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Session Spruchreifes, Sinnbildliches – und die Geschichte einer Maus

Mit einem knackigen Zitat oder markigen Spruch lassen sich auch komplexe Geschäfte auflockern. Bei der Debatte zur Kulturförderung setzte so mancher Nationalrat auf Denkwürdiges. Ein Parlamentarier ging noch einen Schritt weiter: Ihm diente ein Kinderbuch zur Veranschaulichung.

Und ist das Thema auch noch so spannend: Wenn sich eine Sessionsdebatte über mehrere Stunden erstreckt, lohnt sich ein Griff in die Rhetorik-Trickkiste, um die Zuhörer bei Laune zu halten. Bei der Debatte zur Kulturförderung am Dienstag hatten einige Parlamentarier – zufälligerweise überwiegend aus dem linken Flügel – die gleiche, durchaus bewährte Strategie. Ein Sprichwort, ein markiges Zitat, und schon wird dem hochkomplexen Geschäft neues Leben eingehaucht.

Mit einer japanischen Lebensweisheit wollte Isabelle Chevalley (GLP/VD) die Bedeutung der Kultur darlegen: «Kein Vogel kann in einem kahlen Baum nisten.»

Legende: Video «Isabelle Chevalley» abspielen. Laufzeit 0:07 Minuten.
Vom 03.06.2015.

Die Herren hielten es da eher mit dem französischen Schriftsteller und Politiker André Malraux. «Kultur wird nicht vererbt, sie wird erobert», zitierte Jean-François Steiert (SP/FR).

Legende: Video «Jean-François Steiert» abspielen. Laufzeit 0:11 Minuten.
Vom 03.06.2015.

Oder nochmals Malraux, diesmal vorgetragen von Mathias Reynard (SP/VS): «Dank der Kultur ist der Mensch mehr als bloss ein Unfall des Universums.»

Legende: Video «Mathias Reynard» abspielen. Laufzeit 0:12 Minuten.
Vom 03.06.2015.

Durch die Kultur bleibe die Schweiz lebendig. «Und wer möchte schon eine tote Schweiz?», fragte Aline Trede (Grüne/BE).

Legende: Video «Aline Trede» abspielen. Laufzeit 0:19 Minuten.
Vom 03.06.2015.

Philosophisch äusserte sich auch Rosmarie Quadranti (BDP/ZH). Weder abschottend, noch ausschliessend sei die Kultur. Sie fördere vielmehr das Zusammenleben. «Wahrscheinlich wollen aber gar nicht alle das Zusammenleben fördern.»

Legende: Video «Rosmarie Quadranti» abspielen. Laufzeit 0:15 Minuten.
Vom 03.06.2015.

Zuguterletzt: Kulturförderung kinderleicht erklärt. Matthias Aebischer (SP/BE) schenkte seinem Parlamentskollegen Peter Keller (SVP/NW) das beliebte Kinderbuch Frederick. Es handelt von einer Feldmaus, die statt Vorräten lieber Worte und Farben sammelt – und ihrer Familie im Winter zwar nicht die Bäuche füllt, dafür die Herzen erwärmt.

Legende: Video «Matthias Aebischer» abspielen. Laufzeit 0:26 Minuten.
Vom 03.06.2015.

6 Kommentare

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  • Kommentar von R. Bünzli, Bern
    Sorry, aber dieser Matthias Aebischer soll doch wieder zurück zum Fernsehen und als neue "Trudi Gerschter" Gschichtli erzählen. Aber im Nationalrat hat er definitiv nichts verloren und ist aus meiner Sicht einfach nur überfordert und lebt in einer Fantasie-Welt, was seine Forderungen betrifft. Aber leider gibt es noch mehr solch überforderte Personen im Nationalrat, welche ausser heisser Luft nichts produktives im National- und Ständerat bringen.
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  • Kommentar von M. Fischer, Buchs
    "Fühlt ihr schon wie warm sie sind? Warm, schön und golden?" - Frederick ;)
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  • Kommentar von Andrea Balmer, Aarau
    Förderung ist eine sehr gut Sache - Subventionen sind es weniger. Die äusserst schwierige Herausforderung ist die verschwommene Grenze zu finden. PS: Das gilt auch für erneuerbare Energien, Landwirtschaft, ÖV, ...
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