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Schweiz So soll der Tourismus angekurbelt werden

Nach dem Schock um die Aufgabe des Euro-Mindestkurses haben viele Tourismus-Regionen und Hoteliers erste Massnahmen getroffen. Eine Gesamtstrategie fehlt aber noch immer.

Blick auf das Dorf Samnaun.
Legende: Samnaun ist mit seiner grenzüberschreitenden Silvretta Arena besonders gefordert. Keystone

Erst Ende Februar will Schweiz Tourismus ein Massnahmenpaket zum Umgang mit dem teuren Franken vorlegen. So viel Zeit haben die Hoteliers und Bergbahnbetreiber aber nicht. Deshalb reagieren einzelne Tourismus-Regionen jetzt mit individuellen Massnahmen. Sie setzen z.B. auf:

  • Fixe Euro-Wechselkurse
  • Preissenkungen
  • Rabatte und Mehrwerte wie Gratis-Skischule oder -Skibus.
  • Online-Übersicht zu Mehrwerten und Rabatten
  • Erhöhung des Werbebudgets

Erst in Vorbereitung sind konkrete Massnahmen in der Jungfrau-Region, zu der neu auch das Haslital gehört. Es sei aber noch zu früh, konkrete Angaben zu machen, sagt Sprecherin Christine Flück.

Massnahmen in grenzüberschreitenden Regionen

Bereits reagiert haben einzelne Gebiete im Wallis. So hat Grächen den Wechselkurs zum Euro fix auf 1.35 Franken festgelegt. Eine Massnahme, die bereits in der Vergangenheit erfolgreich war. Im grenzüberschreitenden Skigebiet Les Portes du Soleil wurden die Preise um 15 Prozent gesenkt, um mit den benachbarten französischen Stationen konkurrenzfähig zu bleiben.

Vor der gleichen Herausforderung steht die Wintersportregion Scuol, Samnaun und Val Müstair. Im grenzüberschreitenden Skigebiet stammt laut Sprecher Niculin Meyer rund die Hälfte der Gäste aus dem Euro-Raum. Deshalb würden beispielsweise in Samnaun viele Leistungsträger wie etwa Hotels oder Geschäfte einen Vorzugskurs von 1.10 Euro pro Franken anbieten.

Bei den Bergbahnen sei der Skipass ein Riesentrumpf, weil dessen Preis jeweils vor der Saison in Euro festgelegt werde. Für die Schweizer Touristen sei der Skipass für 45 Euro damit deutlich günstiger geworden.

Aktive Werbung mit Mehrwerten und Rabatten

Solche Vorzüge wollen verschiedene Tourismus-Regionen jetzt noch aktiver bekannt machen. Arosa Lenzerheide und Saas-Fee lancieren beispielsweise gemeinsam und kantonsübergreifend ein Onlineportal, das Mehrwerte der Destinationen übersichtlich und kompakt aufzeigt. Dazu gehören etwa der kostenlose Ortsbus, die Integration des öffentlichen Verkehrs ins Skiticket oder die geführte Schneeschuhtour mit dem Hoteldirektor.

Graubünden Ferien sammelt derzeit noch bestehende und spezielle Angebote und Massnahmen vor dem Hintergrund der Frankenstärke. Diese sollen dann ¨so rasch als möglich auf den Kommunikationskanälen bekannt gemacht werden, sagt Sprecher Gieri Spescha.

Auch für die Sommersaison ist Kreativität gefragt

Auch die Planung für die Sommersaison beschäftigt die Touristiker in den Schweizer Ferienregionen schon jetzt intensiv. So will die Ferienregion am Grossen St. Bernhard im Unterwallis laut Direktor Gaëtan Tornay mehr Geld in die Werbung für Schweizer Gäste stecken.

Auch Laurent Michaud, Direktor der Wintersportregion Villars-Gryon und Les Diablerets, ist überzeugt, dass im Hinblick auf die Sommersaison noch Massnahmen getroffen werden. Es gehe vor allem darum, die Kommunikation in Frankreich, Belgien, in den Niederlanden und der Schweiz zu verstärken.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Sascha Stalder, Oberdiessbach
    Das A und O ist die Qualität, es gibt genügend gut betuchte Ausländer, die gerade diese Exklusivität schätzen die sich die meisten nicht Leisten können. Schweizer Uhren sind ein gutes Beispiel dafür, die sind nicht deswegen so erfolgreich weil sie preislich mithalten können, sondern weil sie von bester Qualität sind, der Exklusivität und dem Statussymbol wegen. Viele Schweizer Tourismusorte könnten beim Massentourismus auch bei 1.50 nicht auf dauer mithalten.
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  • Kommentar von Rita Meier, Luzern
    Wo echte Freundlichkeit und Interesse am Kunden fehlt, da hilft es auch nicht das Angebot künstlich aus zu bauen-. Dienstleistung kommt von dienen hat was mit Mensch sein zu tun. Nur, das lernt man nicht erst als Erwachsener in Seminaren und Kursen das müsste uns schon von unseren Eltern und Lehrern vermittelt und vorgelebt werden. Da happert es doch gewaltig in CH
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  • Kommentar von Werner Rempfler, Eggersriet
    Zum Hotelier-Gejammer: Bei 50 % Zimmer-Auslastung mit Fr. 150.- /Person hat ein 100 Zi-Hotel 7'500.- Umsatz. Bei 100 % Auslastung mit Fr. 75.- pro P. (!) gibts auch Umsatz von 7'500.-. Die Hausmädchen sind ohnehin da, keine merklichen Mehrkosten! Die Gäste in 100 Zimmern konsumieren doppelt, sie trinken, massieren etc. und das Hotel hat eine tolle Stimmung. Reduziert die Zimmerpauschale, macht das im Blick publik und ihr habt die Hütte voll! 50 % Rabatt zieht immer!
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    1. Antwort von Eduard Ender, Arni
      Was würden Sie sagen, wenn Ihr Einkommen plötzlich um ein Drittel sinkt, und man Ihnen sagen würde Sie müssen einfach 50% länger arbeiten oder 50% mehr investieren, sprich, Risiken eingehen.
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