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Session Tag des Abschieds für Fulvio Pelli

18 Jahre lang sass das FDP-Urgestein im Nationalrat. Nun verlässt der 63-jährige Tessiner die Politbühne. Mit Applaus verabschiedeten sich seine Ratskollegen von ihm.

Legende: Video Pelli beendet Nationalratskarriere mit Niederlage abspielen. Laufzeit 01:17 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 06.03.2014.

Ein politisch glorioser Abgang blieb Fulvio Pelli verwehrt. Denn der Nationalrat wollte von Änderungen im Kartellgesetz, die den Wettbewerb hätten anregen sollen, nichts wissen. Sein letztes Dossier – für das Pelli extra seinen Rücktritt verschoben hatte – eine Niederlage.

Nach 18 Jahren in der grossen Kammer war dies dem Polit-Profi allerdings nicht anzumerken. Mit einem Schmunzeln verabschiedete sich der FDP-Präsident von seinen Ratskollegen. Ein letzter Applaus und er zog von dannen.

Fulvio Pelli ist ein grossartiger Politstratege. Ich habe sehr viel von ihm gelernt.
Autor: Gabi HuberFDP-Nationalrätin
Legende: Video «Ich habe sehr viel von ihm gelernt» abspielen. Laufzeit 01:27 Minuten.
Aus News-Clip vom 06.03.2014.

1980 hatte Pelli seine politische Karriere als Gemeinderat der Stadt Lugano begonnen. Drei Jahre später gehörte er bereits dem Tessiner Kantonsrat an. Von diesem Amt trat er zurück, als er 1995 in den Nationalrat gewählt wurde.

Ein Höhepunkt seiner Karriere folgte 2003: Die Tessiner Kantonalpartei unterstützte ihn bei seiner Kandidatur für den freiwerdenden Sitz von Bundesrat Kaspar Villiger. Pelli schaffte die nationale Hürde jedoch nicht. Gewählt wurde Hans-Rudolf Merz.

Nach langen parteiinternen Querelen wurde der Tessiner 2005 zum Präsidenten der FDP gewählt. Die Partei litt unter Wählerschwund, Pelli sollte es richten – dies gelang ihm allerdings genauso wenig wie seinen Vorgängern.

Legende: Video «Il a beaucoup marqué la politique» abspielen. Laufzeit 00:42 Minuten.
Aus News-Clip vom 06.03.2014.

Feiern durfte er dafür drei Jahre später. 2008 fusionierte die FDP mit den Liberalen. Ein Erfolg, denn damit schaffte er es, seine Partei vor dem grossen Absturz zu bewahren. Bei den Wahlen 2011 blieb die FDP beim Wähleranteil knapp über der 15 Prozentmarke.

Pelli selber schaffte die Wiederwahl in den Nationalrat nur knapp. Er kündigte bald darauf seinen Rücktritt als Parteipräsident an.

Zwar konnte der FDP-Veteran seiner Partei nicht zu mehr Wähleranteil verhelfen. Doch seine Amtszeit als Parteipräsident wird trotzdem positiv beurteilt: Umsichtig, skandalfrei und unaufgeregt, habe er sein Amt ausgeführt, heisst es aus dem Bundeshaus.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelgerf, 6370 Stans
    @Bürger und Boller: Erinnern Sie sich noch an den fulminanten, tränenreichen, mediengeil inszenierten Abschied von alt Bundesrat Samuel Schmid?????? Ich schon.
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Wollen sie jetzt jede Bundesratsverabschiedung durchnehmen? Wenn wir nur solche Probleme hätten wären wir nahe dem Paradies.
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    2. Antwort von P. Bürger, schaffhausen
      M. Zelger, was wollen sie eigentlich? Ist es denn schon so weit, dass sie hier die Zeilen zählen wollen, wieviel das SRF über ihre SVP Politiker berichten soll? Wir haben doch wohl grössere Probleme zu wälzen, wie solch dünnhäutiger Kleinkram. Wollen sie ihre SVP Politiker speziell gewürdigt wissen schalten sie ein Inserat oder sehen in Stans auf den Marktplatz! Aber lassen sie uns hier mit solchen Kleinigkeiten in Ruhe, wie dies Herr Planta auch vorschlägt!
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  • Kommentar von P. Bürger, Schaffhausen
    Frau Zelger: Das stimmt so nicht!! This Jenny ist ebenfalls wohlwollend hier erwähnt worden. Ihn schätzte ich als Politiker sehr, da er eine wirklich ehrliche Politik gemacht hat. Solche Leute könnten wir wirklich gebrauchen und er sollte denjenigen ein Vorbild bleiben, die ein solches Ehrgefühl oft vermissen lassen! F. Pelli wünsche ich ebenfalls einen guten «Ruhestand», dies mit dem Dank verbunden,was er als Politiker geleistet hat!
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  • Kommentar von Marlene Zelgerf, 6370 Stans
    Die Abgänger aller Parteien - ausser der SVP - werden jeweils mit Pauken und Trompeten mediengeil verabschiedet. Nicht aber This Janny, der aufgrund seiner schweren Krankheit den Job in Bundessbern aufgeben musste. Das ist nicht fair und auch nicht demokratisch
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    1. Antwort von Willy Boller, Selevac
      @M. Zelger, sind Sie sicher, dass das mit Fairness und Demokratie etwas zu tun hat? Das ist lediglich Ihre SVP-Brille, die das Bild verzerrt. Ich bin mir absolut sicher, dass This Jenny, aufgrund der Untersuchungsergebnisse, auf ein solches Politik- und Medien-Theater absolut verzichten konnte. Ausserdem hat Herr Kaufmann seinen Abschied aus Bern auch nicht ohne die sonst übliche SVP-Tonalität "ganz still und leise" angekündigt.
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