Zum Inhalt springen

Schweiz St. Gallen arrangiert sich mit dem Wolf

Fixe Entschädigung für gerissene Schafe und Schulstunden für Hunde: Der Kanton St. Gallen rüstet sich für das Zusammenleben mit dem Wolf. Denn immer mehr Bürger sichten freilebende Tiere – mit gemischten Gefühlen.

Legende: Video Der Kanton St. Gallen wappnet sich gegen den Wolf abspielen. Laufzeit 1:42 Minuten.
Aus Tagesschau vom 05.04.2013.

Im Herbst 2011 wurde um den Kunkelspass und das Gebiet Calanda an der Grenze zwischen St. Gallen und Graubünden ein ganzes Rudel Wölfe beobachtet. Das gab es vorher noch nie. Seither melden sich immer mehr besorgte St. Galler bei den Behörden.

Die St. Galler Regierung hat darum nun ein Wolf-freundliches Konzept präsentiert. «Wir müssen lernen, mit dem Wolf zu leben», sagte der St. Galler Regierungsrat Benedikt Würth in Wangs bei der Vorstellung des Vorhabens.

Im Vordergrund stehe die Prävention. So sollen Fachleute Tierhaltern zeigen, wie sie ihre Herden durch Herdenhunde schützen können. Entschieden ist nun auch, wie Schafzüchter für gerissene Tiere entschädigt werden.

Seit Mitte der 90er-Jahre wandern frei lebende Wölfe aus den italienisch-französischen Alpen in die Schweiz ein. Die Tendenz ist steigend. Laut der nationalen Forschungsstelle KORA leben heute zehn bis 20 Wölfe in der Schweiz – verteilt auf die Kantone VD, VS, FR, BE, LU, UR, OW, NW, SZ, SG GR und TI.

Mit der Zuwanderung der Wölfe nahmen auch die Schäden an Nutztieren zu, vor allem an Schafen und Ziegen. 2011 wurden Halter für 274 gerissene Tiere finanziell entschädigt. 2012 seien es deutlich weniger gewesen, hiess es.

14 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Alex Kramer, ZH
    In einem Beitrag von (damals noch) SF wurde aufgezeigt, dass die Schafe in der CH mehr an Krankheiten wie der Moderhinke zu leiden haben und dabei regelrecht verrecken, als dass Wolf & Bär hierzulande für das Schafsterben verantwortlich gemacht werden könnten. Die Haltung, vor allem aber die Halter dieser Schafe müssten verstärkt in die Pflicht genommen werden, da sie Auflagen des Tierschutzes verletzen. Im gleichen Beitrag wurde auf den Umstand hingewiesen, dass kaum ein Züchter mal drank...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Ihre Worte stimmen zum grössten Teil. Deshalb erstaunt es mich umso mehr, dass in letzter Zeit die Schafzucht geradezu Mode geworden ist, obwohl die Schafe im Gegensatz zu den weniger heiklen Ziegen nicht allzu weit oben gehalten werden können. Ich sehe es selber, wie viele Schafherden auch im Mittelland viel zu wenig beschützt sind, aber wir hatten hier seit Jahrzehnten keine Wölfe und Bären mehr und müssen uns erst noch daran gewöhnen. Das gilt erst recht für die Schafzüchter.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von F.Eichmann, Canada
      Juha Stump,hier stimme ich 100% mit ihnen ueberein, denn das meinte ich von Anfang an.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Na also, geht doch, Herr Eichmann. Warum nicht gleich von Anfang an vernünftig miteinander diskutieren? Ob Sie es glauben oder nicht, ich verstehe wirklich ein wenig von Landwirtschaft, weil ich etwa die Hälfte meiner Kindheit auf einem Bauernhof verbracht und damit einen guten Einblick in diese Arbeit bekommen habe. Obwohl mein Lebensweg mich später anderswohin geführt hat, fühle ich mich mit den Bauern immer noch verbunden. Freundliche Grüsse aus Zürich, sozusagen unter Bauern.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Tim Luethi, Zürich
    Als Wanderer wird man wohl in Zukunft neben den Kühen nun auch noch von den Schutzhunden angegriffen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Was erwarten Sie denn von einem Volk, dass noch nicht mal seine eigenen Bürger solidarisch behandelt? Sollen die dann den Wolf wohlwollend aufnehmen? Kaum. Alles was hier neu ist wird entweder ausgewiesen, abgeknallt oder sonst wie vertrieben. Auch von Oben kommt meist nichts Gutes! Bis in die 70er Jahre hatten Behörden und Politiker gottähnliche Macht. Es gab Zwangssterilisation (Rassenreinheit!), Zwangseinweisungen, usw. Ohne Arzt oder Gericht! WIR sollten daraus lernen statt zu wiederholen...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen