Zum Inhalt springen

Header

Audio
Ein fragwürdiges Geschenk im Spendebrief.
Aus Espresso vom 08.11.2019.
abspielen. Laufzeit 03:58 Minuten.
Inhalt

Seltsame Swissaid-Kampagne Hilfswerk wirbt mit Give-away aus Palmöl

Swissaid sammelt für Frauen in Tschad. Beigelegt ist eine Sheabutter-Seife, hergestellt vor allem aus Palmöl.

Rund 200'000 Briefe hat das Schweizer Hilfswerk Swissaid kürzlich in die ganze Schweiz verschickt. Darin wirbt Swissaid für ein Hilfsprojekt für Frauen im afrikanischen Tschad. Für 70 Franken könne man mithelfen, eine Produktionsstätte für das Pflanzenfett Sheabutter weiter auszubauen. Damit ermögliche man den Bäuerinnen im Tschad ein selbständiges Einkommen, mit dem sie ihre Familie ernähren und ihre Kinder in die Schule schicken könnten.

«Das passt für mich nicht»

Beigelegt ist eine fünflibergrosse Sheabutter-Seife – hergestellt nicht im Tschad, sondern von einem Hotelzulieferer in der Türkei. Inhalt: Vor allem Palmöl. «Das passt für mich nicht», wundert sich ein SRF-Hörer. «Wenn man schon so ein Give-away beilegen will, sollte es doch etwas von diesen Menschen oder wenigstens aus diesem Land sein.»

Offenbar haben sich diese Frage auch andere Angeschriebene gestellt, bestätigt Wangpo Tethong, Sprecher von Swissaid. Man versuche natürlich, wenn möglich etwas aus dem entsprechenden Land beizulegen. Aber das gehe nicht immer. Bei 200'000 Stück sei das in diesem Fall nicht möglich gewesen.

Kommunikation war nicht ideal

Beim Palmöl in der Seife handle es sich gemäss Angaben des WWF um ein nachhaltig hergestelltes Produkt, sagt Swissaid. Das wolle man beim nächsten Mal aber besser kommunizieren.

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

16 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Sonja Estermann  (Saphira13)
    Nachhaltigs Palmöl. Ja klar. Es ist längst bekannt, dass es das nicht gibt. Greenpeace und Bruno-Manser-Fond haben dazu zu genüge berichtet. Palmöl ist nicht nachhaltig nur weil man das Anbauland erst kauft nach dem es brandgerodet wurde. Übrigens auch für viele Menschen eine soziale Katastrophe weil Einheimische Urvölker ihr Land verlieren. Da ist das Geld in einem Wiederaufforstungsprojekt wohl besser aufgehoben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Verena Schär  (Nachdenklich)
    Diese ungewollte Beilagen bei Sammelaktionen gehen mir auf den Geist. Ich habe mich entschlossen da nicht mehr zu spenden. Dieser Porto-, Papier-, Zeit und Ressourcen-verschleiss ist für mich nicht mehr haltbar.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Reto Derungs  (rede)
    Na ja, abgesehen davon, dass es ein Unsinn ist, ungefragt Geschenke zu verteilen, ist das Palmöl nicht so schlecht, wie es immer dargestellt wird. Der WWF Deutschland hat in einer Studie untersucht, was passieren würde, wenn Deutschland Palmöl durch alternative Öle ersetzen würde. Das Ergebnis: Der Ersatz durch Kokos-, Soja-, Sonnenblumen- und Rapsöl hätte einen massiv höheren Flächenbedarf zur Folge, die Treibhausgasemissionen stiegen an und die Gefährdung von Tier- und Pflanzenarten nähme zu.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Pascal Boss  (bossp)
      Da gibts nur eins: keine Produkte mit diesen Inhaltsstoffen mehr kaufen. Weniger Nachfrage - weniger Produktion
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von M. Gall  (Galli)
      @Pascal Boss

      Wenn Sie auf all die aufgeführte Öle verzichten wollen, können Sie sehr viele verarbeitete Produkte nicht mehr konsumieren.

      Die Idee tönt vermutlich für viele gut, bis sie mal auf das Etikett schauen und dann sehen, was sie alles nicht kaufen dürfen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen