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Session Bauern und Jäger wollen dem Wolf an die Gurgel

Trotz Wolfskonzept, trotz Revision der Jagdverordnung: Die Bergregionen sind unzufrieden. Sie wollen nicht, dass der Wolf weiterhin als geschützt gilt. Der Wolf soll das ganze Jahr über geschossen werden können.

Legende: Video Jagd auf den Wolf abspielen. Laufzeit 05:30 Minuten.
Aus 10vor10 vom 17.09.2014.

Eigentlich steht es schon, das «Konzept Wolf Schweiz», das der Bundesrat vor ein paar Jahren ausarbeiten liess. Man wollte damit die Berglandwirtschaft nicht unzumutbar einschränken und erlaubte darin auch den Abschuss von einzelnen Wölfen, die grossen Schaden stiften.

Tragende Säulen des Konzepts: Nutztierherden werden geschützt, und gerissene Tiere durch Steuergelder vergütet. Seit 2012 können Jäger auch sich etablierende Wolfsbestände durch Abschüsse regulieren. Dies, wenn die Wölfe trotz Herdenschutzmassnahmen grosse Schäden an den Nutztieren anrichten. Grundsätzlich greifen jedoch die Herdenschutzmassnahmen. Dies haben laut Bundesrat die Erfahrungen der letzten Jahre gezeigt.

Bergregionen unzufrieden

Trotzdem ist die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete (SAB) unzufrieden. Im Parlament wird sie vertreten durch René Imoberdorf (CVP/VS). Dieser will per Motion das Bundesgesetz ändern und ausserdem die Berner Konvention nachverhandeln: Der Wolf soll das ganze Jahr gejagt werden können.

Laut der SAB verursacht der Wolf in der Schweiz erhebliche Probleme. Leidtragende seien die Landwirte und immer mehr auch die Jäger. Schäden entstünden auch im Tourismus. Hier kommt es durch den Einsatz von Herdenschutzhunden immer wieder zu Konflikten. Das Fazit von Imoberdorf: Ein vollständiger Schutz vor Wolfsschäden sei in der Schweiz nicht möglich.

Bundesrat lehnt Motion ab

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion. Er argumentiert, dass die verschiedenen Parteien im «Konzept Wolf Schweiz» ausgeglichen berücksichtigt wurden. Obendrauf unterstützt der Bundesrat eine Motion von Ständerat Stefan Engler (SVP/GR), die verlangt, dass Abschüsse künftig nicht nur bei Schäden in der Landwirtschaft möglich sein sollen, sondern auch, wenn etwa die öffentliche Sicherheit gefährdet ist. Das genüge, schreibt der Bundesrat.

Nächste Woche wird die Motion im Ständerat behandelt. Wie immer, wenn es um den Wolf geht, dürfte die Debatte emotional werden.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von T. Leu, Adetswil
    Mein Gott, haben wir keine anderen Probleme? Sogar Rotkäppchen hätte weniger Angst vor dem Wolf. Wenn gewisse Kantone sich nicht an die Bundesgesetze halten wollen und den Wolf zum Abschuss freigeben, dann können wir denen auch guten Gewissens die Subventionen für die Schafe kürzen. Dann werden wir ja sehen, was wichtiger ist. Ich glaube es ist der Mensch, der in die letzten unberührten Landschaften vordringt und sich breitmacht und nicht die Tiere. Denen bleibt nicht mehr viel zum Überleben.
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  • Kommentar von W. Pip, Züri
    Manche werden mich dafür genauso erschiessen wollen wie den Wolf, aber ich tu’s trotzdem: den Zusammenhang zwischen längst überbesiedeltem, überbevölkertem Land und den verbleibenden Freiräumen herzustellen. Es knallt überall immer aus demselben Grund. Und die Wolfsdiskussion ist nicht die einzige rote Linie, die in dieser ursächlichen Frage überschritten wird. Hände weg von diesen Tieren! Wie viele der schreienden Bauern haben denn in den letzten 30 Jahren Bauland verkauft...?
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  • Kommentar von P.Bürger, Schaffhausen
    Wie degeneriert wir in der CH sind,zeigt die aktuelle Wolfsdiskussion.Dass in unserem Land ein Wildtier keinen Platz mehr haben soll ist schändlich & zeigt doch,wie hilflos wir im Umgang mit der Natur geworden sind.All jene,welch hier den Abschuss beklatschen gehen dann in den Zoo &«begaffen» dort die Tiere aus sicherer Distanz.Oder man gönnt sich eine tolle Safari in Afrika & prahlt dann in der Heimat,man hätte dem Löwen in die Augen geschaut.Der Wolf ist nicht wirklich das Problem,wir sind es!
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