Der Duro scheidet die Geister

Dreitausend geländegängige Duros hat die Armee im Einsatz. Nun aber sorgt das Transportfahrzeug für einen Streit. Die Generalüberholung, die der Bundesrat geplant hat, ist manchen zu teuer.

Duro (Armeefahrzeug)

Bildlegende: Der Duro: Muss das geländegängige Fahrzeug generalüberholt werden? Wie viel darf das kosten? Keystone


Widerstand gegen «Luxus-Lösung»

4:12 min, aus Rendez-vous vom 07.03.2016

SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner führt den Widerstand gegen die teure Duro-Verjüngungskur an. Im Dezember sagte er am Rednerpult im Parlament: «Dieses Geschäft stinkt zum Himmel».

SVP-Ständerat Alex Kuprecht hingegen steht auf der Gegenseite und ist für das Duro-Geschäft: «Ich bin überzeugt, dass dieses Geschäft sauber geprüft wurde.» Der Truppentransporter Duro spaltet also die bürgerlichen Reihen. Im 500-Millionen-Geschäft steht Aussage gegen Aussage.

Instandstellung teurer als Neukauf

Das Verteidigungsdepartement VBS hat den Duro-Auftrag freihändig vergeben, also ohne formelles Wettbewerbsverfahren. Die Herstellerin des Duros, die Mowag AG in Kreuzlingen, soll über 2000 der Fahrzeuge generalüberholen. Pro Stück kostet das rund eine Viertelmillion. Das ist mehr, als der Duro vor 20 Jahren neu gekostet hat. Das VBS habe Alternativen geprüft, argumentiert der Bundesrat. Sie alle seien in einer Gesamtrechnung aber teurer.

SVP-Nationalrat Giezendanner bestreitet das. Es ginge günstiger, sagt er. Eine andere Firma könne die Duros auffrischen. «Das stärkste Argument ist, dass von einem renommierten Schweizer Betrieb, der Firma Aebi, eine verbindliche Offerte vorliegt, dass man das Geschäft für 100 Millionen günstiger übernehmen würde.» Die Offerte sei firmenintern erstellt worden.

Der Chef der Firma Aebi bestätigt das auf Anfrage. Er komme aufgrund der öffentlich zugänglichen Informationen zum Schluss, dass es 100 Millionen Franken günstiger ginge. Kuprecht, der Verteidiger des Duro-Geschäfts, hält das hingegen für unseriös, denn Aebi habe keinen Einblick in die Details des Geschäfts. «Diese Zahlen sind völlig aus der Luft gegriffen, sie entsprechen nicht dem Anforderungsprofil und sie sind daher nicht entscheidungsrelevant», sagt er.

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen drei pensionierte FDP-Lokalpolitiker aus dem Aargau. Sie treten als Bürgerkomitee gegen das Duro-Geschäft an. Richard Fischer vom Bürgerkomitee hat Radio SRF ein Dokument gezeigt, das belegen soll, dass dem Bundesamt die Duro-Generalüberholung vor drei Jahren noch als zu teuer erschien. Ob das Dokument echt ist und vor allem, welchen Stellenwert die gezeigten paar Zeile haben, ist offen. Armasuisse äussert sich nicht dazu.

Serienfahrzeuge auch möglich?

Fischer vom Bürgerkomitee gegen den Duro sagt, die Armee könne für die Hälfte des Geldes gleichwertige Serienfahrzeuge von Mercedes oder VW kaufen. «Ausländische Armeen benutzen für ihre Mannschaftstransporte Serienfahrzeuge. Und die haben dieselben Rahmenbedingungen», so Fischer.

SVP-Ständerat Kuprecht widerspricht und hält fest, zivile Fahrzeuge seien keine Alternative. «Das sind Fahrzeuge für den normalen Strassenverkehr. Solche Fahrzeuge besitzt die Armee auch, allerdings sind sie nicht geländegängig und sie sind nicht robust gebaut.»

Er und seine Kollegen von der sicherheitspolitsichen Kommission würden im Ständerat neue Fakten auf den Tisch legen, sagt Kuprecht. Einen neuen Fakt gibt allerdings schon bekannt: das Duro-Geschäft etwas günstiger werde als geplant.

Im Dezember stellte sich der Nationalrat knapp hinter das Geschäft. Sagt auch der Ständerat ja, ist der Entscheid definitiv.