Schweizer Waffen – einstige Renner in der Krise

Zurzeit wird im Wallis scharf geschossen: Am Eidgenössischen Schützenfest in Raron und Visp messen sich die besten Schützen des Landes. Schiessen ist beliebt. Trotzdem stockt die Produktion von heimischen Waffen seit längerer Zeit.

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Einblick in die Munitionsindustrie

4:25 min, aus 10vor10 vom 24.6.2015

Am Eidgenössischen Schützenfest im Wallis wird wie eh und je mit Schweizer Präzisionswaffen geschossen: Sturmgewehr 90, Sturmgewehr 57, Karabiner 31 – Schweizer Ordonnanzwaffen, wohin das Auge reicht. Die allermeisten Waffen haben ein fortgeschrittenes Alter.

Waffen stehen in einem Holzregal (Gewehrrechen).

Bildlegende: Während das Geschäft mit Schweizer Munition boomt, stockt die Produktion von einheimischen Waffen. Eidgenössisches Schützenfest

Neue Sturmgewehre werden nur noch in kleinen Auflagen produziert. Laut Experten rund 200 Stück pro Jahr. Offizielle Zahlen gibt es nicht. Übrig geblieben sind einige kleine Spezialhersteller. Dies beobachtet Daniel Wyss, Präsident des Schweizerischen Büchsenmacherverbands.

Vorbei sind die Zeiten, als Schweizer Waffen boomten. Im letzten Jahrhundert produzierte alleine die SIG Neuhausen über eine Million Sturmgewehre. Der letzte grosse Auftrag für 450'000 Sturmgewehre 90 ist schon über zehn Jahr abgeschlossen. Im Jahr 2000 übernahm die Vorgängerfirma von SAN Swiss Arms die Waffensparte der SIG Neuhausen. Letztes Jahr erhielt jeder Zweite der verbliebenen 34 Mitarbeiter die Kündigung.

Während die Produktion von Waffen in der Schweiz ins Stocken geriet, läuft es im Munitions-Geschäft rund. Ruag Ammotec – wie die Munitions-Abteilung der Rüstungsfirma heisst – erwirtschaftete letztes Jahr einen Umsatz von über 334 Millionen Franken. Damit ist die Firma europäische Marktführerin für kleinkalibrige Munition. Alleine in Thun produziert die Ruag im Schnitt 700'000 Patronen pro Tag. Ein Grossteil der Munition ist fürs Ausland bestimmt.