Sonderbarer Sonderzug nach Mailand

Wer in Ruhe nach Mailand zur Expo reisen möchte, der benutzt mit Vorteil die SBB-Extrazüge. Nur jeder vierte Sitzplatz ist belegt, wie SRF News-Recherchen belegen. Die SBB glaubt aber an mehr Kunden - und will ab August noch mehr Sonderzüge einsetzen.

Die SBB haben den Besucherandrang zur Mailänder Expo massiv überschätzt. Seit dem 1. Mai fahren täglich vier Extrazüge mit insgesamt mehr als 2000 Sitzplätzen direkt bis zum Gelände der Weltausstellung. Reisende, die den 1-Tagesausflug buchen, erhalten sogar ein «reichhaltiges Frühstück» und werden von einem Guide durch das Expogelände geführt.

Nur jeder vierte Sitzplatz ist belegt

Nun zeigen aber SRF News-Recherchen, dass die SBB-Sonderzüge wenig benutzt werden. Die Sitzauslastung beträgt knapp ein Viertel. Dazu kommen weitere Passagiere, die zwar ebenfalls mit der SBB nach Mailand reisen, die aber nicht die Sonderzüge nutzen.

Ab August pendeln statt vier, gleich fünf Sonderzüge nach Mailand. Man gehe ab diesem Datum von einer grösseren Nachfrage aus, wie eine SBB-Sprecherin auf Nachfrage mitteilte:

«Es stimmt, momentan haben unsere Extrazüge an die Expo noch viele freie Sitzplätze. Wir rechnen aber in den Sommerferien mit zusätzlichen Reisenden, denn erfahrungsgemäss haben Weltausstellungen einen spürbaren Besucheranstieg nach zwei bis drei Monaten. Wir passen unser Bahnangebot der Nachfrage an.»

Mit dem Bus zur Expo

Die Eurobus AG schickt jeden Tag einen Reisebus nach Mailand. Im Unterschied zur SBB reagieren die Betreiber flexibel zur Nachfrage: Je nach Eingang der Reservationen verkehren Busse mit unterschiedlicher Kapazität zur Expo.