine parlamentarische Initiative ausgesprochen.

Legende: Video Bald auch Urlaub für Väter? abspielen. Laufzeit 03:36 Minuten.
Aus 10vor10 vom 15.04.2015.

Gesetzlich verankerte zwei Wochen Ferien für den Vater nach Geburt eines Kindes: Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) findet, der Vaterschaftsurlaub sei aus familienpolitischen Gründen angezeigt, wie die Parlamentsdienste mitteilten. Die Mehrheit der SGK hält den Vorschlag für sozialpolitisch verträglich.

Stimmt die Schwesterkommission des Ständerates ebenfalls zu, kann die Nationalratskommission einen Gesetzesentwurf erarbeiten, über den dann National- und Ständerat befinden.

Die parlamentarische Initiative eingebracht hatte der Bündner CVP-Nationalrat Martin Candinas. Die Präsenz der Väter nach der Geburt sei unerlässlich für einen guten Start ins Familienleben, argumentiert er. Beim ersten Kind müssten sich die Eltern in der neuen Situation einleben und eine Beziehung zum Neugeborenen aufbauen.

«Väter wollen Verantwortung wahrnehmen»

Seien Geschwister vorhanden, komme die Betreuung dieser Kinder hinzu. Dafür brauche es auch für die Väter eine Auszeit vom Erwerbsleben.

«Die jungen Väter wollen ihre Verantwortung wahrnehmen und müssen heute oft unbezahlten Urlaub nehmen», hält Candinas fest. Ein bezahlter Vaterschaftsurlaub sorge dafür, dass Väter sich ab der Geburt des Kindes an der Familienarbeit beteiligen könnten.

Finanzierung über Erwerbsersatzordnung

Wie der Mutterschaftsurlaub soll auch der Vaterschaftsurlaub über die Erwerbsersatzordnung (EO) finanziert werden. Väter sollen – wie Mütter – während des Urlaubs 80 Prozent des Erwerbseinkommens erhalten, maximal 196 Franken am Tag.

Nach dem Vorschlag von Candinas könnte der Urlaub auch innerhalb eines halben Jahres nach der Geburt in Einzeltagen bezogen werden. Mütter haben seit Juli 2005 Anspruch auf einen 14-wöchigen Mutterschaftsurlaub.

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23 Kommentare

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  • Kommentar von s. cekic, aargau
    spannend, wertevorstellungen aufeinanderprallen. wieso wird fürsorge zum kind und der anspruch auf beteiligung an der elternzeit dermassen verkannt? mir ist mein kind wichtiger als die karriere, was soll daran falsch sein, das eigene kind und vor allem die eigene ehefrau zu unterstützen? ist ein mann nur ein mann, wenn er svp-ler ist und geld vor vernunft stellt, wenn die ehefrau nur ein anhang ist? ich bitte die gegner sich im klaren zu sein, dass mutter/vater sein kein urlaub ist.
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  • Kommentar von Andrea Müller, Zürich
    Vaterschaftsurlaub statt WKs, da würde die Wirtschaft sogar noch vorwärts machen.
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    1. Antwort von Hans Knecht, Torny
      Dumm nur, dass Mann WK's von 20 - 30 macht und Vater mit 30 - 40 wird. Wäre das Alter der Eltern bei der Geburt 22, dann wäre es eine Idee: Jede Mutter und Vater wäre für den Rest der Tage vom Militärdienst befreit zwecks Elternschaft.
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  • Kommentar von Nicolas Ganz, Ostschweiz
    Willkommen im 21. Jahrhundert Kinder- und familiengerecht wäre ein Elternurlaub wie in Schweden oder Deutschland, bei dem sich die Familie individuell organisieren kann. Es wird Zeit, dass auch die Schweiz familienpolitisch im 21. Jahrhundert ankommt und die Väter die Chance kriegen, sich natürlich und gleichberechtigt in die Familie einbringen zu können. Wir Jungen wollen das! Ich sehe in meinem Beruf mit Kindern täglich, wie präsent die Abwesenheit des Vaters für viele Kinder immernoch ist.
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    1. Antwort von W. Pip, Züri
      Sagenhaft, wie die Menschheit hunderttausende von Jahren überleben konnte, ohne dass Väter ihrem Nachwuchs 2 Wochen am Stück das Bäuchlein streicheln konnten. Aber es ist schon praktisch, im Europäischen sozialen Selbstbedienungsladen des 21. Jh. für alles und jeden noch etwas schönes zu finden. Über Finanzierung und das, was jedem auf der Lohnabrechnung bleibt, braucht man sich im Zeitalter des Pumps ja keine Gedanken mehr machen... ICH bin dagegen, weil ich mir den Luxus des Denkens leiste...
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