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Kindsentführungen ins Ausland So viele Fälle wie seit 10 Jahren nicht mehr

Schatten von Mutter die Kind in Arm nimmt
Legende: In drei Viertel der Fälle ist es die Mutter, die das Kind ins Ausland entführt. (Symbolbild) Keystone
  • Noch nie wurden beim Bundesamt für Justiz in den letzten zehn Jahren so viele Rückführungsanträge für Kinder gestellt, die ins Ausland entführt wurden.
  • Das Durchschnittsalter der betroffenen Kindern liegt bei rund sieben Jahren.
  • Der entführende Elternteil ist in zirka 75 Prozent der Fälle die Mutter.

Im 2016 sind 62 neuen Anträge für eine Rückführung von Kindern eingegangen, die ins Ausland entführt wurden. Die Anträge werden hauptsächlich an europäische Staaten übermittelt. In zehn weiteren Anträgen wurde ein Besuchsrecht verlangt. Dieses verweigert in 90 Prozent der Fälle auch die Mutter.

Ob ein Rückführungsverfahren im Ausland gelingt, hängt laut dem Bundesamt für Justiz vor allem von der Leistungsfähigkeit und Qualität des Rechtssystems und Gerichtswesens sowie vom Kooperationswillen des ersuchten Staates und der betroffenen Kinder ab.

Umgekehrt stellten ausländische Behörden letztes Jahr an die Schweiz 29 Anträge um Rückführung von Kindern. In den drei vorangegangenen Jahren waren es jeweils über 35 Gesuche gewesen. Letztes Jahr gab es 14 Anträge auf Besuchsrecht.

Schweiz ist vertraglich gebunden

Die Schweiz ist über das Haager Kindesentführungs- und das Europäische Sorgerechtübereinkommen mit 89 respektive 37 Staaten vertraglich verbunden. Die meisten Rückführungs- und Besuchsrechtsanträge stützen sich auf das Haager Kindesentführungsübereinkommen.

Zentralbehörde Kindsentführung

Die Zentralbehörde zur Behandlung internationaler Kindesentführungen im Bundesamt für Justiz behandelt jährlich rund 230 Fälle. Rund die Hälfte sind bereits laufende Verfahren aus dem Vorjahr. Die Zentralbehörde berät zudem Privatpersonen und Behörden im In- und Ausland, insbesondere über Präventiv- und Schutzmassnahmen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Nick Schaefer (Nick Schaefer)
    Die CH-Scheidungsindustrie aus Anwältinnen, Richterinnen und KESB, verspricht jeder Frau viel Geld, wenn sie in betrügerischer Absicht die Ehe eingeht und ein Kind aus Gewinnsucht zeugt. Kinder werden - inklusive viel Geld - immer der Mutter zugesprochen. Womit Frauen auch mit 80% fast ausschliesslich und allein die Scheidungen einreichen. Die EMRK verbietet die Bevorzugung eines Elternteils. Dies würde aber der Scheidungsindustrie den Boden entziehen. Die kriminellen Mütter werden nie bestraft.
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    1. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Der erste Teil Ihres Kommentars impliziert, dass Rechtsvertreter motivieren, eine Ehe mit betrügerischer Absicht einzugehen; das scheint mir doch eine sehr gewagte Aussage. Ich gebe Ihnen aber darin recht, dass die Gleichbehandlung von Elternteilen vor dem Scheidungsgericht nicht gewährleistet ist. Ausgeprägt wird es dann, wenn die Kindesinteressen in die Beurteilung einfliessen; da spielt die natürliche Verbindung der Gebärenden die grössere Rolle als die soziale oder Verfehlungen der Partner.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Die hochgelobte Multikulti-Gesellschaft in unserem Land, erzeugt halt auch immer mehr Probleme, Sorgen und Juristenfutter! Trotzdem sehen die Globalisierungs-Fanatiker und Gutmenschideologen, denen Staatsgrenzen sowieso ein "Gräuel" sind, dies alles als die richtige, offene und menschliche Zukunft! Ich allerdings nicht! Es ist einfach traurig, als 77-jährigen "Grufti" zusehen zu müssen, wie ein bestandener Staat und mit bewährten Werten stark gewordene Heimat verschachert wird!
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    1. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Wie stark ist ein "bestandener Staat mit bewährten Werten", wenn er sich von 62 Rückführungsanträgen innert eines Jahres aus den Angeln heben lässt? Da ist die Anzahl derjenigen, die keine noch so kleine Möglichkeit auslassen, unbedacht pauschal zu urteilen, bedeutend grösser.
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  • Kommentar von Dölf Meier (Meier Dölf)
    Das ist der Preis für die MultiKulti-Gesellschaft. Fremde Kulturen lassen sich nur schwer überwinden.
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