Verhärtete Fronten rund um Patientendossiers

Der Nationalrat bleibt hart. Nicht nur stationäre, sondern auch ambulante Leistungserbringer sollen ein elektronisches Patientendossier anlegen müssen.

Mit 115 zu 67 Stimmen beharrt der Nationalrat auf seinem Standpunkt: Nicht nur Spitäler und andere stationäre Einrichtungen sollen elektronische Patientendossiers anlegen müssen. Das gleiche soll für ambulante Leistungserbringer wie Ärzte, Apotheker, Hebammen oder Chiropraktiker gelten.

Manifeste, von Hand geschriebene Patientendossiers.

Bildlegende: Sollen bald der Vergangenheit angehören: manifeste, von Hand geschriebene Patientendossiers. Keystone

Hingegen soll der Patient frei entscheiden können, ob er eine Sammlung seiner Gesundheitdsdaten anlegen will. Weil der Ständerat nur den stationären Bereich auf ein E-Dossiers verpflichten wollte, bleibt auch nach der zweiten Beratungsrunde in einem wesentlichen Punkt eine Differenz zwischen den beiden Räten.

Der Entscheid des Nationalrats bringt die Ärzteschaft auf. Sie droht mit dem Referendum, falls auch für sie ein Obligatorium eingeführt werden sollte. Diese Haltung liess GLP-Sprecher Thomas Weibel im Rat von «Erpressung» sprechen. Die Ärzte würden sich der technischen und gesellschaftlichen Entwicklung verweigern.

Das Geschäft geht – in einem dritten Anlauf – zurück an den Ständerat.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Ja für elektronische Patientendossiers

    Aus Tagesschau vom 18.3.2015

    Der Nationalrat hat nach dem Bundesrat und dem Ständerat nun ebenfalls die Einführung von elektronischen Patientendossiers gutgeheissen. Spitäler sollen das elektronische Patientendossier innerhalb von drei Jahren einführen müssen.