Schweizer Wintersportorte jubeln über den Schnee

Die Sportferien haben noch nicht überall begonnen, doch bereits jetzt zeigt sich: Der frühe Schneesegen und gute Pistenverhältnisse machen den starken Franken in dieser Saison wett. Auch tiefgelegene Gebiete können profitieren: So auch der Skilift Dietikon (ZH) auf 440 Metern.

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Positive Zwischenbilanz der Skigebiete

2:33 min, aus Tagesschau vom 9.2.2013

«Pulver/gut» – praktisch in allen Wintersportgebieten der Schweiz zeigt sich derzeit dasselbe Bild. Der Schnee auf den Pisten ist hervorragend, und ab und zu zeigt sich auch die Sonne. Dies nutzen auch die Betreiber des Skilifts in Dietikon (ZH). Gerade mal 440 Meter über dem Meer liegt er – dieses Wochenende befördert er schon zum dritten Mal in dieser Saison grosse und kleine Skifans auf den Hügel.

Berner Oberland profitiert am meisten

Die guten Verhältnisse widerspiegeln sich in der vorläufigen Bilanz der Skigebiete. Zahlen und Fakten dazu liefert der Verband Seilbahnen Schweiz (SBS): Von Saisonbeginn bis Ende Januar 2013 verzeichneten die Bahnen 15,6 Prozent mehr Gäste als im Vorjahr. Der SBS bezeichnet die laufende Saison als «ansprechend».

Sämtliche Regionen konnten bei den Gästen deutlich zulegen: um 4,3 bis fast 20 Prozent. Am grössten ist der Zuwachs im Berner Oberland mit 19,2 Prozent mehr Gästen.

Die Wintersaison habe dank der Schneefälle früher begonnen, sagte Armon Cantieni, Direktor der Bergbahnen Destinationen Gstaad AG. Der Dezember sei deshalb besser gewesen als im Vorjahr.

Euphorie in der Innerschweiz

Erfreulich verlief die Saison bisher auch in Adelboden (BE) und in der Jungfrauregion, wo die ersten Anlagen am 1. Dezember und damit drei Wochen früher als im Jahr zuvor geöffnet wurden. Bis zum 2. Januar 2013 verzeichnete die Jungfrau Ski Region über 40 Prozent mehr Skigäste.

Auch das Bündnerland kann sich nicht über die bisherige Saison beklagen. «Auslastungen und Buchungen in den Hotels sind deutlich besser als im letzten Winter», sagte Gieri Spescha von der kantonalen Marketingorganisation Graubünden Ferien. Laut Seilbahnen Schweiz verzeichnete Graubünden von Saisonstart bis Ende Januar 15,9 Prozent mehr Gäste als im Vorjahr.

Aus der Zentralschweiz sind teilweise gar euphorische Töne zu hören. «Es könnte nicht besser sein», sagte der Direktor von Engelberg-Titlis Tourismus, Frédéric Füssenich. Die Schneeverhältnisse in Engelberg (OW) seien derzeit «top», die Buchungen gut.

Sawiris sorgt für Neugierde

In Sörenberg (LU) sind die Ferienwohnungen zurzeit gar ausgebucht – es gibt eine Warteliste. Sörenberg sei vor allem auf Schweizer Gäste ausgerichtet und spüre deshalb den Euro-Franken-Kurs weniger, sagte Tourismusdirektorin Caroline Rüegg.

Ebenfalls gut lief das Geschäft bisher in Andermatt (UR) – nicht zuletzt wegen des Grossprojekts von Samih Sawiris. Die Baustelle ziehe Scharen von Interessierten an, sagte Tourismusdirektorin Bernadette Christen.

Eine Gruppe Skifahrer macht sich auf dem Gipfel bereit.

Bildlegende: Ab auf die Piste heisst es jetzt in allen Schweizer Wintersportorten – auch in den tiefer gelegenen. keystone/archivbild

Auch auf den Pisten im Wallis und im Waadtland sind mehr Wintersportler unterwegs als vor einem Jahr. Der Saisonstart sei viel besser, und auch der Februar scheine gut gebucht zu sein, hiess es bei der Walliser Standortvermarktung.

Für den Rest der Saison zeigen sich die Tourismusverantwortlichen vorsichtig optimistisch. Doch eine Prognose sei schwierig, sagte Armon Cantieni in Gstaad: «Der Schnee ist da. Jetzt braucht es schönes Wetter, vor allem an den Wochenenden für die Tagesgäste und im Februar und März während der Ferienzeit.»