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Sicherheit am WEF «Donald Trumps Besuch haut uns nicht aus den Socken»

Donald Trump kommt in die Schweiz. Der Sicherheitschef der Kapo Zürich, Bruno Keller, über die Herausforderungen.

Legende: Audio Hoher Sicherheitsaufwand für Donald Trump am WEF abspielen.
3:54 min, aus Rendez-vous vom 10.01.2018.

SRF News: Was bedeutet Donald Trumps Besuch für Sie?

Bruno Keller: Am Flughafen Zürich treffen regelmässig hohe Staatsleute ein. Die Lage wird dabei immer wieder neu eingeschätzt und wir bereiten entsprechende Sicherheitsdispositive vor. So zum Beispiel letztes Jahr, als der chinesische Staatspräsident Xi Jinping bei uns war und das haut uns nicht aus den Socken.

Trotzdem, es ist der amerikanische Präsident, der sich ankündigte. Er tat das sehr kurzfristig. Es sind nicht mal mehr zwei Wochen im Voraus. Das ist schon noch einmal eine andere Dimension?

Die nächste Zeit wird sicher etwas lebendiger für die Kollegen der Kapo und der Stapo Zürich. Die nächsten Tage werden unter Umständen neue Herausforderungen bringen, je nach Programm, das die Gäste bei uns absolvieren wollen.

Man weiss von solchen Besuchen, zum Beispiel von Bill Clinton im Jahr 2000. Da kommen sehr viele Leute mit ihm angereist, 1500 Personen, Stab, Sicherheitsleute und so weiter. Wie organisieren Sie das?

Wir gehen auch dieses Jahr davon aus, dass sehr viele Leute in Kloten ankommen werden und da gibt es bestimmte Regeln und Vorabsprachen. Das läuft in der Regel problemlos.

Sie müssen sich verständigen mit den Leuten in den USA. Wer hat da schlussendlich die Oberhand? Bestimmt die Kantonspolizei oder der Secret Service des amerikanischen Präsidenten?

Auf Gebiet des Flughafens Zürich und Kantonsgebiet Zürich ist die Kapo Zürich zuständig. In Graubünden am WEF ist die Kantonspolizei Graubünden mit ihrem umfangreichen Dispositiv zuständig.

Die Zeit der grossen Anti-WEF-Demonstrationen ist eigentlich vorbei, es gibt nicht mehr so viele grosse Proteste. Jetzt kommt der umstrittene Donald Trump. Da kann man nicht ausschliessen, dass es zu Protesten kommt. Inwiefern fliesst das in Ihre Sicherheits-Planung mit ein?

Wir beobachten die Lage natürlich sehr genau, wir beurteilen sie und treffen dann die notwendigen Entscheide.

Das Gespräch führte Christoph Brunner.

Bruno Keller

Bruno Keller
Legende: Kapo

Bruno Keller, Chef Sicherheitspolizei, arbeitet seit 1977 bei der Kantonspolizei Zürich. Er verfügt über Erfahrungen in verschiedenen polizeilichen Fachgebieten, so leitete er unter anderem verschiedene polizeiliche Grosseinsätze.

17 Kommentare

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  • Kommentar von Felix Luginbuehl (Felix Luginbuehl)
    Was für eine kleinmütige und peinliche "Berichterstattung" über die Zuständigkeit für Sicherheitsfragen im Zusammenhang mit Trump's WEF-Besuch. Alt-BR Ogi hat, Gott sei Dank, die Dinge zurechtgerückt. Die SRF-Mitarbeiter brauchen definitiv einige Lektionen in nationalem Selbstbewusstsein, nicht ganz überraschend nach der Verunsicherung durch die No-Billag Initiative.
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  • Kommentar von W Streuli (Wernu)
    Eine Frage: wer hat den D.Trump eingeladen in die CH?Das WEF selber?wenn ja,wieso müssen dann die Steuerzahler für die Sicherheit dieses Mannes gerade stehen? Also ich bin schon der Ansicht,das wer bezahlen muss,darf auch mitbestimmen, wer da nach Davos kommen darf. Diejenigen die keine Kostendeckung erhalten, werden gewiss über das nötige Kleingeld verfügen,dies selbst zu berappen
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Wer A sagt, sagt auch B. Das bedeutet hier, dass die CH, wenn sie die Durchführung eines Anlasses wie das WEF bewilligt, auch für die Sicherheit der Besucher sorgen muss. Es ist auf jeden Fall eine gute weltweite Imagepflege wenn ein kleines Land wie die CH so etwas beherbergen kann. Es sollte nicht eine Frage sein wer da kommt, solang es nicht eine zweifelhafte Person (Drogenbaron etc. ) ist. UNerwünschten Personen kann die CH mitteilen "wir können die Sicherheit nicht garantieren". That's it.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Abwechslung macht das Leben süss. Getreu diesem Slogan sollte das WEF, wie z. b. die Olympiade oder WM die Austragungsorte wechseln. Nicht dass immer das gleiche Land - konkret die kleine Schweizlein - die Verantwortung und die Kosten tragen muss und der Rest der Welt schön am reich gedeckten Tisch Platz nehmen kann.
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Es geht hier weniger um den Aufwand. Es geht vielmehr darum dass ein Anlass wie das WEF nicht an einem beliebigen Ort tagen kann. Es ist ein grosses Ding, dass die CH das immer wieder durchführen kann.
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