Mit Spitzensport ist kein Butterbrot zu verdienen

Die teils unsichere finanzielle Lage von Schweizer Spitzensportlern soll untersucht und allenfalls nachhaltig gestärkt werden. Der Nationalrat hat den Bundesrat mit einem entsprechenden Bericht beauftragt.

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Spitzensportler – jährlich weniger als 14'000 CHF Lohn

1:24 min, aus Tagesschau am Mittag vom 26.9.2014

Gemäss einer Studie der Hochschule für Sport in Magglingen erzielt die Hälfte aller Einzel-Spitzensportler ein Jahreseinkommen von unter 14‘000 Franken. Keine hundert können nur vom Sport leben. Die unsichere Situation bewegt deshalb viele hochbegabte Sportler, sich gegen eine solche Karriere zu entscheiden.

Spitzensportler beim Training.

Bildlegende: Laut einer Studie ist die Hälfte aller Schweizer Spitzenathleten nur unzureichend abgesichert für die Karriere. Keystone/Archiv

Der Bundesrat soll deshalb nun in einem Bericht abklären, wie die Finanzierungs- und Vorsorgesicherheit der Karriere von Spitzenathletinnen und Spitzenathleten nachhaltig gestärkt werden kann.

«Nicht an Roger Federers Salär orientieren»

«Wir können uns nicht einfach an den Salären von Roger Federer orientieren», lautete der Tenor im Nationalrat, der ein entsprechendes Postulat der Bildungskommission mit 165 zu 21 Stimmen bei fünf Enthaltungen annahm.

Die Kommission argumentierte, dass sich die niedrigen Löhne der Einzel-Athleten auf die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Sports auswirken. Als Problem betrachtet sie unter anderem, dass die Studienpläne der Hochschulen auf Spitzensportler keine Rücksicht nehmen.

Berufsanerkennung für Spitzensportler

Ein wichtiges Element wäre aus ihrer Sicht auch die Verbesserung des interkantonalen Schuldgeldausgleichs beziehungsweise die Schuldgeldübernahme, weil geeignete Sportschulen nicht in jedem Kanton vorhanden sind.

Zur Diskussion stellt die Kommission ferner Massnahmen zur Stärkung der Athleten als Unternehmer oder die Berufsanerkennung als Spitzensportler.

«Wie in China oder Russland»

Gegen das Postulat stellte sich Peter Keller (SVP/NW). Es gehe um eine versteckte Förderung von Spitzenathleten, sagte er. Offen sei aber, was ein Spitzenathlet sei, ob etwa ein Tennisspieler mit Rang 400 auf der ATP-Rangliste dazugehöre und ob es auch Spitzenathleten im Minigolf gebe.

«Soll der Staat einspringen, wenn jemand ein Hobby zum Beruf machen will?», fragte Keller. Dies erinnere an autoritäre Staaten wie China oder Russland. In der Schweiz brauche es keinen staatlich subventionierten Sport mit Mindestlöhnen für Sportler. Eine Profi-Karriere als Sportler anzustreben, sei eine freie Entscheidung.