Schweizer Vergewaltigungsopfer ist gegen Todesstrafe

Die in Indien vergewaltigte Schweizerin will nicht, dass ihre Peiniger mit dem Tod bestraft werden. Das hat sie laut dem Schweizer Botschafter in einem Brief an indische Behörden geschrieben. Die Frau hat Indien inzwischen verlassen.

Die mutmasslichen Täter nach ihrer Festnahme durch die Polizei.

Bildlegende: Die Schweizerin will nicht, dass ihre Vergewaltiger mit dem Tod bestraft werden. Reuters

Die während ihres Indien-Urlaubs von mehreren Männern vergewaltigte Frau hat dem Gouverneur des Bundesstaates Madhya Pradesh einen Brief geschrieben. Darin habe sie «den Wunsch geäussert, dass der Prozess möglichst schnell stattfindet und damit Gerechtigkeit gesprochen wird», schrieb der Schweizer Botschafter in Indien in einem Communiqué.

Das Paar betonte im Brief, dass «die Angeklagten eine angemessene Strafe erhalten, aber nicht zum Tode verurteilt werden sollen». Es versprach zudem, weiterhin mit der indischen Justiz zusammenarbeiten zu wollen. Die Frau und ihr Partner haben Indien bereits am Mittwoch verlassen.


Strengere Strafen für Vergewaltiger in Indien

4:13 min, aus SRF 4 News aktuell vom 20.03.2013

Ausserdem sind die beiden bereit, wenn nötig per Videokonferenz am Gerichtsprozess teilzunehmen. Gemäss Informationen indischer Medien soll der Prozess am Samstag beginnen.

Die Tat ereignete sich in der Nacht des 15. März. Der Mann und die Frau, die mit dem Fahrrad unterwegs waren, wollten gerade ihr Zelt aufstellen, als sie von mehreren Männern überfallen wurden. Diese fesselten den Mann und vergewaltigten die Frau vor dessen Augen. Ausserdem wurden die beiden Schweizer beraubt.