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Schweiz Sommaruga sagt Jordanien Hilfe für syrische Flüchtlinge zu

Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat sich in Jordanien ein Bild von der Situation der syrischen Flüchtlinge gemacht. Sie besuchte ein Empfangszentrum sowie ein Flüchtlingslager und sagte der Region weitere Schweizer Hilfe zu.

Legende: Video Bundesrätin Sommaruga besucht Jordanien abspielen. Laufzeit 1:49 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.07.2014.

Die Vorsteherin des Eidg. Polizei- und Justizdepartements (EJPD) zeigte sich vor Ort beeindruckt vom grossen Engagement Jordaniens für die über 600'000 Flüchtlinge. «Es ist eine menschliche Tragödie», sagte eine sichtlich bewegte Simonetta Sommaruga im Flüchtlingslager Zaatari an der syrischen Grenze.

Vor allem das Schicksal der Kinder liesse sie nicht unberührt. Viele von ihnen seien wochenlang unterwegs gewesen und hätten nun in den Lagern keinerlei Perspektive, so Sommaruga.

Jordanien leiden unter Flüchtlingen

Seit dem Ausbruch des Syrien-Konflikts fanden viele Flüchtlinge im Nachbarland mit seinen rund 6,5 Millionen Einwohnern Zuflucht.

Allein im Lager Zaatari, das vor rund zwei Jahren errichtet wurde und vom UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) geführt wird, leben 90'000 Menschen.

Die Mehrheit der Flüchtlinge ist aber in Dörfern untergebracht. Im Norden Jordaniens hat sich die Bevölkerung in gewissen Ortschaften verdoppelt, seit Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet über die offenen Grenzen strömen.

Luftbild des schachbrettartig angelegten Flüchtlingslagers Zaatari.
Legende: Im Flüchtlingslager Zaatari – mitten in der Wüse – leben über 90'000 Kriegsflüchtlinge aus Syrien. SRF/Google Maps

Es fehlt an allem

Laut dem Gouverneur von Mafraq, einer Region im Norden des Landes, fehlt es an Wasser und an Gesundheitsversorgung. «Die Schulen machen Doppelschichten – am Morgen für die jordanischen Schulkinder, am Nachmittag für die syrischen.» Die Ankunft der Flüchtlinge setzt die ohnehin arme Region zusätzlich unter Druck.

Geld für Schulen, Wasser und Strom

Die Schweiz unterstützt die Aufnahmeländer seit Beginn der Syrien-Krise mit insgesamt 85 Millionen Franken, davon erhielt Jordanien 15 Millionen. Das Geld fliesst auch an die einheimische Bevölkerung. So werden etwa 29 Schulen saniert, in denen rund 25'000 Kinder zum Unterricht gehen. Andere Projekte helfen den Gemeinden, die Versorgung mit Wasser, Strom oder anderen Dienstleistungen auszubauen.

Legende: Video Reportage aus dem Flüchtlingslager Zaatari abspielen. Laufzeit 2:11 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.07.2014.

Schweizer Engagement

Sommaruga besuchte auch ein von der Schweiz finanziertes Ausbildungsprogramm für junge Näherinnen im Norden von Jordanien. Dabei kündigte sie ein zusätzliches Engagement der Schweiz von rund einer Million Franken für ein Projekt der UNO an. Jordanische Familien sollen dabei unterstützt werden, ihr Haus auszubauen, um dann Zimmer an Flüchtlinge vermieten zu können.

Bei allem Engagement und privaten Initiativen, generell würde sich Sommaruga die Schweizer Bevölkerung zuweilen ein bisschen solidarischer wünschen. «Wir haben immer wieder grösste Probleme neue Asylunterkünfte zu eröffnen.» Wenn sie dann aber einmal liefen, gebe es aber eigentlich fast nie Probleme.

11 Kommentare

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  • Kommentar von A. Brunner, Zurich
    Ist es neben all dem unsäglichen menschlichen Elend nicht erlaubt zu fragen, weshalb diese Kriege überhaupt vom Westen (sogar von "VIP"-Leuten aus der Schweiz) unterstützt und (ua. auch aus der Schweiz, teilweise via unkontrollierbare Drittstattten) Söldner mit Waffen beliefert werden ? Assad ist wiedergewählt und im Amt. Welcher westliche Staatspräsident hätte sich bei so starken Aussen-Angriffen der Medien-Mächte halten können ? Wie riesig muss also offenbar sein Vertrauen im Volk sein ?
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Eigentlich müsste der Bundesrat dem Souverän ein jährliches Budget in angemessener Höhe dem Stimmvolk unterbreiten. Sollte dieses vorzeitig aufgebraucht sein, je nach Situation, müsste in Gottes Namen über einen neuen Betrag abgestimmt werden dürfen. Bestimmt würden die Vorlagen angenommen. Aber das Volk hätte dann immerhin auch hier nach demokratischer Gepflogenheit das letzt Wort. Es geht nur darum !!
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Es ist richtig und zwingend, dass den armen Flüchtlingen und dem Aufnahmeland Libanon geholfen wird. Trotzdem: ist es nicht ein Verhöltnisblödsinn, wenn das UVEK das Volk über die zwingende Erhöhung des Vignettenpreises um lumpige 60 Fränkli pro Jahr abstimmen lässt, während das EJPD Millionen von Steuergelder ohne Volksbefragung spendet?
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