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Treffen der EU-Innenminister Sommaruga fordert mehr Hilfe für gestrandete Flüchtlinge

Legende: Video Bundesrätin Sommaruga fordert mehr Geld für Flüchtlinge abspielen. Laufzeit 1:45 Minuten.
Aus Tagesschau vom 14.09.2017.
  • Simonetta Sommaruga hat beim Treffen der EU-Innenminister von ihren Amtskollegen gefordert, sich für den Zugang der UNO-Flüchtlingshilfe UNHCR zu den Flüchtlingslagern in Libyen einzusetzen.
  • Denn dabei handle es sich «zum Teil um gefängnisähnliche Unterbringungen».
  • Die europäischen Staaten hätten die Verantwortung, «sofort etwas für diese Menschen zu tun», so Sommaruga

Zwar sei es tatsächlich so, dass die «gefährlichen und zum Teil tödlichen Überfahrten übers Mittelmeer» in der letzten Zeit stark zurückgegangen seien, sagte die Schweizer Justizministerin weiter. Dies sei aber nicht die Lösung.

«Im Gegenteil: Wir haben sehr viele Menschen in Libyen, die unter unwürdigen Bedingungen leben.» Der Schutz von Menschenleben und die Wahrung der Menschenrechte von Migranten hätten höchste Priorität für die Schweiz, heisst es in einem Communiqué des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD).

Zudem müssten die europäischen Staaten gemäss Sommaruga jene Migranten unterstützen, die freiwillig in ihre Länder zurück wollen. Die Schweiz unterstütze finanziell Projekte der UNO-Migrationsagentur IOM, die Migranten bei ihrer Rückkehr in ihr Heimatland helfe.

Sommaruga plädiert für Neuansiedlungen

Die Bundesrätin begrüsste die verstärkten Bemühungen von Neuansiedlungen von Schutzbedürftigen (Resettlement), die vom UNHCR in Drittstaaten vor Ort als Flüchtlinge anerkannt wurden. Man müsse vermehrt über solche und andere Wege der legalen Migration von Afrika nach Europa reden, sagte die Justizministerin hierzu.

Aktuell läuft ein Resettlement-Programm der EU, wodurch 40'000 Schutzbedürftige in die EU gebracht werden sollen. Noch bis Ende Woche können die EU-Staaten melden, wie viele Flüchtlinge sie aufnehmen wollen.

Nächstes Treffen in der Schweiz

Die Schweiz hat ebenfalls ein solches Resettlement-Programm gestartet und nimmt regelmässig Flüchtlinge auf. Bis Ende August 2017 waren es laut EJPD rund 2000 Personen.

Am Rande des Treffens sprach Sommaruga auch mit dem deutschen Innenminister Thomas de Maizière und mit Italiens Innenminister Marco Minniti. Dabei ging es um das nächste Treffen der Kontaktgruppe für das Mittelmeer, das Anfang November in der Schweiz stattfinden wird.

Umsiedlung von Flüchtlingen

Eine positive Bilanz für die Schweiz zieht Sommaruga beim Umsiedlungsprogramm von Asylsuchenden aus Italien und Griechenland, das am 26. September offiziell ausläuft. Die Schweiz werde ihre Zusage bis Ende Jahr einhalten, 1500 Schutzbedürftige aus Italien und Griechenland zu übernehmen.

«Aber das Programm funktioniert nur, wenn alle dabei mitmachen.» Trotzdem gebe es immer noch Staaten, die sich nicht daran beteiligten. «Das ärgert mich. Denn ohne Solidarität kann man in Europa keine Flüchtlingspolitik machen.»

EuGH wies Klage ab

Sommaruga spielte damit auf Staaten wie Polen und Ungarn an, die noch keinen einzigen Flüchtling übernommen haben. Nach dem Entscheid 2015, Schutzbedürftige umzusiedeln, hatten Ungarn und die Slowakei gegen den Beschluss geklagt.

Der EU-Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg wies die Klage kürzlich ab. Während Bratislava das Urteil akzeptiert, weigern sich Warschau und Budapest weiter, Asylsuchende zu übernehmen.

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141 Kommentare

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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Na, ein schöner Zug von unserer lieben Frau von Somnmaruga. Dann möge die Dame doch bitte selber mal ihre Ferien opfern und den Flüchtlingen vor Ort helfen. Das würde sie sympathisch machen.
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  • Kommentar von Gamilon Deslock (Gamilon Deslock)
    An alle die Berufsschreiber die sich mit Herzensbrust für Migranten einsetzen. Allein Aegypten hat 2 Milllionen neue Einwohner in einem Jahr verzeichnet. Das Land hat bis auf einen kleinen Streifen neben dem Nil und dem Delta keine Landwirtschaftsfläche. Wir in der Schweiz könnten nicht einmal die Nachkommenschaft eines einzigen Jahres von einem einzelnen afrikanischen Land bewältigen ohne dass die Schweiz kollabieren würde. Ganz zu schweigen von der Gesamtbevölkerung die dort lebt.
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  • Kommentar von Deborah Crabtree (D. Crabtree)
    Es hat sich schon jetzt rumgesprochen, dass es ab Libyen keinen Weg mehr nach Europa gibt, dann werden sie nicht mehr dort hin gehen, und die die dort sind können auch wieder zurück. Europa sollte alle illegal Eingereiste in UNO Lage abschieben können. Die Wirtschaft sollte x% von ihrem Investitionsvolumen in den Flüchtlingsländer Bildung und Arbeitsplätze investieren müssen. Mehr Perspektiven haben wir auch nicht, als Bildung und Arbeit. Lebenslange Ferien inkl. Grossfamilie ist fertig.
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