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Schweiz Sparen auch bei der Landwirtschaft – aber weniger als geplant

Trotz des Stabilisierungsprogramms will der Bundesrat die Landwirtschaft jährlich mit 3,3 Milliarden Franken unterstützen. Das sind 514 Millionen Franken weniger als für die letzte Vierjahres-Periode. Ursprünglich wollte der Bundesrat noch wesentlich mehr sparen.

Legende: Video Auch Bauern müssen sich beim Sparen beteiligen abspielen. Laufzeit 1:35 Minuten.
Aus Tagesschau vom 18.05.2016.

Auch die Bauern sollen einen Beitrag an die Sparanstrengungen des Bundes leisten. Aber es ist weniger als bisher geplant. Der Bundesrat schlägt vor, für die Landwirtschaft zwischen 2018 und 2021 13,278 Milliarden Franken zur Verfügung zu stellen. Das sind 514 Millionen Franken oder 3,7 Prozent weniger als für die Periode 2014-2017.

Ein Bub streichelt einen Jungstier am am traditionellen Zuger Stierenmarkt.
Legende: In den kommenden vier Jahren leistet der Bund jährlich 3.3 Milliarden Franken für die Landwirtschaft in der Schweiz. Keystone Archivbild 2014

Parlament schützte Bauern

Damit sollen die Schweizer Bauern ab 2018 im Schnitt 130 Millionen Franken weniger erhalten als heute. Ursprünglich wollte der Bundesrat fast 200 Millionen einsparen. Darauf verzichtet er nun – er begründet dies mit Signalen aus dem Parlament: Dieses hat sich wiederholt gegen Einsparungen bei der Landwirtschaft gestellt.

Ursprünglich plante der Bundesrat, dass die Bauern 750 Millionen Franken weniger bekommen. Das kam vor allem bei SVP, CVP und BDP schlecht an. Im November 2015 machten tausende Bauern ihrem Ärger über die Sparpläne des Bundes mit einer Demonstration auf dem Bundesplatz Luft.

Auch das Parlament sprach sich in der Debatte über das Budget 2016 gegen eine Kürzung von 60 Millionen Franken bei den landwirtschaftlichen Direktzahlungen aus.

Diesem reduzierten Sparbeschluss des Bundesrates muss das Parlament noch zustimmen. Der Bauernverband ist auch mit den neuen Plänen des Bundesrates nicht zufrieden und stellt sich gegen jegliche Kürzungen in der Landwirtschaft.

Auswirkung des Stabilisierungsprogramms

Trotz tieferer Subventionen soll das Einkommen der einzelnen Bauernhöfe aber nicht sinken – im Gegenteil. Der Bundesrat rechnet damit, dass das Einkommen des ganzen Sektors nahezu stabil bleibt. Die Subventionen hingegen werden auf weniger Betriebe verteilt, weil deren Anzahl voraussichtlich weiter abnimmt.

Hauptgrund für die Senkung sei das Stabilisierungsprogramm 2017-2019, schreibt der Bundesrat in der Botschaft, Link öffnet in einem neuen Fenster. Mit diesem Sparpaket will die Regierung rund 1 Milliarde Franken pro Jahr einsparen. Davon sind auch die Bildung, die Armee, das Personal oder die Entwicklungshilfe betroffen.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Die Grossbauern können dafür sorgen, dass sie weniger Kühe halten +damit etwas weniger Milch produziert wird. Damit kostet dies dem Bauern weniger +die Kühe können noch etwas "tiergerechter" +fairer behandelt werden. Weniger Ertrag kostet auch weniger Aufwand! Wir müssen uns aber verpflichten, die mittleren und kleinen Bauern zu unterstützen und dabei auch die Natur voll zu schützen. Es muss möglich sein, dass das was Bauern aus der Natur ziehen irgendwie wieder zurückgegeben wird.
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  • Kommentar von Peter Singer (P.S.)
    Landwirtschaftssubventionen sollte man komplett und ersatzlos streichen. Wer will, kann ja den Bauern Geld spenden. Aber diejenigen Bauern, die am meisten Subventionen kriegen, sind ja selbst meist Multimillionäre. Und mit diesen Subventionen zerstört man den Wohlstand der Schweiz. Die Schweiz ist durch Hightech, Pharma, Wissenschaft etc reich geworden. Wollen wir wirklich wieder ein armer Bauernstaat werden?
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  • Kommentar von Hanspeter Müller (HPMüller)
    Ueberall muss gespart werden. Bei den Bundesangestellten, bei der Bildung, bei der Sicherheit, bei der Armee, bei den Strassen, beim OeV, bei den Sozialausgaben. Warum soll die einzige, wirklich die einzige Ausnahme die Landwirtschaft sein?
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