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Der Graben zwischen Stadt und Land macht sich an der Wahlurne bemerkbar
Aus 10vor10 vom 07.11.2019.
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Stadt gewinnt an Macht Land-Wähler bleiben öfters zuhause

Der Grün-Rutsch bei den Wahlen hat damit zu tun, dass Wähler auf dem Land zuhause blieben. Ein langfristiger Trend.

«Die in Bern oben machen sowieso, was sie wollen.» So oder ähnlich argumentieren dieses Jahr viele Stimmberechtigte: Erstmals seit 1995 sank die Wahlbeteiligung.

Zwar gingen in allen Regionen weniger Leute an die Urne – auf dem Land ist der Rückgang aber deutlich stärker, wie eine Erhebung von SRF Data zeigt. In ländlichen Gemeinden ging die Wahlbeteiligung um 3,6 Prozent zurück – in den zehn grössten Städten nur um 1,9 Prozent.

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«Es nützt ja sowieso nichts»
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Damit setze sich ein lang anhaltender Trend fort, sagt Politgeograf Michael Hermann. Dieser zeige den Wandel der Gesellschaft: «Das typisch ländliche geht zurück: Der starke Gemeinsinn, die vielen Vereine, das Milizsystem, das alles wird weniger. Und das zeigt sich nun auch bei der Wahl-Disziplin.»

Frustration bei SVP-Wählern

Besonders stark ist der Rückgang der Wahlbeteiligung in ländlichen Gemeinden der Deutschschweiz – den Stammlanden der SVP. «Die Leute auf dem Land sind frustriert, weil die Politiker in Bern Volksinitiativen wie die Masseneinwanderungs-Initiative nicht umsetzen», erklärt sich Marianne Bütschi, SVP-Gemeinderätin in Frutigen/BE das schwindende Interesse auf dem Land. «Viele Leute machen jetzt die Faust im Sack und versuchen durch Nicht-Wählen Gegendruck zu machen. Das ist natürlich der falsche Weg.»

Die SVP sieht sich nun mit der Herausforderung konfrontiert, ihre Stammwählerschaft wieder motivieren zu können. «Die Wahlniederlage tut weh, kann unter dem Strich aber auch eine Chance sein», analysiert Nils Fiechter, Co-Präsident der jungen SVP im Kanton Bern.

Die Leute auf dem Land sind frustriert, weil die Politiker in Bern Volksinitiativen wie die Masseneinwanderungs-Initiative nicht umsetzt.
Autor: Marianne BütschiSVP-Gemeinderätin Frutigen/BE

Und weiter: «In den nächsten Jahren werden die Wähler deutlich spüren, was die Folgen von linker Politik sind. In vier Jahren kann das Pendel wieder zurückschlagen.»

Vorteil für links-grün

Vorerst profitieren von der sinkenden Wahlbeteiligung auf dem Land vor allem linke und grüne Parteien: Der grössere Teil ihrer Anhängerschaft lebt in den Städten.

Dass Stadt und Land sich im Wahlverhalten annähern, werde tendenziell so weitergehen, glaubt Politgeograf Michael Hermann. «Es ist aber möglich, dass sich das auch wieder umkehrt: Wenn die Landbevölkerung das Gefühl hat, dass es politisch in eine völlig falsche Richtung geht, kann das erneut zu einer grossen Mobilisierung auf dem Land führen.»

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99 Kommentare

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  • Kommentar von H. Pfister  (HPfister)
    Herr Krebs. Das war nicht das Problem der SVP. Auf den Plakaten wurde auch die Politik gemeint und nicht Parteien oder gar Personen perse. Das Problem der SVP war die schlechte Mobilisierung. Und zwar nicht zum ersten Mal. Da genügen halt ein paar SMS zu versenden nicht. Die SVP sollte wieder poentierter auftreten. Die hier teils absurden Unterstellungen und Diffamierungen gegen die SVP beweist die Gegner haben keine sachlichen Argumente und es beweist wie wichtig die SVP ist. Einen schönen Tag!
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  • Kommentar von H. Pfister  (HPfister)
    "Bei der Umsetzung hat man der rechten Ratshälfte, nicht nur der SVP, vorgeworfen, das Gesetz zu sehr abzuschwächen " Richtig Herr Koller hat man vorgeworfen. Obschon Sie sehr gut aufzeigten wie die Umsetzung selbst bei den Initianten auf Zustimmung stoss. Dies war bei der MEI halt nicht der Fall. Einfach Danke weil Sie sehr eindrucksvoll ab sofort den Vorwurf gegen die SVP entkräftigt haben, wegen der ungenügenden Umsetzung.
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  • Kommentar von Krebs Alfred  (A.Santiago)
    Das Problem der SVP ist aus meiner Sicht einfach zu erklären. Wenn eine Partei vor den Wahlen alle als Maden verunglimpft, muss dann nicht jammern, dass alle anderen Parteien gegen die SVP sind. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie viele meinten, dass das unsägliche Apfel-Madenplakat so toll sei. Ein bisschen Anstand würde der Partei gut tun.
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