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Schweiz Schwere Verbrechen rückfälliger Straftäter

Verbrechen von vormals verurteilten Delinquenten haben jüngst immer wieder die Öffentlichkeit erschüttert. Zuletzt beim «Fall Lucie». Ein Überblick über besonders aufsehenerregende Fälle.

1980-1989: Eine Serie von Kindermorden versetzt die Schweiz in Angst und Schrecken. Als Täter wird in fünf Fällen der 1989 verhaftete Werner Ferrari identifiziert. Ferrari hatte bereits 1971 in Reinach (BL) einen 10jährigen ermordet, war aber 1979 vorzeitig aus dem Strafvollzug in Regensdorf (ZH) entlassen worden.

1993: Der wegen elf Vergewaltigungen und zwei Sexualmorden verurteilte und in Regensdorf (ZH) inhaftierte Erich Hauert ermordet während eines Hafturlaubs die 20jährige Pfadiführerin Pasquale Brumann in Zollikerberg (ZH). Die Tat löst schweizweit Entsetzen und eine breite Diskussion über den Umgang mit notorischen Gewalt- und Sexualstraftätern aus.

1994: Ein wegen Raubes vorbestrafter, psychisch angeschlagener Häftling der Anstalt Pré-aux-Boeufs in Sonvilier (BE) erschiesst während eines Urlaubs vom fürsorgerischen Freiheitsentzug an einem Waldrand bei Bremgarten (BE) mit einem Karabiner eine 16jährige Spaziergängerin.

1994: Ein Insasse der Anstalt St. Johannsen (BE) fesselt und vergewaltigt auf Hafturlaub in einer öffentlichen Toilette in Bern eine 22jährige, nachdem er sich bereits 1991 während eines Ausgangs aus der Strafanstalt Witzwil (BE) an einer Frau vergangen hatte.

1996: Die 13jährige Katja Vetsch wird in Lienz (SG) von einem Wiederholungstäter aus Vorarlberg überfallen, misshandelt, vergewaltigt und in einen Kanal geworfen. Sie überlebte nur mit Glück. Ihre Patin Anita Chaaban lanciert in der Folge die Verwahrungsinitiative, die 2004 von Volk und Ständen angenommen wird.

1998: Ein wegen Brandstiftung und Sexualdelikten in der Strafanstalt St. Johannsen (BE) einsitzender Mann schändet und tötet während eines Hafturlaubs am Winzerfest in Erlach (BE) die 10jährige Doris Walker.

2006: Ein wegen Vergewaltigungen in der Strafanstalt Pöschwies in Regensdorf (ZH) verwahrter Straftäter versucht während eines Hafturlaubs im Kanton St. Gallen mehrfach, Callgirls zu nötigen.

2008: Ein wegen mehrerer brutaler Sexualdelikte Vorbestrafter ersticht in seiner Wohnung in Märstetten (TG) ein 30jähriges thailändisches Callgirl. Gegen ihn wird erstmals in der Schweiz die lebenslängliche Verwahrung ausgesprochen.

2009: Ein wegen versuchter Tötung verurteilter, unter Auflagen aus dem Massnahmenvollzug im Zentrum Arxhof (BL) entlassener Gewalttäter lockt das 16jährige Au-Pair-Mädchen Lucie in seine Wohnung in Rieden bei Baden (AG). Dort erschlägt er die junge Frau.

2009: Ein flüchtiger Insasse der Strafanstalt St. Johannsen (BE) vergeht sich in einem Strandbad bei La Neuveville an einem Mädchen und schleicht sich danach wieder unbemerkt in seine Zelle.

Mai 2013: Ein 2000 wegen Entführung, Vergewaltigung und Mordes an seiner ehemaligen Freundin verurteilter Straftäter im Hausarrest verschleppt in Payerne (VD) die 19jährige Marie. Das Mädchen wird tot in einem Waldstück bei Torny-le-Grand (FR) aufgefunden.

Legende: Video Strafrechtsexperte Daniel Jositsch über das Tötungsdelikt abspielen. Laufzeit 1:19 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 15.05.2013.

13 Kommentare

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  • Kommentar von roger morger, zürich
    Laut dem linken (politisch gemeint) Strafrechtsprofessor, trägt der Kanton die Verantwortung. Sicher kein Richter und sicher kein Jurist, das wären ja Personen die zur Rechenschaft gezogen werden könnten. Es fehlt nur noch, dass diese "Gutmenschen" staatliche Hilfe für die psychologische Betreuung der Richter fordern, am Besten vorzeitiger Ruhestand und eine gute Abgangsentschädigung, pardon Rente und Zuschuss heisst das ja im SP-Slang. Meine Gedanken sind bei den betroffenen Eltern des Opfers.
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  • Kommentar von T. Bischofberger, Brugg
    Bei unserem Rechtssystem geht man immer glimpflich mit dem Täter um. Dem Opfer oder den Angehörigen wird nicht geholfen und wenn, dann nur minim...................
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  • Kommentar von Hans König, Häusernmoos
    Wir haben genug Gesetzte - man muss sie nur anwenden. Dieser Fall zeigt eindeutig, dass die verantwortlichen Personen keine Verantwortung mehr tragen (sie können nicht mehr hinstehen), weil unsere allzuvielen Juristen überall versuchen, diese Entscheidungsträger anzuklagen. In solchen Fällen sollten die verantwortlichen Personen (welche den Hausarrest verordneten, die wieder verfügte Haft verhinderten) disziplinarisch (Entlassung, Lohnkürzung - Rückversetzung) bestraft werden.
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    1. Antwort von Andreas Zahnd, 3186 Bösingen
      Herr König, bin ganz Ihrer Meinung. Ein altes Sprichwort heisst : Mitgegangen - Mitgehangen!!!! Jetzt müssen Namen bekannt werden die, die Freilassung möglich gemacht haben.
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