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Schweiz Sparzwang ab 55 soll Pflegekosten decken

Die Mutter im Pflegeheim, der Vater zuhause betreut von der Spitex: Wer davon betroffen ist, weiss, wie teuer die Pflege im Alter ist. Das Problem: Viele Ältere haben nicht genügend Geld auf der Seite, um die eigene Pflege zu bezahlen. Avenir Suisse will darum eine Pflegeversicherung einführen.

Es gibt immer mehr betagte Menschen in der Schweiz. Folglich braucht es immer mehr Geld für die Pflege von alten Menschen. Das stellt die Sozialwerke vor Probleme und belastet die Jungen.

«Die Finanzausgaben im Bereich Alterspflege werden steigen», sagt Jérôme Cosandey, Projektleiter bei Avenir Suisse. Ein grosser Teil davon werde über Krankenkassenprämien oder Steuern finanziert. «In beiden Fällen tragen junge Erwerbstätige die Hauptlast der Finanzierung.»

Die ältere Generation solle daher vermehrt selber für die Pflegekosten aufkommen, verlangt er. Kernpunkt seines Modells: Ab dem 55. Geburtstag soll jede und jeder in eine obligatorische Pflegeversicherung einzahlen, und zwar fast 300 Franken pro Monat.

Viel Geld, räumt Cosandey ein. Aber im Gegenzug sei zu erwarten, dass die Krankenkassenprämien sinken. «Das wird ein Nullsummenspiel. Das Geld fliesst nicht mehr in die Krankenkassenprämien, sondern in das Vorsorgekonto.»

Pflegeversicherung stellt Generationenvertrag in Frage

Doch es gibt Zweifel, ob dieses Modell wirklich die Probleme der Pflegekosten lösen würde. Das Modell widerspreche dem Grundgedanken der Solidarität zwischen den Generationen, findet SP-Nationalrätin Silvia Schenker.

«Man sagt damit: Die Alten sollen gefälligst dafür sorgen, dass sie ihren Heimaufenthalt selber finanzieren können. Dabei werde aber nicht berücksichtigt, dass diese älteren Personen ihr ganzes Leben lang gearbeitet und Beiträge geleistet haben.» Avenir Suisse rechne zudem mit Durchschnittswerten. So geht das Finanzierungsmodell davon aus, dass ein älterer Mensch durchschnittlich zweieinhalb Jahre in einem Heim lebt.

Menschen mit Demenzerkrankungen würden aber oft länger Heimpflege in Anspruch nehmen, sagt Schenker. «Das wäre durch die Versicherung dann nicht mehr abgedeckt.» Auch Cosandey ist bewusst, dass es selbst mit dem Modell von Avenir Suisse noch gewisse staatliche Unterstützungen brauchen würde.

Ohne Ergänzungsleistungen geht es nicht

Beispielsweise für ältere Menschen, die nicht genügend Geld in eine solche Versicherung einzahlen könnten, um ihre Pflegekosten selber zu tragen. Da brauche es die gleiche Regelung wie sie heute bei den Krankenkassenprämien gelte. «Diejenigen, die diese Monatsprämie nicht bezahlen können, werden weiterhin vom Staat unterstützt», sagt Cosandey. Sollte das angesparte Geld nicht ausreichen, würde ebenfalls das Solidaritätsprinzip greifen.

Das heisst in der Konsequenz: Eine neue obligatorische Versicherung würde eingeführt, ohne dass sie das alte Modell mit den staatlichen Ergänzungsleistungen wirklich ersetzen würde. Politisch ist das momentan wohl kaum durchsetzbar. Aber es kann Diskussionen über die Zukunft der Alterspflege anstossen.

Kapital soll vererbt werden

Das angesparte Kapital wäre gemäss Vorschlag bei Bedarf für alle Pflegeleistungen einsetzbar. Die nicht verwendeten Mittel können im Todesfall vererbt werden. Die Studie enthält weitere Forderungen: Ein höheres Rentenalter, einen flexibleren BVG-Umwandlungssatz und bessere Arbeitsmöglichkeiten für Frauen und für Menschen ab 50 Jahren.

26 Kommentare

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  • Kommentar von eveline schär, schongau
    Das Schweizervolk ein einig Volk von Milchkühen ???? Oder wie im Mittelalter ,das Volk arbeitet und wird geschröpft.Irgendwas läuft hier falsch.
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    ab 55....Da gibt es nur Eines: NEIN.... Eine Pflegeversicherung ja, aber von dem Tag an wo man AHV einzahlt, und zwar aufs gleiche Konto mit dem gleichen System 1Teil Arbeitgeber, 1 Teil Arbeitnehmer.. und dann nennt man das Ganze APHV = Alters Pflege und Hinterbliebenen Versicherung. Das schmaelert die Praemien.. man bezahlt dafuer laenger.. die Organisation (Verwaltung) steht bereits, also MASSIVSTE Kosteneinsparung bei der Verwaltung,
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @F. Nanni: Sehr guter Ansatz, doch es wird an der Wirtschaft scheitern, weil ja alte pflegebedürftige Menschen für die Wirtschaft nicht mehr nützlich sind. Aber man könnte schon als Arbeitnehmer vom Tag an wo man AHV/IV/EL einzahlt vom AG abgekoppelt Beiträge einzahlen. Gut, fairerweise sollten AG auch ihren Beitrag dazu leisten, denn viele sind im Alter ja auch durch die langen Jahre der Arbeit krank & pflegebedürftig geworden.
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  • Kommentar von M. Hediger, Aarau
    Mit anderen Worten, die Krankenkassenprämien würden sich verdoppeln! Was für eine absurde Idee
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    1. Antwort von Marie-Luise Reck, Turbenthal
      Das ist ja genau das was die Linke will, das nachher alle nach einer Einheits- Kasse schreien sollen. Warum kommen den jetzt fortwärend solche Meldungen, das ist schon Abstimmungs Propoganda vom SRF für Bersets Einheitskasse, jetzt freue ich mich richtig auf die Billag Abstimmung sowie viele.
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