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Schweiz Spielgruppen hoffen auf Subventionen

In der Schweiz gibt es etwa 2000 Spielgruppen für kleine Kinder – aber kein Gesetz gibt die Leitplanken für die Leiterinnen und Leiter vor. Auch gibt es kaum Geld von der öffentlichen Hand. Das soll sich ändern, fordert der Spielgruppen-Verband.

Spielgruppen für Kinder erhalten in der Schweiz kaum Subventionen. Spielgruppenleiterinnen müssen auch keine Bewillgung haben. Tatsächlich wissen die Behörden nicht einmal ganz genau, wie viele Kinder überhaupt regelmässig eine Spielgruppe besuchen.

Wichtige Funktion bei der Integration

Dabei würden die Spielgruppen eine enorm wichtige Aufgaben übernehmen, sagt Eva Roth. Sie ist Co-Präsidentin des Schweizerischen Spielgruppenverbandes. Vor allem bei der Integration ausländischer Familien würden Spielgruppen mithelfen: «Das Kind wird sozial integriert und lernt die Schulsprache», sagt sie. Und weil die Mutter das Kind in die Spielgruppe bringe und wieder abhole, entstehe rasch eine soziale Partnerschaft. «Das ist für die ganze Familie ein grosses Plus.»

Vier Kinder spielen mit der Spielgruppenleiterin.
Legende: Spielgruppen fördern die Integration, sagen die Spielgruppenleiterinnen. Keystone Archiv

Roth findet es falsch, dass diese anspruchsvolle Aufgabe, welche die Spielgruppenleiterinnen leisten, in den meisten Kantonen und Gemeinden überhaupt nicht geregelt und kontrolliert ist. Deshalb verlangt ihr Verband ein Gesetz, das die Bewilligungspflicht für Spielgruppen einführt. Auch fordert sie Subventionen von der öffentlichen Hand. Dies empfehle eine Studie, welche ihr Verband in Auftrag gegeben habe, betont Roth. Der Bericht habe die Bedeutung der Spielgruppen, die es seit 40 Jahren in der Schweiz gibt, klar aufgezeigt.

Der Staat hat kein Geld

Doch Geld vom Staat zu erhalten dürfte schwierig werden. Die finanzielle Lage vieler Kantone ist alles andere als rosig, und auch beim Bereich Familienfragen beim Bundesamt für Sozialversicherung sieht man derzeit keine Möglichkeit für neue Ausgaben. «Auf Bundesebene besteht derzeit keine Kompetenz, eine allgemeine Förderung der Spielgruppen durch den Bund hinzukriegen», sagt Bereichsleiter Mark Stampfli.

Demgegenüber werden Kinderkrippen seit über zehn Jahren vom Bund unterstützt. Diese würden die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern, Spielgruppen nicht, wird argumentiert.

Auch in der Politik dürfte es das Anliegen des Spielgruppenverbandes schwer haben. SVP-Nationalrätin Nadja Pieren, die selber eine Kindertagesstätte führt, findet staatliches Geld für Spielgruppen unnötig. «Das System funktioniert heute gut», sagt sie. Es sei nicht nötig, neue Gesetze zu schaffen und den Bereich «in eine Bürokratie, in eine Verstaatlichung» hineinzuschleusen.

Unterstützung bekommt die Forderung der Spielgruppenleiterinnen dagegen von linker Seite. SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr betont, dass man diesen Frauen ebenfalls eine Entschädigung bezahlen müsse «für die wichtige Arbeit, die sie leisten».

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Verena Eberhard, 5722 Gränichen
    Wieder ein Industriezweig der Linken, welche sich am Honigtopf der Schweiz bedienen wollen. Immer mehr solche linke Institutionen entstehenb aber um Himmels Willen nur mit Unterstützung der dummen Steuerzahler in der Schweiz.
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  • Kommentar von Barbara Roth Feuz, Krauchthal
    In der Schweiz haben wir doch für alles Geld nur für die Kinder nicht. Ist rs nicht das wichtigste wenn die erste Bezugsperson ihres Kindes eine gute Ausbildung vorweisen kann? Ich möchte mein Kind niemandem anvertrauen der nicht das Wissen besitzt wie man mit einem 2 jährigen kind umgeht das nach seiner Muttet weint. Es darf keine Spielgruppen mehr geben die von unqualifizierten Personen geleitet werden. Eine Waldspielgruppenleiterin aus Bern.
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    1. Antwort von Rolf Bolliger, Orpund
      Wenn Sie, Frau Roth, kein Vertrauen in eine Spielgruppen-Betreuerin haben, so müssen Sie eben Ihr weinendes 2-jährige Kind selber mütterlich betreuen und mit ihm spielen! So einfach wäre das, statt ALLES und immer mehr der "Sozial-Industrie" übergeben und die Steuerzahler(innen) belasten! Aber eben, "die Mutter am Herd", wird von der heutigen Konsumgesellschaft gehasst, wie der Teufel das Weihwasser hasst! "Der Staat muss - der Staat soll", ist heute Trumpf, statt Mutterliebe im trauten Heim!!
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  • Kommentar von Daniel Gull, Zürich
    Wieso braucht es ein Gesetz - soll doch hier der freie Markt einmal spielen dürfen. Angebot und Nachfrage werden den Preis schon richten. Ausserdem sollen das diejenigen finanzieren, die dieses Produkt einkaufen wollen. Warum soll hier die öffentliche Hand zur Tat schreiten und wieder unser schwer verdientes Geld ausgeben. Es lebe die Freiheit - keine neuen Gesetze bitte - es lebe die freie Marktwirtschaft.
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