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Session Widmer-Schlumpf: Grosse IT-Projekte einheitlich steuern

Viel Kritik wurde laut an der Aussprache im Nationalrat über diverse schief gelaufene IT-Projekte beim Bund. Finanzministerin Widmer-Schlumpf skizziert im Interview mit SRF, was der Bundesrat unternimmt, damit Ähnliches nicht mehr vorkommt.

SRF: Was sagen Sie zu den Vorwürfen aus dem Rat, bei IT-Fragen wisse beim Bund die eine Hand nicht, was die andere mache?

Eveline Widmer-Schlumpf: Es stimmt: Verschiedene Projekte sind nicht gut gelaufen, es hat dazu geführt, dass wir Geld in den Sand gesteckt haben. Das ist völlig unbestritten. Allerdings ist auch zu sagen: Wir haben in der Bundesverwaltung 800 IT-Projekte pro Jahr – und der grosse Teil davon läuft gut.

Der Grundvorwurf lautet: In den Departementen schaut und entscheidet jeder für sich, doch es fehlt an der zentralen Koordination. Ist das so?

Wir haben nun die grossen Projekte, die für die Bundesverwaltung wichtig sind, definiert. In diesen Fällen kommt ein klar geregeltes Verfahren zur Anwendung. Es ist aber so: Wir sind noch nicht in allen Teilen dort, wo wir sein möchten.

Ein Vorwurf lautet auch, der Bund mache zu wenig rasch vorwärts damit, dass künftig aus einer Hand – über die Departemente hinweg – geplant wird. Stimmt dieser Eindruck?

Auf der strategischen Ebene ist nun klar der Bundesrat zuständig. Hier werden gemeinsam auch die grossen Projekte festgelegt. Aber richtig ist: Bei der Projektführung hat man vielleicht noch zu wenig koordiniert und gemeinsam Wege gesucht. Wir schlagen dem Bundesrat jetzt vor, einen Projektleiter-Pool einzurichten. Dort sollen fünf interne Projektleiter mit dabei sein, die das nötige Know-how im IT-Bereich mitbringen. Zudem sollen externe Spezialisten beigezogen werden. So sollen die grossen Projekte einheitlich gesteuert oder mindestens mitgesteuert werden.

Das würde also heissen, dass es Projektleiter gibt, die departementsübergreifend zu Rate gezogen werden müssen. Ist da nicht mit Widerstand von verschiedenen Departementen zu rechnen?

Die Begeisterung wird sicher nicht überall gleich gross sein. Aber die Einsicht wird letztlich überwiegen, dass es gut ist, Projektleiter mit grosser Erfahrung zu haben, die auch mit anderen Departementen vergleichen können. Die Vorteile eines solchen Pools sind sicher grösser als gewisse Einbussen, die man ohne ihn hat.

Wie viel Überzeugungsarbeit müssen Sie dafür noch leisten im Bundesrat?

Es braucht im ganzen IT-Bereich immer wieder viel Überzeugungsarbeit. Zu Diskussionen Anlass geben Fragen wie jene nach dem zu geltenden Standard oder des Grads der Zentralisierung. Bis jetzt ist es uns aber sehr gut gelungen.

Sie haben nun versprochen, dass bis Ende Jahr ein Bericht zu den offenen Fragen erstellt wird. Nun haben Berichte den Ruf, folgenlos in einer Schublade zu verschwinden. Können Sie garantieren, dass eine Debatte wie heute nicht wieder nötig sein wird?

Garantieren kann man nie etwas. Aber ich kann immerhin zusichern, dass wir einen Bericht mit Massnahmen vorlegen, der dann auch möglichst rasch – das heisst ab dem nächsten Jahr – Auswirkungen haben wird.

Das Gespräch führte Curdin Vincenz

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2 Kommentare

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  • Kommentar von M.Schmid, Bern
    Bei den schlechten Projekten wurde häufig der Fehler gemacht, bei der IT alles als ein Gebiet zu betrachten. Dann war es logisch, eigene Leute einsetzen zu wollen - die können ja "IT". Aber das ISB (->irres Projektmodell HERMES 5) oder das BIT/VBS/usw. hatten dann keine Ahnung, wie man bestimmtes macht. Ich sehe also nicht, wie mehr IT-Projektleiter helfen. Ausser die haben die Freiheit, bei Bedarf *nur* externe Spezialisten für die IT zu nehmen, und gar kein ISB / BIT / usw. zu involvieren.
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  • Kommentar von Daniel Sallnek, Zürich
    In der Privatwirtschaft würde diese Frau schon lange im hohen Bogen im RAV gelandet! unvermittelbar!
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