Zum Inhalt springen

Session Freisinnige Christa Markwalder ist Präsidentin des Nationalrats

Der Nationalrat hat die 40-jährige Christa Markwalder (FDP/BE) mit 159 von 183 gültigen Stimmen zu seiner Präsidentin gewählt. Zuvor wurden die Mitglieder der Volkskammer vereidigt. Wer nicht schwören wollte, konnte das Gelübde ablegen.

Christa Markwalder mit zwei Blumensträussen nach der Wahl.
Legende: Mit 159 von 183 gültigen Stimmen als neue Nationalratspräsidentin gewählt: Christa Markwalder (FDP/BE) SRF

Für die feierliche Umrahmung der Konstitution des Nationalrats und der Wahl des Ratspräsidiums war Markwalder gleich selber beteiligt: Vor der Wahl spielte sie gemeinsam mit Ratskolleginnen und –kollegen das Cello. Dem überparteilichen Streichquartett gehören auch Balthasar Glättli (Grüne/ZH) und Kathrin Bertschy (GLP/BE) mit der Geige sowie Maja Ingold (EVP/ZH) mit Bratsche) an. Das Quartett spielte Werke von Antonin Dvorák.

Legende: Video «Christa Markwalder: «C'est le ton qui fait la politique»» abspielen. Laufzeit 0:58 Minuten.
Vom 30.11.2015.

«Der Ton macht die Politik»

Christa Markwalder bedankt sich in allen vier Landessprachen «für das ausgesprochene Vertrauen». Sie freue sich auf eine konstruktive Zusammenarbeit und nimmt Bezug aufs Streichquartett, in dem Nationalräte aus vier verschiedenen Parteien musizieren. Wie in der Musik gelte es auch in der Politik «den richtigen Ton zu treffen».

Aussenpolitisch gelte es, wieder geregelte Beziehungen zur EU herzustellen und gemeinsam Antworten auf die Migrationsströme und die schrecklichen Terrorismusattacken zu finden, sagte die neue Ratspräsidentin.

Die Antwort auf die Terroranschläge könne nur die Verteidigung der schweizerischen und zugleich europäischen Werthaltungen sein – «selbst wenn sie en détail differieren, im Grundsatz können und müssen wir alle dafür einstehen». Ihr Präsidialjahr stellt sie unter das Motto «Respekt».

Das Ratspräsidium übernimmt sie zu Beginn ihrer vierten Legislatur. Sie war bereits 2003 in den Nationalrat gewählt worden, im Alter von 28 Jahren.

Die Freisinnige weicht immer mal wieder von der Parteilinie ab, etwa in der Energiepolitik. In gesellschaftspolitischen Fragen gehört sie dem linken Flügel ihrer Partei an. Beruflich ist die Juristin für die Zurich Versicherung tätig.

Eher schlechtes Resultat

Mit 159 Stimmen erreichte Christa Markwalder ein vergleichsweise schlechtes Resultat. Die sogenannte Kasachstan-Affäre, die im Sommer für Schlagzeilen gesorgt hatte, kostete Markwalder einige Stimmen. 14 Stimmzettel waren leer, 2 ungültig und 12 Stimmen gingen an FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen.

Für die Nachfolge bzw. Stellvertretung von Markwalder bestimmte der Rat auch die beiden Vizepräsidenten. Mit 163 von 181 gültigen Stimmen wurde Jürg Stahl (SVP/ZH) zum ersten Vizepräsidenten gewählt. Dominique de Buman (CVP/FR) erhielt 107 von 133 gültigen Stimmen als zweiter Vizepräsident des Nationalrats.

Liveticker

Den Verlauf der Sessionseröffnung im Nationalrat können Sie hier im Liveticker nachlesen.

6 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Peach Meier (Peach Meier)
    Kann nicht verstehen, wie man so jemanden wählen kann? EU Turbo. In der Sendung Arena und in der Sendung Schawinski, absolut schlecht abgeschnitten, hatte gar keine Argumente und die ganze Zeit nur blöd gelächelt oder die gut informierten Gegner schlecht geredet. Leider nicht viel hinter der netten Hülle.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Adrian Flükiger (Ädu)
      @Meier: das mit der EU würde ja noch gehen, aber die Frau hat Kommissionsinterna weitergegeben, dass ihr eine mittlerweile geschasste Lobbyistin hat abluchsen können. So jemanden an die Spitze des Staates zu wählen macht nur eins deutlich: den elenden Freisinnigen-Filz. Wird ein fast nicht zu ertragendes Jahr werden diese Präsidentschaft. Widerlich!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    Irgendwie wollte niemand die alten Geschichten aus dem Jahre 1848 von Luzid Stamm und die Zitate seiner Lieder hören! Wirr und irgendwie konfus agierte der Alterspräsident. So blieb seine Rede nicht mehr und nicht weniger ein weiterer Schatten seiner Person... offensichtlich will kein einziges Portal (auch nicht die SVP) seine Rede veröffentlichen... Selbstredend!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Auch wenn die EU-Turboin Christa Markwalder mit einem eher schlechten Resultat zur Ratspräsidentin gewählt wurde, bleibt sie hier im Eröffnungs-Protokoll der Star! Alles dieser feierlichen Sessions-Eröffnung dreht sich um die FDP-Frau Markwalder! Ich hatte Gelegenheit, die Rede des "Alterspräsidenten" mit anzuhören: Was Luzi Stamm in seiner Eröffnungsrede an Gedanken weitergab, stellt seit Jahren alles Bisherige "in den Schatten"! Weil er der SVP-Fraktion angehört, lesen wir darüber kein Wort!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Anaj Miliv (Anaj Miliv)
      «Wir haben die Verantwortung, dass wir für dieses Land das Optimum machen», sagte Stamm. «Unser System ist die stärkste Bastion gegen Leute, die denken, sie sollten die Macht an sich reissen. Wichtig sei, dass man sich nicht von der Macht überrollen lasse, erklärte der SVP-Nationalrat. Er habe grosses Vertrauen, dass es der Schweiz gelinge, eine «Anti-Macht-Systematik» zu bleiben.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      Lieber im Schatten stehen, als sich an der SVP-Sonne die "Birne" verbrennen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen