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«Social Egg Freezing» Frauen frieren ihre Eizellen nicht der Karriere wegen ein

Legende: Audio Zahlen und Fakten zum Eizellen-Einfrieren abspielen.
1:53 min, aus HeuteMorgen vom 21.10.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit 2012 können Frauen in der Schweiz ihre Eizellen einfrieren lassen, um sie später zu nutzen.
  • Anders als in den Medien berichtet werde, habe er noch keine Frau erlebt, die aus Karrieregründen ihre Eizellen habe einfrieren lassen. Das sagt der Leiter des Kinderwunschzentrums des Universitätsspitals Zürich.
  • Am meisten genutzt werde die Methode von an Krebs erkrankten Frauen, da die Chemotherapie sehr häufig die Eizellen in den Eierstöcken zerstöre.

Im Kinderwunschzentrum des Universitätsspitals Zürich lässt pro Woche im Schnitt eine Frau ihre Eizellen auf Eis legen. Gesamtschweizerische Zahlen gibt es nicht. Seit 2012 wird das Einfrieren in der Schweiz praktiziert. In Zürich sei die Tendenz steigend, sagt Bruno Imthurn, Leiter des Kinderwunschzentrums.

Die Methode wende er an, wenn Frauen erkennen würden, «dass ihr Kinderwunsch erst in einem Alter aktuell wird, in dem die Chancen auf dessen Erfüllung rein altersbedingt reduziert ist». Die Fruchtbarkeit einer Frau sinkt ab einem Alter von 35 Jahren innert zehn Jahren drastisch ab, bis auf fast null Prozent.

Künstliche Befruchtung

Wenn aber der richtige Partner noch nicht gefunden wurde, können alleinstehende Frauen ihre noch jungen Eizellen einfrieren, um sie später zu nutzen. Die künstliche Befruchtung mit den aufgetauten Zellen ist aber nur erlaubt, wenn auf natürlichem Weg kein Kind entsteht.

Karrierebedingtes ‹Social Freezing› habe ich in meinem Alltag noch nie erlebt.
Autor: Bruno ImthurnLeiter Kinderwunschzentrum Universitätsspital Zürich

Als Grund für das sogenannte «Social Egg Freezing» – das Einfrieren von Eizellen zur späteren Nutzung ohne medizinischen Grund – wird auch oft genannt, dass Frauen zuerst Karriere machen wollen. Imthurn sagt jedoch: «Karrierebedingtes ‹Social Freezing› wird zwar immer in den Medien kolportiert, ich habe das in meinem Alltag aber noch nie erlebt.»

Chemotherapie zerstört Eizellen

Weitaus am meisten werden am Universitätsspital Zürich die Eizellen von krebskranken Frauen eingefroren, «um ihnen zu ermöglichen, später doch noch Kinder zu haben», sagt Imthurn. Die Chemotherapie vernichte nämlich sehr häufig sämtliche Eizellen in den Eierstöcken.

Die Eizellen von krebskranken Frauen dürfen in der Schweiz unbeschränkt eingefroren werden, jene von gesunden Frauen nur zehn Jahre lang. Die Prozedur, um Eizellen einfrieren zu können, dauert mehrere Monate und kostet zwischen 10'000 und 20'000 Franken.

23 Kommentare

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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Vielleicht erfriert in der Eizelle auch gleich ein Stück der Seele. Egoismus der Machbarkeit. Liebe bleibt auf der Strecke.
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  • Kommentar von Hagel Hans (Hagel Hans)
    Hier ist der Schlüsselsatz in diesem Artikel: DIE METHODE WENDE ER AN, WENN FRAUEN ERKENNEN WÜRDEN, "DASS IHR KINDERWUNSCH ERST IN EINEM ALTER AKTUELL WIRD, INDEM DIE CHANCEN AUF DESSEN ERFÜLLUNG REIN ALTERSBEDINGT REDUZIERT IST".
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  • Kommentar von Stephanie von Walterskirchen (SVW)
    erst werden die Frauen in die Arbeitswelt gehetzt, dann die Eizellen weggenommen, irgendwelche Eizellen mit irgendwelchem Sperma gezüchtet, nur weiss keiner davon, Kinder lieblos aufgezogen von einer Weltmacht zum spielen verwendet und am Ende verelenden wir, Spielfiguren, weil wir nicht sagten: Nicht mit mir! Nein ich glaube an Wunder nicht an eingefrohrene Seelen. Die Seele hat Ihren Ursprung in einem Akt der Liebe nicht der Wissenschaft
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Haben Sie den Artikel gelesen? "Imthurn sagt jedoch: «Karrierebedingtes ‹Social Freezing› wird zwar immer in den Medien kolportiert, ich habe das in meinem Alltag aber noch nie erlebt.»"
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