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Alain Berset: «Die Belastung durch die Krankenkassenprämien sinkt zum ersten Mal seit 14 Jahren»
Aus News-Clip vom 28.09.2021.
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Sinkende Prämien Berset zu Krankenkassenprämien: «Das sind gute Nachrichten»

  • Gesundheitsminister Alain Berset hat an einer Medienkonferenz im Bundeshaus die Krankenkassenprämien für das nächste Jahr vorgestellt.
  • Die mittlere Prämie in der Grundversicherung sinkt 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 0.2 Prozent. Sie beträgt 315.30 Franken. Es ist das erste Mal seit 2008, dass es im Schnitt einen Rückgang gibt.
  • Die Krankenkassen würden dabei 380 Millionen Franken Reserven abbauen, so Alain Berset. Die Massnahmen, die der Bundesrat getroffen hat, um die Versicherer zu einem Reserveabbau zu bewegen, seien wirksam. Doch es müsse noch mehr abgebaut werden.

Die Belastung der Schweizer Haushalte durch die Krankenkassenprämien sinke 2022 deutlich, betonte Alain Berset an der Medienkoferenz. «Das sind gute Nachrichten», sagte der Gesundheitsminister. 2022 beläuft sich die mittlere Monatsprämie auf 315.30 Franken, das entspricht im Vergleich zu 2021 einer Senkung um 0.2 Prozent.

Seit 2011 ist die mittlere Prämie im Durchschnitt jährlich um 2.4 Prozent angestiegen, seit Inkrafttreten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung 1996 betrug die jährliche Erhöhung sogar 3.5 Prozent.

Reaktionen auf die Prämienrunde 2022

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Der Krankenkassendachverband Santésuisse spricht nach der Bekanntgabe der Prämien für 2022 von einer «erfreulichen Stabilität». Nun gelte es, diese langfristig zu sichern.

Für die Stiftung für Konsumentenschutz ist eine echte Trendwende trotz der erstmals seit langem leicht sinkenden Prämien nicht in Sicht. Es müssten endlich unnötige Ausgaben vermieden werden. Für viele Haushalte bleibe die Belastung enorm.

Ähnlich äussert sich die SP: Die neuste Entwicklung sei zwar erfreulich, müsse aber noch verstärkt werden, heisst es in einer Mitteilung der Partei.

Der Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz, Lukas Engelberger, wertet die Resultate der Prämienrunde 2022 als «erfreulich». Es zeige sich, dass die Massnahmen zur Kostendämpfung Wirkung entfalten. Es sei aber wichtig, dass die einzelnen Kassen ihre Reservequoten weiter senken.

Die aktuelle Entwicklung widerlege laut der Ärztevereinigung FMH den Eindruck der stetig stark steigenden Krankenkassenprämien. Teilweise hätten die Kassen bereits mit der Rückzahlung der zu hohen Reserven an die Versicherten begonnen.

Für den Spitalverband H+ widerspiegelt der leichte Prämien-Rückgang die Leistungen der Spitäler und Kliniken in der Covid-19-Pandemie nicht. Die aufgrund des Behandlungsverbots im Frühjahr 2020 entstandenen Kosten seien bis heute nur zum Teil gedeckt. Der Verband geht deshalb davon aus, die pandemiebedingten Folgen erst in den kommenden Jahren sichtbar werden.

Die mittlere Prämie für Erwachsene (373.80 Franken) und junge Erwachsene (263.80 Franken) sinkt gegenüber dem vergangenen Jahr um 0.3 Prozent beziehungsweise 1 Prozent. Die Prämie für Kinder sinkt leicht um 0,3 Prozent und beträgt 99.60 Franken.

«Die mittlere Prämie wird in über der Hälfte aller Kantone sinken», erklärte Anne Lévy, Direktorin des BAG an der Medienkonferenz. Die Unterschiede würden sich zwischen -2.1 und +1.4 Prozent bewegen. Das habe mit der verschiedenen Kostenentwicklung in den verschiedenen Kantonen zu tun.

Es hat noch immer (zu) viele Reserven

Für 2022 hat das BAG einen freiwilligen Reserveabbau der Krankenkassen von 380 Millionen Franken (2021: 28 Millionen) genehmigt. Das entspricht demnach einer Verringerung der mittleren Prämie um 1.2 Prozent (2021: -0.1 Prozent). Das BAG genehmigte zudem eine Rückerstattung der zu hohen Prämieneinnahmen von 134 Millionen Franken. Dieser Betrag wird von den betroffenen Krankenkassen 2021 ausgezahlt.

Die Reserven der Krankenversicherungen seien viel zu stark angestiegen, betonte Alain Berset. «12 Milliarden Franken Reserven – das ist einfach zu viel», sagt der Gesundheitsminister. Deshalb würden jetzt Reserven ausgeschüttet. Thomas Christen vom BAG erklärte, wenn die Versicherer die Reserven nicht reduziert hätten, wären die Krankenkassenprämien dieses Jahr wieder gestiegen.

Kosten der Corona-Pandemie noch unklar

Die Kosten der Corona-Pandemie können gemäss Berset noch nicht beziffert werden. Somit sei auch unklar, welche Folgen die Pandemie auf die künftigen Prämien habe. Die Regierung will aber Ende Jahr einen Bericht ausarbeiten, der die finanziellen Folgen der Pandemie im Gesundheitswesen ausweist.

Tipps für den Krankenkassenwechsel

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Wer mit der Prämienanpassung für nächstes Jahr unzufrieden ist, kann die Krankenversicherung bis Ende November kündigen. Bis Ende Oktober müssen die Versicherten individuell über die für nächstes Jahr geltenden Prämien informiert werden.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) weist darauf hin, dass die Krankenversicherer jede Person in die obligatorische Krankenpflegeversicherung aufnehmen müssen. Es gelte eine Versicherungspflicht. Damit die Kündigung einer laufenden Krankenversicherung gültig sei, müsse der Nachweis einer anderen Versicherung eingereicht werden.

Der Bund stellt im Internet einen Prämienrechner zur Verfügung, der sich auf alle vom BAG genehmigten Prämien der obligatorischen Krankenpflegeversicherung für 2022 stützt. Dort finden sich auch die Versicherungsangebote aller Krankenversicherer.
Die Versicherten können dort auch ihr Einsparpotenzial berechnen lassen. Wer ein passendes Angebot gefunden habe, kann gemäss BAG kostenlos beim Krankenversicherer online eine Offerte einholen oder ein entsprechendes Formular ausdrucken und an den Krankenversicherer senden.

«Die Pandemie hat auch unser Gesundheitssystem auf eine harte Probe gestellt – und sie tut es noch immer», sagte Gesundheitsminister Alain Berset am Dienstag bei der Bekanntgabe der Prämien 2022 vor den Medien in Bern. Es sei aber noch zu früh, die Kosten und den Einfluss auf die Prämien zu beziffern.

SRF info, 14 Uhr;

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Haller  (Atapaz)
    Berset will bis Ende Jahr einen Bericht um die finanziellen Folgen seiner Pandemie "Strategie" zu beziffern.
    Egal wie hoch diese ausfallen, der gesellschaftliche Schaden ist meiner Meinung nach um ein Vielfaches höher.
  • Kommentar von Matt Frei  (sense against mainstream)
    Da versucht sich jemand zu profilieren, dabei hat es rein gar nichts mit ihm zu tun!
  • Kommentar von Roy McMoshi  (Roy's Meinung)
    Na ja, wenn ich mich erinnere dass ich seit ca. 20 Jahren jedes Jahr 5 und mehr%bezahlen musste...
    Werden wir verar... oder was?