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Energiestrategie 2050 Sonnenenergie: Die Verkaufszahlen zeigen nach unten

Der Absatz von Sonnenkollektoren und Photovoltaikanlagen ist in der Schweiz im letzten Jahr eingebrochen.

Legende: Audio Verkaufszahlen von Sonnenkollektoren rückläufig abspielen.
1:48 min, aus HeuteMorgen vom 09.08.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rückschlag für die Solarenergie in der Schweiz: Im letzten Jahr sind die Verkäufe bei den Sonnenkollektoren um einen Drittel, bei den Photovoltaikanlagen um einen Fünftel zurückgegangen.

  • Sollen die Ausbauziele für die Solarenergie, die die Energiestrategie 2050 vorsieht, erreicht werden, brauche es dringend ein neues Strommarktmodell, sagt die betroffene Branche.
  • Gefordert sei nun die Politik. Sie müsse nun rasch die zweite Etappe der Energiestrategie aufgleisen, fordert der Fachverband Swissolar.

Auf einen massiven Ausbau der Alternativenergien hat das Schweizer Stimmvolk mit seinem Ja zur Energiestrategie 2050 gesetzt. Doch die Realität sieht anders aus. Die neueste jährliche Markterhebung zur Sonnenenergie, die der Fachverband Swissolar im Auftrag des Bundesamtes für Energie durchgeführt hat, zeigt im letzten Jahr bei den Sonnenkollektoren zur Gewinnung von Wärme einen markanten Einbruch.

David Stickelberger, Geschäftsleiter von Swissolar, bestätigt die sinkenden Zahlen: «Die Verkaufszahlen sind um einen Drittel zurückgegangen. Also sehr massiv.»

Die Verkaufszahlen sind um einen Drittel zurückgegangen. Also sehr massiv.
Autor: David StickelbergerGeschäftsleiter Swissolar

Den Einbruch erklärt sich Stickelberger damit, dass der Bau einer Photovoltaikanlage, die Strom produziert, mittlerweile viel attraktiver sei.

Die Kombination Wärmepumpe mit Photovoltaik sei für sehr viele Hausbesitzer die erste Wahl geworden. Dies sei inzwischen günstiger und technisch einfacher als der Bau einer Kollektoranlage. Doch auch bei den Photovoltaikanlagen sind die Verkäufe im letzten Jahr stark zurückgegangen – um über einen Fünftel: «Das führen wir hauptsächlich auf die politischen Unsicherheiten im Vorfeld der Abstimmung zur Energiestrategie 2050 zurück.»

Das führen wir hauptsächlich auf die politischen Unsicherheiten im Vorfeld der Abstimmung zur Energiestrategie 2050 zurück.
Autor: David StickelbergerGeschäftsleiter Swissolar

Mit dem Ja zur Energiestrategie, so hofft der Swissolar-Geschäftsleiter, sollte dieser Negativtrend nun gebremst werden können: «Ich höre bereits aus der Branche, dass der Markt wieder anzieht.» Doch zur Umsetzung der Energiestrategie brauche es noch einen gewaltigen Schub, sagt Stickelberger. Sonst werde man die angestrebten Ziele verfehlen.

Die Ausbauraten, die Swissolar für die Jahre 2018 bis 2020 erwarte, würden nicht ausreichen, es bräuchte mehr Zubau. Die Politik sei gefordert. Sie müsse jetzt rasch die zweite Etappe der Energiestrategie aufgleisen. Mit einem neuen Strommarktmodell, das die neuen erneuerbaren Energien begünstige.

Ich höre bereits aus der Branche, dass der Markt wieder anzieht.
Autor: David StickelbergerGeschäftsleiter von Swissolar

63 Kommentare

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  • Kommentar von Tim Buesser (TimBue)
    In DE sind die Installationen von Solaranlagen schon seit 2013 rückläufig. Im 2012 wurde Höchststand erreicht, allein im Dez2012 wurden so viele Anlagen "montiert", wie die 11 Monate davor zusammen. Das trotz nicht mal 8 Stunden Tageslicht und 8 Tagen Weihnachtsferien, Monatge-Crews sollen "einmalige Rekorde" geschafft haben (Daten aus EEG Netztransparenz.de). Ein Schelm der auf Gedanken kommt, dass da allenfalls massiv geschummelt wurde...
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  • Kommentar von Karl Kirchhoff (Charly)
    Das Atomkraftwerk in Hanford wurde 1987 stillgelegt. Die Dekontamination und Entsorgungsarbeiten sollen im Jahr 2060 abgeschlossen sein, die Kosten werden sich bis dahin auf mehr als 100 Milliarden Dollar (92 Milliarden Euro) belaufen. Los ihr Atomstrom-Fans, rechnet mal für die Schweiz und Europa.
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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Momentan bremst die Annahme der Energiestrategie den Ausbau sogar, weil es keine klaren Regeln für die Einspeisung gibt. Bei diesem Wildwuchs gelten für eingespiesene Solarenergie vielerorts Dumpingpreise, was die Investoren zurückhält jetzt massiv einzusteigen. Genau das wäre aber nötig um wenigstens auf die erwarteten Ausbauzahlen zu kommen. Da wir aber wissen dass zusätzlich noch eine Verdoppelung des Ausbaus nötig ist um bis ca. 2035 von der nuklearen Schiene wegzukommen, brauchts noch mehr!
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    1. Antwort von Tim Buesser (TimBue)
      Dumping Preise? Marktpreis für Solarstrom war in europ. Strombörse im Juli 2017 bei 3.2 cts/kWh, Normalstrom bei 3.3 cts/kWh. In bisherigen Monaten ganz ähnlich, auch da war Normalstrom wertvoller als Solarstrom (Unzuverlässigkeit hat seinen Abschlag…). Also, von Dumping Preisen sprechen wir, wenn 3.5 Rp/kWh unterschritten werden. Alles über 4 Rp/kWh ist Subventionierung, bei üblichen 20-40 Rp/kWh aus 20-jährigen Verträgen ist das exorbitante Subventionierung, jenseits von jeglichem Marktwert.
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