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Arm mit Schläuchen
Legende: Nicht überall dürfen Schwule Blut spenden. Dieses Verbot kann kann laut einem EU-Urteil rechtens sein. Keystone
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Schweiz Schwule dürfen nach wie vor kein Blut spenden

Männer, die sexuellen Kontakt mit Männern haben, sind in der Schweiz kategorisch von der Blutspende ausgeschlossen – wegen der erhöhten Gefahr einer HIV-Ansteckung. Homosexuelle empfinden diese Regelung als diskriminierend.

Homo- und bisexuelle Männer würden pauschal als Sicherheitsrisiko gesehen, kritisiert die Schwulenorganisation Pink Cross in einer Stellungnahme vom Mittwoch. «Eine derartig schematische und unflexible Vorgehensweise macht das Blut nicht sicherer.»

Pink Cross fordert die Schweizer Behörden und die Heilmittelbehörde Swissmedic deshalb auf, die aktuelle Praxis zu überprüfen und den diskriminierenden Ausschluss aufgrund der blossen sexuellen Orientierung aufzuheben.

Da Blut und Blutprodukte in der Schweiz als Heilmittel gelten, ist es an Swissmedic, Zulassungskriterien für das Blutspenden festzulegen. Diese werden dann von den Blutspendediensten des Schweizerischen Roten Kreuzes angewandt, die in der Schweiz für die Blutspende zuständig sind.

Swissmedic will Vorgaben beibehalten

Swissmedic halte vorläufig an den bestehenden Vorgaben fest, sagte ihr Sprecher Lukas Jaggi. Die Bestimmung richte sich nicht speziell gegen Homosexuelle, sondern gelte beispielsweise auch für andere Gruppen, deren Risikoverhalten zum Ausschluss vom Blutspenden führe. Die Kriterien würden anhand wissenschaftlicher Daten erstellt und auf internationaler Expertenebene regelmässig überprüft.

Beim Entscheid, ob jemand Blut spenden dürfe oder nicht, gehe es in erster Linie um den Schutz der Empfängerinnen und Empfänger vor der Übertragung von Infektionskrankheiten.

Neues Urteil des Europäischen Gerichtshofs

Laut einem neuen EU-Urteil kann der Ausschluss Schwuler von der Blutspende rechtens sein. Voraussetzung ist aber ein hohes Übertragungsrisiko für Infektionskrankheiten wie HIV, wie der Europäische Gerichtshof in Luxemburg urteilte. Zudem müsse klar sein, dass es keine echte Alternative zum Spendeverbot gebe. Dies könnten wirksame Testmethoden für Blutspenden oder eine genaue Befragung des Spenders zu riskantem Sexualverhalten sein.

Für die Schweiz sind die Entscheide des Europäischen Gerichtshofs in Luxemburg nicht verbindlich.

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24 Kommentare

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  • Kommentar von M. Steiner , Winterthur
    Bitte schaut Euch, wie weiter unten von jemandem erwähnt, den Fragenbogen des SRK zur Blutspende an. Allein ein Kreuz bei 16c (sexuelle Kontakte unter Männern) reicht aus, um nicht spenden zu dürfen. Das ist eigentlich ein Skandal. Zumal Schwule über solche Sachen -geschichtlich bedingt- viel besser Bescheid wissen als Heterosesuelle.
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  • Kommentar von Hanspeter Müller , Bern
    Es ist einfach so, auch Tests sind nicht 100% sicher. Deshalb versucht man mit anderen Massnahmen die Sicherheit zu erhöhen. Ich war im falschen Jahr 9 statt 6 Monate in England und darf deshalb auch nicht mehr spenden. Könnte ja sein, dass ich Rinderwahnsinn habe. Was solls. Wenn ich mal Blut brauchen würde bin ich auch froh, wenns möglichst risikoarm ist.
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    1. Antwort von M. Steiner , Winterthur
      Was degenerierte Prionen nach so vielen Jahren noch anrichten, weiss man halt noch nicht wirklich. Anders bei HIV oder anderen STDs. Die kann man einerseits zeitlich abschätzen (Einschränkungen beim Blutspenden sind hier angebracht), andrerseits kann man sie diagnostisch nachweisen. Das sind für mich 2 versch. Paar Schuhe.
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  • Kommentar von S. Wälchli , Aargau
    Auf blutspende.ch heisst es: "Bevor eine Blutspende einem Patienten zur Verfügung steht, wird sie umfassenden Tests unterzogen. Neben der Bestimmung der Blutgruppe und des Rhesusfaktors wird das Blut auf Infektionserreger oder Antikörper wie etwa Gelbsucht (Hepatitis B, Hepatitis C), Aids (HIV) und Syphilis (TPHA) getestet." Wenn sowieso getestet wird könnte man doch auch Schwule zulassen...
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    1. Antwort von m.mitulla , wil
      Die Tests sprechen erst ein paar Wochen nach der Ansteckung an. Deshalb ist eine der Fragen auf jedem Fragebogen: "Hatten Sie in den letzten 3 Monaten wechselnde sexuelle Kontakte?". Es geht nicht in erster Linie um schwul sein oder nicht, sondern um sexuelle Gepflogenheiten.
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    2. Antwort von S. Wälchli , Aargau
      Ja es ghet um sexuelle Gepflogenheiten. Aber schwul sein ist per se ein Ausschlussgrund. Ich finde es irritierend, dass obwohl immer wieder über Spenderknappheit geklagt wird, ein schwuler Mann, der monogam lebt und getestet ist, nicht spenden darf.
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