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Längerer Mutterschutz Sind Babys wochenlang im Spital, gibt es länger Geld für Mütter

Legende: Video Nationalrätin Schmid-Federer zu den Kosten abspielen. Laufzeit 0:20 Minuten.
Vom 07.06.2017.

Darum geht es: Muss ein Neugeborenes Kind aus gesundheitlichen Gründen mehr als drei Wochen im Spital verweilen, soll die Mutter für einen längeren Zeitraum Mutterschaftsentschädigung erhalten. Diese Motion wurde vergangenes Jahr im Ständerat eingereicht. Die Kleine Kammer stimmte dem Antrag daraufhin zu – ohne Gegenstimme. Nun musste der Nationalrat über das Geschäft entscheiden.

Eckpunkte der Motion: Derzeit kann eine Mutter den Aufschub der Mutterschaftsentschädigung beantragen, wenn ihr Kind länger im Spital bleiben muss. In den ersten acht Wochen nach der Niederkunft darf die Mutter aber nicht arbeiten. Somit verfügt die Mutter bis zur Ausrichtung der Mutterschaftsentschädigung über kein gesichertes Einkommen – und diese Rechtsunsicherheit will die Mehrheit der vorberatenden Kommission beheben.

Deshalb soll der Bundesrat im Rahmen der Erwerbsersatzordnung eine Bestimmung vorschlagen, damit die Mutterschaftsentschädigung verlängert werden kann. Für die Entschädigung soll eine Höchstdauer festgelegt werden. Heute beträgt die Dauer der Mutterschaftsentschädigung maximal 98 Tage.

Frage der Finanzierbarkeit: Der Bundesrat hält in seiner Stellungnahme zur Motion fest, dass die zusätzlichen Kosten einer Verlängerung der Mutterschaftsentschädigung «sehr beschränkt» wären. Nationalrätin Barbara Schmid-Federer (CVP/ZH) beziffert die Kosten für die Gesetzesanpassung auf 4 bis 5 Millionen Franken – pro Jahr.

Legende: Video Verena Herzog spricht sich gegen den «Leistungsausbau» aus abspielen. Laufzeit 0:15 Minuten.
Vom 07.06.2017.

Was sagen die Gegner der Motion? Die Minderheit der vorberatenden Kommission lehnt den «Leistungsausbau» bei der Mutterschaftsentschädigung ab – zumal es sich bei dieser Frage um Einzelfälle handle.

Von 80'000 Neugeborenen pro Jahr müssen gegen 1000 Neugeborene aus gesundheitlichen Gründen länger als drei Wochen im Spital bleiben. «Der Mutterschaftsurlaub hat den Zweck, der Mutter Zeit zur Erholung zu geben und eine Bindung zum Kind aufzubauen. Beides hängt nicht davon ab, ob sich das Kind im Spital befindet oder nicht», sagt Verena Herzog (SVP/TG) dazu.

Das Abstimmungsresultat: Die Minderheit der vorberatenden Kommission drang mit diesem Argument im Nationalrat nicht durch. Die Grosse Kammer hat als Zweitrat die entsprechende Motion mit 113 zu 67 Stimmen bei einer Enthaltung angenommen.

14 Kommentare

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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Immer mehr Ansprüche stellen ist ja so einfach. Jedes Problem der Allgemeinheit aufbürden ist Heute Usus. Wie wohl Eltern und Grosseltern der jungen Mütter und Väter überleben konnten, scheint ein unlösbares Rätsel zu sein. Und doch sind deren Kinder und Kindeskinder erwachsen geworden. Allerdings sind sie anscheinend nicht mehr in der Lage, trotz erheblich grösserer Löhne, für ihren Nachwuchs zu sorgen und aufzukommen. Hier läuft vieles schief.
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Unser Unternehmen hat eine Niederkunftsversicherung von der Krankentaggeldversicherung angeboten. Anbieterin: Eine grosse mit Sitz in Basel. Diese galt für 2Wo. vor/nach Niederkunftstermin und wurde in jedem Fall bezahlt (rückwärts berechnet). Da die normale Krankentaggeldversicherung erst in 30 Tagen eingesetzt hat, hat die Mutter im schlimmsten Fall nur 2Wo. Verdienstausfall. Plus, Eltern sollen für das Kind auch eine gute Versicherung bequem vor der Niederkunft abschliessen.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Seit der Einführung der Mutterschaftsversicherung hat die Mutter keinen Verdienstausfall mehr. Der Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung beginnt am Tag der Niederkunft für maximal 98 Tage. Es gibt 80% des durchschnittlichen Einkommens, maximal 196.- pro Tag. Eine zusätzliche Versicherung lohnt sich nur in wenigen Fällen; zB wenn kein Anspruch auf MV besteht, das Einkommen viel höher war oder vorher unbezahlter Urlaub genommen wurde. Und nur wenn der versicherte Lohn die Prämien übersteigt.
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Für Krankheitsfälle ist die Krankenkasse bzw. das Krankentaggeld da. Eine werdende Mutter hat 6 Monate Zeit, um ihre Krankentaggeldversicherung so abzuändern, dass sie in diesem Fall gedeckt ist. Tut mir Leid, aber eine Ausnahme in diesem Fall finde ich nicht angebracht. Ausserdem kenne ich Fälle, wo die Babys deswegen geschwächt waren, weil die Mutter einen Kaiserschnitt verlangte, denn ihr bekam das natürliche Gebären nicht. Sorry, für sowas die Sozialversicherung zu strapazieren...
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