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Session Nach der Fluglärm-Ratifizierung kommt Kritik vom In- und Ausland

Der Nationalrat hat den Fluglärm-Staatsvertrag ratifiziert. Das passt nicht allen. In Baden-Württemberg wird auf Neuverhandlungen gesetzt, Flughafen-Gemeinden wollten erst Lärmverteilungsfragen geklärt haben.

Flugzeug, im Vordergrund Häuser.
Legende: Der politische Lärm ebbt nicht ab. Keystone

Die Allianz Nord-Ost-West, der Gemeinden und Interessengemeinschaften um den Flughafen Zürich angehören, ist enttäuscht, dass der Nationalrat den Antrag auf Rückweisung abgelehnt hat. Das Parlament habe die Chance verpasst, die offenen Fragen zu Sicherheit und Lärmverteilung zu klären, heisst es.

«Schmerzhaft, aber akzeptabel»

Für die Organisation «Flugschneise Süd – Nein» geht es nicht darum, wie Fluglärm verteilt wird, sondern wie er verringert oder vermieden werden kann. Der Staatsvertrag garantiere unbegrenztes Kapazitätswachstum für die Flughafen Zürich AG und den Lufthansa-Konzern auf Kosten der Bevölkerung, heisst es.

Im Verkehrsministerium Baden-Württembergs sieht man gemäss dem Staatssekretariat kaum «realistische Chancen», dass auf Basis des Staatsvertrags ein Einvernehmen erreicht werden kann. Wenn die Schweiz Fakten schaffe, müsse das auch die deutsche Bundesregierung tun, notfalls mit einer Verschärfung der geltenden deutschen Anflugbeschränkungen auf den Flughafen Zürich.
 
Zufrieden zeigte sich «Pro Flughafen». Der Staatsvertrag mit Deutschland sei ein «schmerzhafter, aber akzeptabler Kompromiss». Dass die staatsvertraglichen Einschränkungen weit über innerdeutsche Standards hinausgingen, sei zwar stossend, das Abkommen könne aber die dringend notwendige Rechtssicherheit am Zürcher Flughafen wieder herstellen.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    Die Aussage ist Falsch: "Der Staatsvertrag mit Deutschland sei ein «schmerzhafter, aber akzeptabler Kompromiss"... Der Staatsvertrag ist gegenueber der Schweiz Diskriminierent und wurde von Deutschland nachtraeglich neu Interpretiert. Somit hat die Schweiz gleich zwei mal den kuerzeren gezogen, und wurde Verarscht... So sieht es aus...
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  • Kommentar von K.D.Waldeck, Bellinzona
    Ist doch ganz einfach ! Weg vom Wachstumswahn und Normalisierung der Flugbewegungen indem: - die Flugpreise den tatsächlich entstehenden Kosten angepasst werden, dazu gehört auch eine CO2-Abgabe ! - Zölle auf Flugbenzin analog den Zöllen für Diesel und Normalbenzin erheben - Dumping-Charterflüge nur noch ab dem umliegenden Ausland abwickeln und dazu auf die mit diversen Milliarden geförderte Bahn umsteigen um die halbleeren Fernzüge zu füllen.
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  • Kommentar von S. Sachser, Basel
    Alle diejenigen, welche in der Flughafenregion Wohnen, wissen, dass es laut werden kann. Die Deutschen sollen keinen Aufstand mehr machen und die Flüge sollen auch über die Goldküste erfolgen. Oftmals sind es neu dazugezogene Personen die Ihre Ruhe wollen, die aus dem Wäldchen in die Stadt ziehen oder umgekehrt. Fluglärm gehört zur Infrastruktur. Nur weil alle sich um Zürich wegen den Arbeitsplätzen angesiedelt haben, ist das kein Grund zum Meckern. Wem es nicht passt, soll Zügeln! Ganz einfach
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    1. Antwort von Adrian Flükiger, Bern
      @Sachser: Völlig gleicher Meinung. Insbesondere sind Warteschleifen über Herrliberg und Wollerau einzuführen, weil dort die lautesten Profiteure und Förderer des uneingeschränkten Wachstumswahns zu Hause sind. Also, geben wir diesen Leuten alle Auswüchse ihre Forderungskataloges uneingeschränkt und entschädigungslos zum konsumieren! Null Bedauern. Wer will, soll kriegen oder sich vom Acker machen!
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