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Schweiz Sprachlose Bundesräte, Kopfschütteln, Empörung

Millionenboni, exorbitante Löhne und hohe Abgeltungen: Das Thema war schon extrem emotional, bevor Daniel Vasellas Abgangsentschädigung bekannt wurde. Parteipolitiker poltern, Bundesräten fehlen die Worte. Was heisst die Diskussion für die Abstimmung zur Abzocker-Initiative?

Deutlicher geht es wohl kaum. «Die Abzocker-Initiative wird zur Lex Vasella», hielt FDP-Chef Philipp Müller nüchtern fest. «Herr Vasella führt die liberale Schweiz aufs Schafott.»

Starke Worte. Aber so tönt es fast überall, wenn es um die Abgeltung für Daniel Vasella geht. 72 Millionen Franken bekommt der scheidende Novartis-Chef, verteilt über die nächsten sechs Jahre. Das macht 12 Millionen pro Jahr – und zwar dafür, dass er nicht für Konkurrenten von Novartis arbeitet.

Vasella will das Geld für wohltätige Zwecke spenden. Entschieden habe er das «schon vor längerer Zeit». Mit der Abzocker-Initiative habe das nichts zu tun: «Das würde mir im Traum nicht einfallen.»

An den teils harschen Reaktionen ändert das wenig. Es brodle im Volk, stellte Bundesrätin Simonetta Sommaruga fest. «Die Wut ist riesig. Und was wir nun über Herrn Vasella hören – da bin ich sprachlos.»

Bundesratskollege Johann Schneider-Ammann doppelt nach. «Es ist eine unschöne Situation. Aber es ist offensichtlich eine Tatsache», sagt er in der «Tagesschau».

«Wasser auf die Mühlen der Befürworter»

Der Wirtschaftsminister sorgt sich. «Ich habe Abzockerei immer angemahnt. Und ich habe sie aus Sorge angemahnt, dass wir letztlich über eine Volksabstimmung den Standort beschädigen könnten. Und die jetzige Situation erhöht das entsprechende Risiko.» Der Bundesrat setzt sich für den Gegenvorschlag zur Initiative ein.

Was bedeutet die Diskussion um Vasella für die Abstimmung vom 3. März? «Die Gegner der Initiative merken: Das ist Wasser auf die Mühlen der Befürworter ist», stellt der Politologe Michael Hermann gegenüber SRF Radio fest.

Auch für Lukas Golder vom Forschungsinstitut gfs.bern ist klar: Der Nein-Seite hilft die Debatte um Vasellas Millionen nicht. Es sei aber schwierig, einen Zusammenhang zwischen einem solchen Ereignis und dem Verhalten der Stimmbürger an der Urne zu messen.

Können die Gegner der Initiative nochmals nachlegen? Politologe Michael Hermann zweifelt. «Die Befürworter waren ohnehin schon vorne. Jetzt müsste der Schlussspurt der Gegner kommen. Angesichts der Ausgangslage kann ich mir das aber kaum vorstellen.»

30 Kommentare

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  • Kommentar von Frédéric Weil, Adliswil
    Theoretisch habe die Aktionäre das Sagen. Damit meine ich die Aktienbesitzer und nicht die an der GV anwesenden Aktionäre. Jede Aktie, die durch den Inhaber nicht explizit ein entsprechendes Votum vertritt, stimmt im Sinne des Verwaltunsrates resp. seinem Vertreter. Hier MUSS endlich mal das Aktienrecht dahingehend geändert werden, als dass nur die an einer GV anwesenden Aktionärsvertreter ein Stimmrecht haben. Ganz nach dem Motto: "Les absents ont tord". Wer startet hierfür eine Initiativ...
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  • Kommentar von Peter Oberholzer, Region Zürich
    Die Aktionäre können über den Vergütungsbericht von Novartis befinden. Über Entschädigungen von Verwaltungsräten befinden in diversen Unternehmen die Aktionäre. Den Vertrag mit Daniel Vasella können sie rückgängig machen und einen verbesserten Neuen anfordern. Der aktuelle Vergütungsbericht muss nicht genehmigt werden.
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  • Kommentar von R.Käser, Zürich
    Ihr Bundesräte habt nahezu bedingungslos den Bankstern geholfen! Die Politik der letzten 15 Jahre war genau so schäbig wie das Handeln von gewissen Zockern! Wir brauchen in Politik und Wirtschaft wieder integere Damen und Herren - keine Bundesrätinnen die mit Lügen und Verat an Ihr Amt gekommen sind und keine scheiss Zocker - fahrt zur Hölle!
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