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Stadtbotschafter-Kampagne So will Biel sein Schmuddel-Image loswerden

Biel gilt als kriminell und arm. Dieses Image sollen Stadtbotschafter jetzt wegpolieren.

Legende: Audio Stadtbotschafter sollen nach Biel locken abspielen. Laufzeit 02:43 Minuten.
02:43 min, aus SRF 4 News aktuell vom 20.07.2017.

Wenn jemand unsicher sein sollte, ob Biel ein lebenswertes Pflaster ist, soll er den Gastronomen und Kulturveranstalter Daniel Schneider fragen. Er beschreibt seine Stadt so: «Wenn mich jemand fragte, woher ich komme, habe ich immer gesagt, ich komme aus der kleinsten Weltstadt der Welt – ich komme aus Biel.»

Schneider ist einer von gut 20 prominenten Bielern, die in der Imagekampagne der Stadt mitwirken. Sie sollen möglichst viele Menschen dazu motivieren, nach Biel zu ziehen und hier eine Stelle anzunehmen. Angesprochen sind Leuten, die skeptisch sind. Ihnen soll die Angst vor der Stadt genommen werden.

Für Leute, die eher Sicherheit, Klarheit, Einfachheit und klare Optionen suchen, ist Biel nicht erste Wahl.
Autor: Thomas GfellerWirtschaftsdelegierter von Biel

Denn Biel hat ein Imageproblem. «Es hat nur noch Ausländer und Sozialhilfebezüger. Es ist kriminell, es werden am meisten Velos geklaut und so weiter. Das höre ich überall», sagt Schneider.

Unternehmen haben zu wenig Bewerber

Dies und andere Zustände führen offenbar dazu, dass einige Bieler Arbeitgeber Mühe bekunden, ihre Stellen zu besetzen, sagt der städtische Wirtschaftsdelegierte Thomas Gfeller: «Wir hören von den Firmen, dass Leute, die eigentlich an einer Stelle interessiert wären, sich zurückhalten, eine Bewerbung weiterzuverfolgen, weil sie sich fragen: Fühle ich mich hier mit meiner Familie wohl.»

Wir hören von den Firmen, dass Leute, die eigentlich an einer Stelle interessiert wären, sich zurückhalten, eine Bewerbung weiterzuverfolgen, weil sie sich fragen: Fühle ich mich hier mit meiner Familie wohl.
Autor: Thomas GfellerWirtschaftsdelegierter von Biel

Biel ist unfertig, gilt als wild und etwas versponnen. Die Stadt ist daher beliebt bei den Kreativen – etwa IT-Tüftlern, Werbern oder Architekten. Andere Berufsgruppen würden mit der Stadt mehr hadern, sagt Gfeller. «Für Leute, die eher Sicherheit, Klarheit, Einfachheit und klare Optionen suchen, ist Biel nicht erste Wahl.»

Aber Biel möchte für alle interessant sein. So beispielsweise auch für die Ingenieure der hier stark verankerten Industrie. Mit ihnen möchte man die Wirtschaft voranzubringen und gute Steuerzahler gewinnen.

Überzeugungsarbeit leisten sollen jetzt also sogenannten Stadtbotschafter. Darunter sind Personen wie Rapper Nemo, Gartenautorin Sabine Reber oder eben Kulturveranstalter Daniel Schneider. «Vielleicht kommt jemand und sagt, ich will wissen, wo die Kultur spielt und das Leben in der Stadt abgeht. Da bin ich wohl die richtige Person», sagt Schneider.

160 Bieler wollen mitmachen

Die Idee für die Kampagne stammt von Sybille Erdmann von der Bieler Werbeagentur ErdmannPeisker. Sie hat die Technik auch selber erprobt: «Der Hintergrund war, dass ich vor 20 Jahren genau so nach Biel gekommen bin. Ich habe jemanden gekannt, der mich an die Hand genommen hat und mir Biel gezeigt hat», sagt sie. Das habe dazu geführt, das sie nach einem Monat schon einen Freundeskreis in der Stadt gehabt hätte.

Ziel der Übung sei es nicht, Biel-Zweifler zu überreden, sagt Sybille Erdmann. Man wolle sie überzeugen. «Wir reichen eher die Hand und sagen, du bist in Biel willkommen. Das kann eine Imagekampagne nicht, aber ein Kollege kann es», sagt Erdmann.

Mittlerweile hätten sich schon über 170 Bielerinnen und Bieler gemeldet. Alles Bürger, die auch das Positive sehen und für Biel gerade stehen wollen.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Titus Sprenger (TitusSprenger)
    Es zeugt von Mut, Offenheit und Reife, Biels Image-Problem ohne Tabu zu einem öffentlichen Thema zu machen und die städtische Bevölkerung miteinzubeziehen - auch wenn das die immer gleichen, ewiggestrigen Nörgeler auf den Plan ruft. Es ist eine tolle Idee, die deutlich macht, dass auch für die inländische Migration eine Art Integrationshilfe erwünscht sein kann. Das ist Willkommenskultur an einer sprachkulturellen Grenze und in einem Bundesstaat, der seit seiner Gründung "multikulti" ist.
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    1. Antwort von rosi gantenbein (lara croft)
      Offenbar hat Biel nicht nur ein Imageproblem. Aber das ruft ja auch wieder die üblichen naiven Schönredner auf den Plan...
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    2. Antwort von Titus Sprenger (TitusSprenger)
      Frau Gantenbein, es geht hier weder ums Schönreden noch ums Ignorieren von anderen Problemen, sondern um die Frage, wie man das Image einer Stadt verbessert, zu der jeder eine Meinung, aber nur wenige eine Ahnung haben.
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  • Kommentar von M Lapin (Lappi)
    Biel ist mit ihrem "Image" den andern Schweizer Städten nur etwas voraus. S. Sommaruga und ihre Gefolgschaft wird diese Stadt schon bald als "das grosse Vorbild" darstellen!! "Seht doch, wie da das multikulturelle Zusammenleben harmonisch funktioniert!" Jetzt müssen nur noch die Villen mit Seeanstoss geräumt und an "Asylanten" vergeben werden, wir wollen unseren Gästen ja etwas bieten! Danach werden alle Städte mit See- und Alpenblick vom Bundesamt für Migration zum "Modell Biel" verpflichtet!
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  • Kommentar von I. Bürgler (I.Bürgler)
    Biel ist erst der Anfang in der Schweiz. Die letzten 25 Jahr wurden alle, die vor diesem "Bild" gewarnt haben, von den Linken und den Medien mit der "Rassistenkeule" bearbeitet. Auch in anderen Städten wird das so passieren. Die Politiker und Arbeitgeber wollen es so. Die "Eidgenossen" aber werden immer mehr auswandern. Viel Vergnügen dann in der neu geschaffenen "Schweiz". Übrigens: In Biel trauen sich junge Frauen nicht mehr allein in den Ausgang. Stimmt das?? Soweit sind die schon?
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