Arbeitslosenzahlen März Seco-Experte: «Wir befinden uns in einer Besserungsphase»

  • Die Arbeitslosenzahl in der Schweiz ist im März 2017 gegenüber dem Vormonat laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) leicht gesunken.
  • Die Jugendarbeitslosigkeit verringerte sich gleich um 8,1 Prozent auf 17'563 Menschen.
  • Im März wurden auch weniger Stellensuchende registriert. Dafür gab es mehr offene Stellen.

Ende März waren bei den regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) 152'280 Arbeitslose angemeldet – 7529 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozent auf 3,4 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 2 Prozent. Die vom Seco publizierten Zahlen sind keine Überraschung. Ökonomen hatten dieselben Werte prognostiziert.

Auch die Zahl der jungen Arbeitslosen zwischen 15 und 24 Jahren verringerte sich im Vergleich zum Vormonat um 8,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht dies einem Rückgang von 7,1 Prozent.

Im gleichen Monat wurden 217'248 Stellensuchende registriert. Über 6000 weniger als im Vormonat. Gleichzeitig stiegen die beim RAV gemeldeten offenen Stellen um 90 Stellen auf 12'131.

Seco rechnet mit Überschuss bei der Arbeitslosenversicherung

Die Lage der Arbeitslosenversicherung hat sich im vergangenen Jahr weiter verbessert. Sie schloss im 2016 mit einem Überschuss von 156 Mio. Franken ab. Dank dem Überschuss konnten Darlehen von 100 Mio. Franken an die Bundeskasse zurückbezahlt werden.

Für das laufende Jahr rechnet das Seco sogar mit einem ansteigenden Überschuss – bei durchschnittlich 144'600 Arbeitslosen. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent. Unter diesen Voraussetzungen würde ein Überschuss von gut 250 Mio. Fr. resultieren. Damit könnten 300 Mio. Fr. in die Bundeskasse zurückbezahlt werden.

Einschätzung von Boris Zürcher, Arbeitsmarktexperte vom Seco

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass der Höhepunkt der Arbeitslosigkeit überschritten worden ist. Wir befinden uns in einer Besserungsphase, zum einen aufgrund des saisonalen Effekts, zum anderen aufgrund einer Besserung am Arbeitsmarkt. Gut die Hälfte des gesamten Rückgangs entfällt auf das Baugewerbe. Das hat zunächst mit der Witterung zu tun. Wenn man genau hinschaut, betrifft das ein, zwei, Kantone, in denen der Saisoneffekt und die Bauwirtschaft stark sind: Insbesondere das Wallis, wo allein ein Rückgang um 1300 Arbeitslose zu verzeichnen ist.