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Schweiz Sponsoring für Bildung – wie geht das zusammen?

Der Öl-Konzern Shell unterstützt die ETH Zürich im Bereich der Energie-Forschung mit einem zweistelligen Millionenbetrag. Was die «SonntagsZeitung» gestern publik gemacht hat, ist seit Dezember beschlossene Sache. Sponsoring an Hochschulen ist heikel.

Konkret geht es um zehn Millionen Euro – umgerechnet zwölf bis dreizehn Millionen Franken. Das Shell-Geld, aufgeteilt in fünf Jahrestranchen, soll in Forschungsprojekte, den wissenschaftlichen Ausbau und die Talentförderung im Bereich Energie fliessen.

Der Öl- und Energiemulti gehört nun dem sogenannten Partnership Council an, in dem bereits mehrere Schweizer Energiefirmen sitzen – darunter Alpiq, Axpo, BKW, Alstom aber auch die ABB. Mit Hilfe der zwölf Firmen will die ETH ihren Ausbau im Bereich elektrischer Energie vorantreiben. Bis 2016 sollen 25 bis 30 Professuren finanziert werden. Shell hat sich nicht zu der Vereinbarung äussern wollen.

Der Vertrag mit Shell datiert bereits vom 3. Dezember 2012. Die ETH habe die Zusammenarbeit erst öffentlich kommunizieren wollen, wenn erste Stipendien vergeben worden und konkrete Projekte angelaufen sind, erklärte Donald Tillman, Geschäftsführer der ETH Zürich Foundation, auf Anfrage von SRF. Das sei noch nicht passiert. «Deswegen wollten wir zuwarten. Jetzt sind sie (die Medien) uns zuvorgekommen.» Tillmans Stiftung aquiriert und verwaltet Drittmittel für die ETH.

«Volle Transparenz» an der Universität

Gleichzeitig setzt sich Michael Hengartner, der neue Rektor der Universität Zürich, für «volle Transparenz» beim Sponsoring ein. «Die Sponsoringverträge müssen so aufgesetzt sein, dass man sie offenlegen kann», sagte er. «Sobald man etwas nicht öffentlich zeigt, kommen Fragen auf. Damit erweisen wir uns einen Bärendienst.»

Hengartner findet Sponsoring «grundsätzlich eine super Sache». Er würde sehr gerne mehr Firmen als Sponsoren gewinnen. Als Bedingungen nennt Hengartner unter anderem, dass die Freiheit in Forschung und Lehre nicht angetastet wird, und dass das Sponsoring kompatibel ist mit den strategischen Zielen der Universität.

Kritischer Appell von Wissenschaftlern

An der Universität Zürich hatte bereits das Engagement der Grossbank UBS, fünf Lehrstühle zu sponsern, zu reden gegeben. Eine Gruppe Forscher wehrt sich dagegen. Der Rektor ist aber überzeugt, dass trotz dieses UBS-Sponsorings am Institut für Volkswirtschaftslehre immer noch bankenkritische Forschung möglich ist.

Vor rund einem halben Jahr haben sich namhafte Professorinnen und Forscher im sogenannten Zürcher Appell kritisch zum Sponsoring geäussert. Ihre Hauptsorge ist, dass die Wissenschaft ihre Unabhängigkeit verliert – aber auch, dass unter gezieltem Sponsoring die Grundlagenforschung zu kurz kommen könnte.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Lena Meier, Brugg
    Die Firmen sollen bitte einfach mehr Steuern zahlen, dann kann im demokratischen Verfahren entschieden werden, welche Forschung wie unterstützt werden soll. Zuerst Minimalsteuern ausdealen (oder gar keine zahlen) und dann fördern was beliebt, sei es Kunst oder Forschung geht nun gar nicht für eine Demokratie. Alles deutliche Zeichen, dass wir uns in einer Diktatur des Geldes befinden. Ein paar Schwerreiche bestimmen über unser Leben - wieso nur lassen wir das zu?!
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      @L.M./Frage mich das schon lange.Vermutlich weil sich der Mensch über seine"Vermehrung"in Abhängigkeit begibt.Am besten wäre,die Produktion der"zu beherrschenden Materie"zu minimieren/aufzugeben.Folglich könnte logischerweise auch nichts mehr beherrscht werden.Bis dies jedoch"funktioniert",wird die zu"beherrschende Materie"in vitro"hergestellt"werden und das Spiel kann weitergehen.Solange der Mensch sich selbst nicht beherrscht/erkennt,muss er etwas haben das er beherrschen kann.Sein Spiegelbild
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