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Eingetragene Partnerschaften Schwule nutzen Möglichkeit häufiger

Legende: Audio Zahl der eingetragenen Männerpartnerschaften höher abspielen.
1:57 min, aus HeuteMorgen vom 08.07.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Schwule lassen ihre Partnerschaft öfter eintragen als lesbische Paare.
  • Im letzten Jahr waren es 14 Prozent mehr registrierte Partnerschaften bei Schwulen.
  • Bei den Lesben nahm die Zahl um 13 Prozent ab. Das zeigen die Zahlen des Bundesamts für Statistik.
  • Das, obwohl es in der Schweiz etwa gleich viele schwule wie lesbische Paare gibt.

Dass sich schwule Paare viel mehr für eine eingetragene Partnerschaft interessieren, zeigte sich auch schon in den Jahren davor. Hannes Rudolph von der Homosexuellen Arbeitsgruppe Zürich nennt einen möglichen Grund: «Eine Theorie ist vielleicht, dass Männerpaare, um dem Klischee, was über schwule Paare existiert – dass diese Verbindungen eher unverbindlich sind, dass es häufig wechselnde Partnerschaften gibt – dass daraus vielleicht das Bedürfnis entsteht, die registrierte Partnerschaft als Signal für eine Verbindlichkeit einzugehen.»

Dass sich dieser Unterschied zwischen Schwulen und Lesben ausgerechnet im letzten Jahr noch verschärft hat, habe wiederum einen politischen Grund, sagt Hannes Rudolph: «Es gibt viele lesbische Paare, die Kinder grossziehen, die eine der beiden Frauen geboren hat. Und die können ab dem nächsten Jahr per Stiefkind-Adoption ihre Kinder rechtlich anerkennen lassen. Das können schwule Paare auch, aber die sind selten in der Situation. Und möglicherweise ist das für lesbische Paare mit Kindern wichtiger oder relevanter als die registrierte Partnerschaft, weil das in der Tat eine grössere Absicherung bedeutet für eine Familie.»

Namensgebung der neu gegründeten Familie vereinfachen

Lesbische Paare würden momentan mit einer eingetragenen Partnerschaft zuwarten, um dann im nächsten Jahr auch gleich eine Stiefkind-Adoption zu machen. Das beobachtet auch Barbara Lanthemann von der Lesbenorganisation Schweiz. Denn: Beides gleichzeitig zu machen, vereinfache die Namensgebung der neu gegründeten Familie. «Vielleicht kommt das auch infrage, dass die Frauen den gleichen Namen haben möchten für das Kind und die zwei Mütter. Das könnte auch einen Einfluss haben.»

Die aktuellen Zahlen zu eingetragenen Partnerschaften geben einen Einblick in den Familienstand homosexueller Paare in der Schweiz. Ein Bereich, in dem vieles in Bewegung ist: Ob homosexuellen Paaren in der Schweiz dereinst auch die Ehe offensteht, wird momentan politisch diskutiert. Weil die gesetzlichen Anpassungen komplizierter wären als gedacht, dauert es bis zu einem Entscheid aber noch mindestens zwei Jahre.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Joel Busch (Joel)
    Mich würde interessieren wie grosse der Anteil der Partnerschaften ist die eingetragen werden, statt nur die Differenz zwischen Schwulen und Lesben. Ausserdem wüsste ich gern wieviele Heterosexuelle Paare inzwischen gemeinsame Kinder aufziehen ohne zu heiraten. Ich denke mir manchmal dass staatlich anerkannte Beziehungen gar nicht mehr so nötig sind und wäre interessiert wie verbreitet diese Ansicht gelebt wird. Ich kenne ein paar, aber persönliche Anekdoten sagen nicht viel aus.
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    1. Antwort von Carsten Ramsel (Carsten Ramsel)
      Herr Busch, auf den Seiten des Bundesamtes für Statistik finden Sie die gewünschten Informationen. 2016 gab es 41'646 Eheschliessungen und 17'028 Scheidungen. Insgesamt wurden 729 Partnerschaften eingetragen (502/227). Es gab 87'883 Lebendgeburten insgesamt und 66'598 eheliche Lebendgeburten. Das sind 3/4 der Lebendgeburten.
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  • Kommentar von Dölf Meier (Meier Dölf)
    Wie viele Schwule leben in der Schweiz?
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    1. Antwort von Esther Siefert (E.S. (parteilos))
      ...ist das wichtig... ?
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    2. Antwort von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
      Dölf Meier, um die 5% der Menschheit ist homosexuell, und dies hat nichts mit Nationalität zu tun, es ist einfach normal.
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    3. Antwort von Dölf Meier (Meier Dölf)
      Ester Siefert, in letzter Zeit wurden wir von den Medien fortlaufend mit dem Schwulen-Thema bombardiert. Nach meinem Ermessen sollen die Schwulen leben wie es ihnen beliebt. Da sie keinen Nachwuchs haben, können sie sich in Nizza und Hamburg vergnügen. Aber wenn um die fünf Prozent uns Gesetze aufzwingen wollen, die zum Schutz der Familien bestehen, dann werde ich sauer und denke an das alte Rom und seinen Untergang. Ehe gleich Mann und Frau. Partnerschaft für Gleichgeschlechtliche.
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    4. Antwort von Lukas Löffler (ll_basel)
      Also wenn wir über Burkas und Präimplantationsdiagonstik diskutieren sollen, dann bitte auch über die Rechte von Homosexuellen.
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    5. Antwort von Charles Morgenthaler (ChM)
      @D.Meier:Auch wenn das vielleicht nicht in ihr Weltbild passt können Sie davon ausgehen, dass in der Schweiz gut 10x mehr Homosrxuelle leben als Rätoromanen. Die schon genannten 5% werden von zahlreichen seriösen Umfragen und Forschungen bestätigt.
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    6. Antwort von Esther Siefert (E.S. (parteilos))
      @D.M. - ok - jetzt hab' ich Sie verstanden...
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    7. Antwort von Carsten Ramsel (Carsten Ramsel)
      Herr Meier, Ihre Aussagen deuten daraufhin, dass sie zu jenen 5% der Schweizer Bevölkerung gehören, die Ihre religiösen Überzeugungen ernst nehmen. Sie zeigten, dass Sie gegen die politische Mitbestimmung von Minderheiten sind. Nun zählen Sie selbst zu einer Minderheit. Deswegen möchte die Mehrheitsgesellschaft sich nicht von Ihnen Gesetze aufzwingen lassen, weil sie sich an das Mittelalter oder die Frühe Neuzeit erinnert fühlt. Das schreibe ich Ihnen mit dem Minderheiten gebührenden Respekt.
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